Hamburger Fernsehturm

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Volkiwolf
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Beitrag von Volkiwolf » 04.07.2005 14:13

Tagchen,

mein Vater hat Laser-Entfernungsmesser entwickelt und hergestellt. auf der Spitze des HHT ist ein Tripleprisma* installiert, auf das von einem Hochhaus in Hamburg-Farmsen drauf gemessen wurde (Messtrecke und Prisma mittlerweile demontiert). Die Entfernung betrug irgendwas um die 20 km (kann mich da nicht mehr genau dran erinnern - schon zu lange her) und die damals gemessene Höhe (musste ermittelt werden, weil man schlecht mit einem Zielfernrohr 20km weit gucken kann um den Meßpunkt zu finden) betrug 279,836m.

Mittlerweile stimmt diese Angabe sicherlich nicht mehr so genau, aber das war Stand 1988.

Daher kommt auch die letzte offizielle Höhe von 279,8m, die Sherlock auch weiter unten gepostet hat.

*Tripleprisma:
Auch eine Entwicklung der Firma meines Vater (ohne ihn hier als genialsten Kopf darzustellen *grins*) - da es ein sehr interessantes unscheinbares Teil ist, was auch zu militärzwecken eingesetzt wurde (genaueres darf ich leider nicht verraten - kein Scherz). Zur Funktion: "Beschießt" man das Prisma mit einem Laser, so wird der Strahl - egal in welchem Winkel er auftrifft - an die Stelle reflektiert, wo der Laser her kam. Mal einfach gesagt. :-)
Abwasser ist ´ne Sache, die unbedingt geklärt werden muss.

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FishBowl
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Beitrag von FishBowl » 05.07.2005 19:15

Wo wird die Höhe des Gebäudes denn gemessen, am höchsten Punkt der tragenden Beton-Konstruktion, an der Antennen-Spitze, dem dortigen "Geländer" / Blitzableiter oder dem wirklich höchsten Punkt, einer Blitzleuchte? Ich denke, das ist Ansichtssache, wird ja auch bei anderen Bauten oft getrennt angegeben.
Jedenfalls soll der Turm durch den Austausch der Antennenspitze im Rahmen des DVB-T-Ausbaus wohl um einen halben Meter höher geworden sein. Der NDR sprach seinerzeit vom "Austausch der Antenne in 278 m Höhe", wie das gemeint war, wissen die wohl nur selbst..
Wenn ich mich recht erinnere, ist die alte Anlage in dem 80ern schon einmal ersetzt worden, wohl für die zusätzlichen Privatsender. Der Sender Sat.1 musste in Richtung Südost definiert ausgeblendet werden, wegen der Koordination mit der DDR, die alten Antennen waren dafür sicher nicht geeignet.
Somit ist die Gebäudehöhe auf lange Sicht m.e. nur als variabel anzusehen.
Ausserdem ist auch das Bezugs-Niveau durchaus diskutierbar, am Fusse des Turms hat sich in letzter einiges drastisch verändert.
Was soll man also ansetzen, Eintrag in der Generalkarte, Strassenniveau, Kellerboden oder -decke der inzwischen abgerissenen und anders im Bau befindlichen Sockelbebauung... ?
Sicher gibt's dafür immer irgendwelche Regeln, die aber grundsätzlich an spezifischen Bedürfnissen orientiert sind. Den Einen interessiert wohl allein der sichbare Teil, den Nächsten die Höhe über Grund, den Letzten vielleicht sogar die Höhe samt Fundament.
Und überhaupt, bei welcher Temperatur eigentlich?
Ein Streit lohnt sich sicher nicht ;)

petzolde
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Beitrag von petzolde » 05.07.2005 21:13

Streit lohnt sicher nicht. Aber dennoch würde mich interessieren, um wieviel der Turm seine Länge temperaturbedingt im Jahresverlauf ändert.
gruß EP

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Beitrag von master » 05.07.2005 21:19

Wenn man fuer Stahl alpha=12*10^-6 1/K ansetzt, deltaK=100 (im Winter -20°C im Sommer +80°C), bei einer Hoehe von ca. 280 Metern.

