Fotographien von alten Hochspannungsmasten

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ElexTro
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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von ElexTro » 05.05.2020 19:33

Hallo zusammen

Ich bin vor einiger Zeit auf dieses Forum und diesen Thread aufmerksam geworden. Das Thema Freileitungen/Energieversorgung interessiert mich wirklich schon sehr lange, weshalb ich nun beschlossen habe, an der Thematik hier mal teilzuhaben. Ich würde einfach mal behaupten, über die historische Entwicklung des Netzes, zumindest in Deutschland, ganz gut Bescheid zu wissen.

@Arctic: Zum Thema OBAG und alte Leitungen: Im Netzgebiet des ehem. Unternehmens gibt es tatsächlich noch Leitungen aus den 1920er und 1930er Jahren. Diese wurden durch das Bayernwerk nach dem Bau des Walchenseekraftwerks errichtet, um zum einen mit Strom aus dem Kraftwerk ganz Bayern zu versorgen und zum anderen über weitere Kraftwerke (meist Laufwasserkraftwerke an Flüssen, später auch Kohlekraftwerke) in das Netz einzuspeisen.

Die erste Ausbaustufe wurde 1924 fertig und bestand im wesentlichen aus einem Leitungsring München-Augsburg-Nürnberg-Amberg-Regenburg-Landshut-München, von dem im Laufe der Zeit Stichleitungen gebaut wurden. Meines Wissens nach waren das die Leitungen Augsburg-Niederstotzingen (Verbindung zur Leitung der Württembergischen Landeselektrizitäts Gesellschaft nach Stuttgart), Nürnberg-Würzburg-Aschaffenburg-Kraftwerk Dettingen, Würzburg-Schweinfurt, Nürnberg-Bamberg-Kulmbach-Remptendorf, Amberg-Weiden-Hof, Regensburg-Kachletwerk bei Passau und Landshut-Kraftwerk Töging.

Zwischen dem Walchenseekraftwerk und dem Umspannwerk Karlsfeld gab es zwei Leitungen, von denen eine zweikreisig (d h zwei unabhängige Stromkreise) und eine weitere einkreisig ausgeführt war. Die Leitungen Würzburg-Schweinfurt und Nürnberg-Bamberg waren ebenfalls einkreisig, alle anderen zweikreisig. Für die erste Ausbaustufe wurden hauptsächlich Tannenbaummasten (3 Ausleger, deren Maße nach unten hin zunehmen), später für die Stichleitungen auch Donaumasten (2 Ebenen) gebaut. Der Name "Donaumast" soll angeblich von der Leitung Regensburg-Passau stammen, die entlang des Donautals verlief.

Ja, leider gibt es viele der Leitungen heute nicht mehr oder die Masten durch moderne Konstruktionen ausgetauscht. Die Leitung zwischen Amberg und Regenburg dürfte heute aber noch auf einen Großteil ihrer Länge auf Originalmasten von 1924 existieren.

Ein ganz anderes Themengebiet sind die alten Bahnstromleitungen in (vorwiegend Ober-)Bayern, die auch aus den 1920er Jahren stammen. Darüber könnte ich auch noch mal referieren, weil es einige interessante Sachen hierzu gibt. Das aber ein anderes Mal ;)

Viele Grüße!

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von Toliman » 16.05.2020 16:44

https://www.google.com/maps/@50.3459123 ... 312!8i6656

Der Mast verfügt über eine einphasige 110 kV-Niederführung. Offenbar werden hier entweder Trägerfrequenzsignale aus der Leitung entnommen oder es wird ein Kleinverbraucher des EVUs aus der Leitung mit Strom versorgt.

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von Arctic » 15.06.2020 17:29

Hallo Toliman,

Am wahrscheinlichsten is es eine Kupplung von 2 unterschiedlichen Übertragungssystemen: links vom Mast Trägerfrequenz über einen 110kV Leiterseil, rechts über Glasfaser oder Kupferleitung (da ist unten noch der vierte Leiterseil zu sehen, der zu Daten- oder Telefongesprächenübertragung dienen könnte).

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von ElexTro » 02.07.2020 19:56

Hat jemand zufällig Fotos von heute nicht mehr existierenden Abschnitten der alten Nord-Süd-Leitung? Besonders das Teilstück zwischen Kelsterbach und Pfungstadt? Habe tatsächlich mal ein paar wenige Bilder gemacht, bevor die Leitung 2007/08 abgebaut wurde, leider sind sie aber verloren gegangen.

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von Djensi » 22.07.2020 09:03

Moin,

die HEW betrieben von 1946 bis 1974 das Kraftwerk Ost-Hannover in Alt-Garge.
Der Strom wurde per Freileitung nicht nur nach Hamburg, sondern auch bis 1958 in die SBZ, später DDR, und nach West-Berlin geliefert.
Weiß einer wo die Freileitungsübergänge nach Mecklenburg-Vorpommern gewesen sind und hat womöglich dazu Fotos, bzw. einen Link?

Grüße
Djensi

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von ElexTro » 22.07.2020 13:37

Hallo,

Das müsste direkt nördlich des Kraftwerks mit der Elbüberspannung gewesen sein. (siehe https://www.landkartenarchiv.de/messtis ... blatt85756). Das Amt Neuhaus gehörte zur DDR, wechselte 1993 aber von Meck-Pomm nach Niedersachsen.

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Re: Fotographien von alten Hochspannungsmasten

Beitrag von Djensi » 23.07.2020 08:30

Moin,

ja klasse, danke für den Hinweis!
Die Leitungen waren nicht im Sichtfeld, wenn man die Elbuferstraße entlang gefahren ist.

Grüße

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