Comeback der Admiral Scheer

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
luking75
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Beitrag von luking75 » 02.10.2012 14:13

Hallo ,

seit langen kann ich auch mal wieder was schreiben.

Laut aussagen von meinem Opa der 2 stunden vor dem Angriff das Schiff verlassen hat, befinden sich da unten immer noch die Reste Der Admiral Scheer und auch die Überreste von gefallenen Soldaten.

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Red Baron
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Beitrag von Red Baron » 19.03.2014 10:53

Ich habe aus dem Jahre 1954 eine Karte über die "Enttrümmerung der DWK" entdeckt. In diese karte sind alle Gebäude eingezeichnet, die man abgetragen hat, alle Gebäude die erhalten sind und alle Schiffe!! die in den Hafenbecken zugeschüttet wurden. Dies betrifft also nicht nur die Scheer allein, sondern auch die Brummer, drei U-Boote, Schlepper und ein unbekanntes Schiff. Sobald ich die Enttrümmerungskarte gescannt habe, stelle ich sie ein. Wird Anfang April der Fall sein.

Gruss

Andreas

PS DWK=Deutsche Werke Kiel

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bettika
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Beitrag von bettika » 19.03.2014 13:31

Hallo Andreas,
an der Karte bin ich interessiert :-)
Nach meinem Kenntnisstand wurden ab Juli 1949 bei DWK und KMA (Kriegsmarinearsenal)
17 Gebäude, 3 Hellinge und 2 Trockendocks gesprengt.Bunker Konrad (Dock III) wurde 1950 gesprengt.
Nach Abschluss der Demontage im September 1950 blieben (z.T stark beschädigt) erhalten
DWK 39 Gebäude, 2 Trockendocks
KMA 20 Gebäude
Geplant war eine viel weitergehende Demontage
Am 5. November 1948 wurde der "Zerstörungsplan der Militärregierung für die Liquidierung des Ostufers" bekanntgegeben, mit dem die Ostuferindustrie außerstande gesetzt werden sollte, Kriegsgüter zu produzieren. (Grieser 1991a: 426)
Von Februar 1949 bis Mai 1950 wurden weitere Gebäude auf dem Werftengelände, Hallen, Hellinge, Gleisanlagen und Kaianlagen der ehemaligen Rüstungswerften zerstört, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie zunächst angekündigt. Im Zuge der britischen Entmilitarisierungsarbeiten wurden 2.800 m der Kaimauer durch Sprengungen vernichtet. Die noch vorhandenen Docks wurden unbrauchbar gemacht: Sie wurden mit Betonblöcken aufgefüllt und anschließend mit Sand zugeschwemmt (Jensen 1978: 122). http://www.gegenwind.info/stadtrundfahrt/demontage.html

Bei Kriegsende lagen im Bau- und Innnenhafen DWK lt. Wrackkarte Kiel von 1947 ca 25 Schiffe , davon 5 U-Boote, Art.Schulschiff Brummer lag im Dock II

Grüsse
Beate
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Beitrag von Red Baron » 22.04.2014 08:52

So, wie versprochen die Enttrümmerungskarte (Ausschnitt) vom Gelände der DWK aus dem Jahre 1954. Hier sind die eingespülten Fahrzeuge eingezeichnet. Zum Vergleich ein Ausschnitt aus einer Karte von 1921. Da beide Karten im DIN A0 vorliegen, kann ich aufgrund der Bild- und Dateigröße nur Ausschnitte wiedergeben.

Gruss

Andreas
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Beitrag von bettika » 24.04.2014 21:39

Hallo Andreas,
vielen Dank für das interessante Zeitdokument :thumbup:
Im Vergleich zur Wrackkarte 1947 (Dank an Bernd ) wurde doch die meisten Schiffen geräumt.
Die Frage stellt sich, inwieweit tatsächlich noch Überreste der in der Enttrümmerungskarte aufgezeichneten Schiffe im Untergrund verblieben sind. In dieser Stahlarmen Zeit wurde das meiste möglicherweise abgewrackt, wie auch an der Admiral Scheer zu sehen war.
Nach Übergabe von DWK und KMA an die Verwaltung der Oberfinanzdirektion wurden die erforderlichen Restarbeiten dokumentiert dazu gehörten u.a.

