1940 Absprung von Liliputanern

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g.aders
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1940 Absprung von Liliputanern

Beitrag von g.aders » 26.04.2021 20:10

Gruß ans Forum,
Im Mai 1940 kursierte in Westfalen das Gerücht, die Engländer würden mit Fallschirmen Liliputaner über Deutschland absetzen, denn diese kleingewachsenen Menschen könnten unauffällig Sabotageaktionen vornehmen.
Wer kennt solche Stories aus anderen deutschen Gegenden?
Beste Grüße
Euer
G. Aders

g.aders
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Re: 1940 Absprung von Liliputanern

Beitrag von g.aders » 11.05.2021 18:20

so, Kollegen,
heute bekam ich den Bericht.
Man erzählte sich am 28. Juli 1940 in Warendorf, dass in der vergangenen Nacht b5 Liliputaner mit Fallschirmen abgesprungen seien, 3 davon habe ich Polizei festnehmen können. Die "Kerlchen" (o steht es in der Akte) seien 1,10 m groß gewesen und hätten auffallend dicke, wulstige Lippen gehabt. Eine habe gestanden, dass ihr Auftrag gewesen sei, mit besonders starken Taschenlampen Signale an britische Bomber zu geben.
Quelle der Story: Die erzählen hatten einen Bekannten, der einen Bekannten hatte, der einen der Polizisten aus der Gegend von Warendorf kannte.

Die Story von den Taschenlampensignalen war ja weit verbreitet: In Köln waren es z. B. Kommunisten, die aus Dachluken Signale gaben,. anderswo waren es Zigeuner,. Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter usf.
beste Grüße
Euer
Gebhard Aders

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pigasus
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Re: 1940 Absprung von Liliputanern

Beitrag von pigasus » 31.05.2021 14:05

Das erscheint mir doch sehr unglaubwürdig. Eine Gruppe von 5 kleinwüchsigen Menschen im ländlichen Raum, noch dazu im 3. Reich, als sie Ziel der Euthanasieaktionen geworden wären, ist alles aber nicht unauffällig.
Es gibt 10 Arten Menschen: solche, die binär denken, und solche, die das nicht tun.

g.aders
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Re: 1940 Absprung von Liliputanern

Beitrag von g.aders » 07.06.2021 18:48

Hallo Pigasus,
das war ein typisches Kriesgerücht.
Für die „normalen Volksgenossen“ war es rätselhaft, wohin „der Tommy“ seine Bomben warf – da wurde gerätselt und getratscht: Da war ein Haus schlecht verdunkelt, da war ein Radfahrer mit nicht abgeblendeter Lampe unterwegs, da wurde eine Fabrik getroffen, in der Ritterkreuze hergestellt wurden, hier blieb ein Haus inmitten einer Trümmerwüste stehen, weil sein Besitzer vertriebener Jude war.
Und viel verbreitet war die Story, dass die Nachtbomber vom Boden aus Signale bekamen, wo wichtige Ziele waren: die wurden von entflohenen Sträflingen, Kommunisten, Zigeunern, Kriegsgefangenen mit Taschenlampen aus Deckfenstern gegeben, diese Typen waren alles höchst verdächtige Subjekte.
Und in diese Kategorie passen diese „rassefremden“ Zwergmenschen mit den wulstigen Lippen (Neger!), die von den perfiden Engländern abgesetzt werden, um den Nachtbombern die Ziele zu weisen. Zum Glück sehen diese so aus, so dass sie schnell erkannt und festgenommen werden.
Beste Grüße
Gebhard Aders

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