Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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Zwackelmann
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Beitrag von Zwackelmann » 10.11.2018 20:24

Hallo zusammen,

Mir fiel beim Nachmessen bei tim-online auf, dass die Trichter bei Merzbrück (s. erstes Bild im ersten Beitrag) einen oberen Durchmesser von 70 bis 80 Metern haben. Entweder sind es keine Bombentrichter, sondern evtl. alte Pingen, oder es sind Bombentrichter, die durch Rekultivierung des Landes und Erosion derart verflacht wurden, dass sie heute sehr breite und sehr flache Mulden darstellen. Im Anhang ein neuer Kartenausschnitt der genannten Gegend mit bemaßtem Trichter.

Die Trichter nahe des LVZ-West-Munitionsdepots M 8 Rheinbach(s. zweites Bild im ersten Beitrag) haben einen oberen Durchmesser von ~8 m und könnten so von 300 LB-Bomben stammen. Östlich des Depots sind noch weitaus mehr ähnlich großer TRichter zu erkennen.

Zuguterletzt habe ich im Wald bei Stolberg-Atsch nahe Aachen ein Exemplar mit 14 m oberem Durchmesser gefunden; es müsste mindestens von einer 1 t-Bombe stammen (letztes Bild).

Gruß, Thomas
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MikeG
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Beitrag von MikeG » 10.11.2018 22:34

Moin!

In der Sache tut es mir aufrichtig leid, aber rechtlich bleibt mir nichts anderes übrig, als diese Kartenausschnitte zu entfernen. Nicht, weil sie inhaltlich problematisch wären, sondern weil eine solche Veröffentlichung hier gegen die Nutzungsbedingungen des fraglichen Kartenservice und gegen geltendes Recht (UHG) verstößt. Eigentlich hätte ich gedacht, dass wir diese Problematik, die in der Vergangenheit durch genau solche unbedachten, unrechtmäßigen Aktionen von Usern für mich als Betreiber schon ziemlich kostspielig waren, bereits oft genug behandelt hätten ...

Mike

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Zwackelmann
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Beitrag von Zwackelmann » 30.11.2018 00:08

Tja, schade allerseits, aber wie dem auch sei.

Was die Trichter bei Merzbrück betrifft: sie sind auf einer topografischen Karte der Vorkriegszeit bereits verzeichnet, also definitiv keine Bombentrichter.

Insofern also 'Kommando zurück!'

Gruß, Thomas
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niemandsland
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Beitrag von niemandsland » 30.11.2018 06:52

Moin,

also ich persönlich halte von diesen Tabellen absolut nichts.

Weil es mehrere Faktoren gibt, die den Trichter beeinflussen können. Sowohl was die Tiefe, als auch den Durchmesser betrifft. Die Bodenbeschaffenheit ist hier sicher nur ein Faktor.

Der Füllstoff und der Zünder wären dann andere Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen.

Meistens lässt sich für einen Angriff über die Ladelisten ganz gut ermitteln, welche Art von Bomben über einem Gebiet abgeworfen wurden. Die kann man in UK und US an ein paar Orten finden. Im Ortschroniken lässt sich dann vielleicht ein Datum für einen Angriff herausfinden und dann etwas genauer belegen, was an Ort X abgeworfen wurde.

Das über Tabellen zu machen, ist meiner Meinung nach so, als wenn man das ganze auswürfelt.

Ich habe mir vor einigen Jahren mal die Mühe gemacht, und die Bombentrichter auf einem georeferenzierten Luftbild vermessen. Gut, ich konnte zur Tiefe nichts sagen, die Trichter hatten (obwohl die Bomben zum gleichen Bombenwurf gehörten) sehr unterschiedliche Trichter-Durchmesser. Wenn ich das PDF noch habe, bzw. wiederfinde, lade ich es hier mal hoch.

Aber wie gesagt... nur meine persönliche Meinung. Kann jeder für sich anders entscheiden. ;-)

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
Ich bin neu hier und möchte nur spielen...!?? :lightup:

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Der Landfranke
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Beitrag von Der Landfranke » 03.12.2018 21:05

Guten Abend.

Ich stimme dir zu, Guido. Was die Bodenbeschaffenheit betrifft, ist diese ja auch kein statischer Wert für eine bestimmte Stelle, sondern hängt von der Witterung ab und bezüglich der Bombe selber kommt noch hinzu, das sogar die Form der Sprengladung (zylindrisch, oder sphärisch) deren Kräfte richtet, sowie die Lage des Zünders (oder der Zünder) an der Ladung einen Einfluss auf den Kraftverlauf der Detonation hat. Ungeachtet dessen wurden identische Bombengehäuse im Kriegsverlauf auch mit unterschiedlichen Sprengstoffen befüllt, was den Informationswert dieser Tabellen weiter schmälert.

Tabellen bieten da für den Rückschluss von der Wirkung auf die explodierte Bombe keinen wirklichen Mehrwert. Anders sieht es in der anderen Richtung bei nicht explodierten Bomben aus. Da bieten Tabellen eine wertvolle Hilfe für die Planung des Evakuierungsbereiches bei der Entschärfung.

MfG
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Re: Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Beitrag von Zwackelmann » 28.12.2020 17:49

Hallo zusammen,

Ich habe die ursprünglich gesuchte Grafik gefunden, diejenige unter dem o.a. Link ist eine Nachzeichnung vom Original aus Kriegsflugzeuge. Ansprache, Erkennen, Bewaffnung, 1942 im Spohr-Verlag erschienen. Ich hänge sie unten an. Das entkräftet auch die hier gleichsam vom grünen Tisch aus geäußerten Zweifel an der Sinnhaftigkeit, denn wenn man mitten im Krieg - wo nur noch wirklich notwendige Druckerzeugnisse genehmigt wurden - Wert auf die Verbreitung solcher Informationen legte, hatte das seinen guten Grund. Aber seht selbst:
Kriegsflugzeuge-Bombentrichter sw.jpg
Gruß, Thomas!
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Re: Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Beitrag von Zwackelmann » 20.03.2021 10:11

Hallo zusammen,

Schaut man sich die Bombentrichter auf der Wahner Heide bei Köln im LIDAR-Scan an, erkennt man bei der Trichtergröße (Durchmesser) keine Unterschiede bei festem oder sumpfigem Grund. In letzterem sind sie lediglich wassergefüllt, wie gut zu erkennen ist. Ein Großteil hat etwas über 10 m Durchmesser, was für 600- bis 1100-lbs-Bomben spricht.

https://rheinland-reporter.de/bombenkra ... tbx-OoybA0

Gruß, Thomas
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Re: Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Beitrag von KölnerSondler » 19.04.2021 10:06

Hi

Sehr interessante Beitrage! Hat mir viele fragen beantwortet,
Hier 50.99127010123156, 7.058858299383987 - https://goo.gl/maps/H3Dxhqz1cDtUf2i96 ist der Wald voll davon. Ich konnte mir nie erklären. Obwohl hier nie Kampfhandlungen stattgefunden haben sollen.

DANKE!!

Gruß
Marco
Gruß
Marco

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