- Entwässerung des versumpften Geländes
- Verfüllung von Hellingen der DWK,
- Räumung der Hafensohle von Wrackteilen und sonstigen Hindernissen
[ BAKO Bestand B 126, Akte 5453 (19.1.1950) ]

Ein Schiff zumindest ist "entwischt" , der Schlepper Seefalke ;)
Während des zweiten Weltkrieges fuhr SEEFALKE unter der Flagge der Kriegsmarine und wurde Anfang 1945 während einer Bombardierung Kiels versenkt. Dadurch entging er der Beschlagnahme durch die Besatzungsmächte. Als das Hafenbecken,in dem das Wrack lag, mit Trümmerschutt zugeschüttet werden sollte, erlebte der SEEFALKE eine der unglaublichsten Geschichten seiner wirklich nicht ereignissarmen Karriere: Die eigene Reederei, die das Ausmaß der Beschädigungen vorher genau erkundet hatte,hob in einer Nacht das Schiff - buchstäblich unter den Augen der Militärpolizei -,verbrachte es in eine Bucht der Kieler Außenförde und versenkte es dort wieder. Nach der Aufhebung der alliierten Verbote wurde der SEEFALKE dann endgültig gehoben, repariert und 1950 wieder in Dienst gestellt http://www.modellbau-uwe.de/teil1-2.html
Grüsse
Beate
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Beitrag von bettika » 06.05.2014 20:40

Hallo,
zur Frage, ob die eingezeichneten Schiffe der Enttrümmerungskarte im Untergrund verblieben sind,
der Hinweis auf die "Axenfels", die im Torpedobootshafen eingezeichnet ist.
Auf der Seite der DDG Hansa http://www.ddghansa-shipsphotos.de/axenfels300.htm
steht, das das Schiff schon 1945 geborgen und Ende 1947 als Kriegsbeute nach Bremerhaven geschleppt wurde.

Grüsse
Beate
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Re: Comeback der Admiral Scheer

Beitrag von Cucoova » 26.06.2019 13:08

Es gibt ein Video von dem Youtuber und Autor Mark felton. Der hat ein Video über die Scheer auf seinem Kanal namens Mark felton productions gemacht. Das Video heißt The Buried Battleship!
Ich hoffe dieser Kommentar ist hilfreich :-)

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Re: Comeback der Admiral Scheer

Beitrag von MikeG » 27.06.2019 11:02

Hier der Einfacvhheit halber der Link:

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Re:

Beitrag von bettika » 29.06.2019 12:25

hollihh hat geschrieben:
24.08.2011 21:55
Moin,
....
Vielleicht gibt es ja in den Kieler Nachrichten im Archiv Hinweise.
Hallo,
Dieser Frage ist @longwood nachgegangen und fündig geworden :thumbup: in der Ausgabe 17.8.78
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/i ... 189.0.html #11 vom 26.4.13
Die „Scheer“ wurde nicht „begraben“


Vor Kriegsende zur Sprengung vorbereitet – Viele Teile gingen als Beute nach England
Die Berichte alter Kieler sind sehr widersprüchlich – Getrübte Erinnerungen

. .
Aus diesem Personenkreis war auch zu erfahren, dass sich weder Tote noch Munition, außer leichter Flak-Munition, in dem Schiffsrumpf befanden....

Auf Befehl der damaligen Besatzungsmacht wurde nach und nach alles, was über der Wasseroberfläche lag, durch Schweißerkolonnen abgewrackt. ..
. ...
Der „schlafende Riese“ wurde in den Jahren 1949 bis 1950 zum Torso, so dass nur noch etwa das Mittelschiff; ein ehemaliger Leiter einer Tauchergruppe ist sogar der Meinung, dass nur noch der Schiffsteil mit der Kommandobrücke, übrig blieb. 
Grüße
Beate
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