Daraus ergibt sich:

12*10^-6*100*280=0,336 Meter

33,6cm

Ich denke dass eine Bezugstemeratur gewaehlt wird (wahrscheinlich 20°C) und dann der gemessene Wert entsprechend rechnerisch korrigiert wird.

Thomas

petzolde
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Beitrag von petzolde » 05.07.2005 21:36

Ausdehnungskoeffizient Stahl = Stahlbeton?
250 m Beton um 33 cm rißfrei längen?
wahrscheinlich eher weniger...
gruß EP

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Gravedigger
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Beitrag von Gravedigger » 05.07.2005 21:45

wahrscheinlich längt der sich nur einmal um 33cm ;) danach kannst du ihn mit dem Bagger wegräumen.

CU Markus
Zivilisation bedeutet, sich gegenseitig zu helfen von Mensch zu Mensch, von Nation zu Nation. (Henry Dunant)

master
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Beitrag von master » 05.07.2005 21:47

petzolde hat geschrieben:Ausdehnungskoeffizient Stahl = Stahlbeton?
gruß EP
Nicht ganz.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wärmeausde ... oeffizient

Aber offenbar aussreichend, um die inneren Spannungen aufzunehmen.

Thomas

petzolde
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Beitrag von petzolde » 05.07.2005 22:08

Egal ob Stahl oder Stahlbeton: Es könnte theoretisch Einfluß auf die Richtfunkstrecken von Turm zu Turm haben. Welche Toleranzen vertragen die denn?
gruß EP

Gast

Beitrag von Gast » 05.07.2005 22:10

Ja Moin, ich schon wieder !

Ich denke, daß es sich nicht lohnt, daß wir uns hier im Forum um ein paar Meter mehr oder weniger die Köpfe heißreden. :megawut:
Ist doch letztendlich auch wohl völlig Wurst oder ? Ich hab hier noch aus meinen Kindertagen ein altes Thermometer vom Telemichel, daß ich mir mal dort habe schenken lassen und auf dem steht 273,5 Meter Höhe.

Seit längerer Zeit wohne ich nun nicht mehr in Hamburg und es interessiert mich vielmehr, was nun mit diesem tollen Bauwerk geschiet.

Im übrigen finde ich diese Forum hier echt super.
Ich war lange Zeit hier nur am lesen ( ist ja auch genug vorhanden :) ), ich habe beschlossen, hier öfter aufzutauchen.

Gruß aus der Heide

Sherlock

Janni

Beitrag von Janni » 06.07.2005 13:10

Gravedigger hat geschrieben:wahrscheinlich längt der sich nur einmal um 33cm ;) danach kannst du ihn mit dem Bagger wegräumen.
Kann man so nicht sagen - schliesslich ist es ja gerade der recht ähnliche Temperaturausdehnungskoeffizient von Beton und Stahl, der erst Bauwerke aus Stahlbeton möglich macht. Auch Stahlbetonbrückenbauwerke weisen ja Dehnfugen auf, die Dinger nehmen ja auch vollständig die Umgebungstemperatur an und verkürzen sich im Winter um etliche Zentimeter.

Beim Telemichel ist das etwas anders. Da der Innenraum beheizt ist bzw. durch wärmeabgebende Einbauten (Schaltanlagen) erwärmt wird, wird nie das komplette Bauwerk die Umgebungs- (also Außen-) Temperatur annehmen. Eine signifikante Längen- bzw. in diesem Fall Höhenänderung wird nicht stattfinden, da sich im Winter lediglich ein Teil der äußeren Gebäudehülle abkühlt, der Rest der Tragstruktur jedoch relativ warm bleibt.

Viel ausschlaggebender für die Richtfunkstrecken dürften die windbedingten Schwankungen sein :shocked:

Grüße aus Osthessen

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