Brandbombenreste im Asphalt

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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Incognitus

Beitrag von Incognitus » 09.10.2005 22:00

Hallo,

auch wenn ich jetzt den Spielverderber mache: ich glaube inzwischen nicht mehr, daß es sich bei dem auf Seite 1 des Threads gezeigten Objekt um Rest einer Stabbrandbombe handelt.
Wahrscheinlich ist es doch nur Metallschrott, der in den Asphalt gelangt ist, also eine Mutter auf einer sehr dicken Schraube. So wie ich das sehe, zeichnete sich am Ende der Stabbrandbombe kein solcher Ring / Kreis ab.

Vergleicht selbst:
http://www.bombenkrieg.net/stabbrandbombe.htm
(auf die Bombe klicken und dann die Bilder weiter unten betrachten...).

Grüße,
Matthias

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Der Flieger
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Beitrag von Der Flieger » 09.10.2005 22:03

Die folgenden Zahlen (für die Stadt Essen) stammen aus:
Lesebuchkreis Altenessen: Altenessen unter dem Hakenkreuz 1933 - 1945, Essen 2000

Grüße, Thomas
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bfh

Beitrag von bfh » 09.10.2005 23:39

Incognitus hat geschrieben:Hallo,

auch wenn ich jetzt den Spielverderber mache: ich glaube inzwischen nicht mehr, daß es sich bei dem auf Seite 1 des Threads gezeigten Objekt um Rest einer Stabbrandbombe handelt.
Wahrscheinlich ist es doch nur Metallschrott, der in den Asphalt gelangt ist, also eine Mutter auf einer sehr dicken Schraube. So wie ich das sehe, zeichnete sich am Ende der Stabbrandbombe kein solcher Ring / Kreis ab.


Grüße,
Matthias

Hallo!

Matthias hat recht, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sind handelt es sich um Eisenschrott. (Mutter mit Bolzen?)

Bei einer FOD-Aktion auf einem Flugplatz wurden dieses Jahr zwei ähnliche Objekte gefunden. Nur in diesem Fall handelte es sich tatsächlich um die Überreste einer ausgebrannten Stabbrandbombe. Zunächast wurden die Teile für in den Asphalt gedrückten Müll gehalten. Beim genaueren Hinsehen war jedoch schnell klar, daß es sich um die Anfangs- bzw. Endteile einer ausgebrannten Stabbrandbombe handeln muß. (Beide Fragmente waren absolut ungefährlich.)

Die Teile waren noch ca. 4cm lang, an einer Seite abgeschmolzen, sehr leicht und hatten eine silbergrauen Oberfläche. Es müßte sich also um eine Alu-Legierung handeln.

Der Optische Eindruck unterscheidet sich grundlegend von den hier gezeigten Bildern. Leider wurden von den Fundstücken keine Bilder gemacht.

Trotzdem sollte die Frage von einem Fachmann ("Feuerwerker") vor Ort geklärt werden. Es gibt immer wieder ganz dumme Zufälle.



Viele Grüße
Günter

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EricZ
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Beitrag von EricZ » 10.10.2005 06:33

Moin Moin,

ich hatte ja versprochen, daß ich bei nächster Gelegenheit Bilder machen werde: gestern abend bin ich kurz noch mal da gewesen und habe erneut die Teile abgelichtet, diesmal halt in Meiderich.

Wie kommt ihr auf die Geschichte mit Schrott statt Brandbomben?
Habt ihr überhaupt jemals eine Brandbombe in der Hand gehalten?
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hollihh
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Beitrag von hollihh » 10.10.2005 09:10

Die Brandbomben wurden in sog. SBC (Small Bomb Carrier) transportiert. 236 passten in einen Container, 14 dieser SBC konnten durch eine Lancaster transportiert werden, macht somit maximal 3304 Stabbbrandbomben.
(http://www.ww2guide.com/bombs.shtml#burn) .
Auf Hamburg sollen während des gesamten Krieges etwa 3 - 3,5 Mio. Stabbrandbomben abgeworfen worden sein (bei 103.000 Sprengbomben), während der Operation Gomorrha alleine etwa 1,5 Mio - 1 Mio /Angriff sind zu hoch geschätzt. DIe Sprengbomben für Hamburg hatten einen sehr hohe Druckwirkung, um Dächer abzudecken - auf den offen liegenden Dachböden fanden die Brandbomben genügend entzündliche Gegenstände. Ein "festes" Verhältnis zwischen Spreng- und Brandbomben gab es aber wohl nicht. Beim ersten Angriff der Operation Gomorrah wurden z.B. gar keine Brandbomben abgeworfen, die Katastrophe kam erst beim zweiten Angriff.

Ralf
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Beitrag von Ralf » 10.10.2005 09:20

1.hier gucken:

2. müßte man mal messen

Die eine guckt doch recht gut raus.
Dann entsprechende Literatur bemühen.

Ich halte es immer noch für möglich!
Habe selber schon so Dinger in der Hand gehabt, allerdings nie vollständige.
Gruß Ralf

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Beitrag von EricZ » 10.10.2005 10:02

Moin,

Telefonat mit dem KMRD hat ergeben, daß auf Luftbildern die kleinen Brandbomben nicht erkannt werden können.

Beschreibung von Größe, Form und sonstigem Aussehen - vorbehaltlich einer abschließenden Prüfung natürlich - daß es sich bei dem Objekt um eine Stabbrandbombe handelt.

Der Ansprechpartner erzählte mir, daß diese Teile in noch immenser Zahl im Erdreich stecken (dürften).

Grüße, Eric
Zuletzt geändert von EricZ am 10.10.2005 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
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max78

Beitrag von max78 » 10.10.2005 10:06

Danke auf diesen Post hab ich gewartet. Ich wollt mich gerade zu Wort melden nachdem ich das gelesen hab. Schon sehr fragwürdig etliche Tage darüber zu diskutieren ob da Branbomben in der Straße (!) stecken oder nicht ohne zuständigen Stellen Bescheid zu geben. Vor allem da hier ja alle Wissen wer diese Stellen sind und wie man die erreicht. Das die Stadt darüber Bescheid weiß entschuldigt da imho nichts.

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EricZ
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Beitrag von EricZ » 10.10.2005 10:13

Weitere Ergänzung: Von diesen Stabbrandbomben gehen laut KMRD grds. keine Gefahren aus; anders sieht es natürlich bei Phosphorbrandbomben und vor allem bei Sprengbomben aus.
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bfh

Beitrag von bfh » 10.10.2005 12:22

EricZ hat geschrieben:Moin Moin,

Wie kommt ihr auf die Geschichte mit Schrott statt Brandbomben?
Habt ihr überhaupt jemals eine Brandbombe in der Hand gehalten?

Ja, die erwähten Überreste befinden sich jetzt im örtlichen Heimatmuseum.

Die Teile sind wie erwähnt silbergrau und aus Leichtmetall. Am Ende ist ein kleines, kegelartiges Loch, wo einstmals der Zünder war.
Werde bei nächster Gelegenheit Fotos machen (lassen).

Das Teil auf den ersten Fotos sieht von der Farbe her einmal sehr rostbraun aus und außerdem wie Mutter mit Bolzen.

D.h. bedeuted natürlich nicht, daß nicht anderswo tatsächlich Stabbrandbomben senkrecht im Asphalt stecken können.


Viele Grüße
Günter

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