Unbekannte französische Bauten - Munitionslager?

Militärische Objekte und Anlagen ab 1945
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darkmind76
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Beitrag von darkmind76 » 11.12.2011 11:14

Mir ist aufgefallen, daß es kurz vor der Ausfahrt Rottweil noch einmal eine Behelfsausfahrt gibt. Vielleicht steht diese auch im Zusammenhang mit den Gebäuden/dem Gelände?

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 11.12.2011 11:56

... und es bleibt weiter die Frage nach der ursprünglichen Nutzung. Wozu diente die Anlage den Franzosen?

Mike

Gehirnpfirsich
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Beitrag von Gehirnpfirsich » 11.12.2011 13:47

die Behelfsausfahrt ist recht neu, die gibt es erst seit ein paar Jahren.

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Schneider-Huetter
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Beitrag von Schneider-Huetter » 11.12.2011 21:33

Ich habe den aktuellen Besitzer vor einigen Tagen per E-Mail angeschrieben und nachgefragt, ob er Informationen zur Geschichte des Hauptgebäudes hat - bisher keine Antwort...

Wahrscheinlich liegt es (verständlicherweise) nicht in seinem Interesse, dass das Gebäude bekannter wird :cry:

Grüße
Mathias

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eod
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Beitrag von eod » 22.12.2011 17:22

Moin,
frühere Nutzung als Munitionslagerstätte könnte hinkommen. Bei google fällt einem sofort die typische langezogene ellipsenförmigen Freifläche im Wald auf, wurde offensichtlich schon vor längerer Zeit rekultiviert. Bei französischen Lagern ging dies auch ganz zügig, da meistens für konventionelle Mun. nicht verbunkert wurde. Ansonsten Aufbau wie bei einem BW Lager nur eben mit grobbetonierter Bodenplatte und eckigen bzw. halbrundem Blechaufbau. Wie hier ersichtlich: Links auf dem Bild Weisswald/Tannheim/Villingen http://www.usarmygermany.com/Sont.htm?h ... de%201.htm
Auf dem Gelände des französisches Depot bei Zimmern gab es nur 2 Wellblech-Munitionsniederlagen, daher macht es durchaus Sinn eines weiteren Haupt-Munitionslagers welches sich meist in 5-10km Entfernung befand.

Des weiteren könnte das Lager in Villingendorf auch unmittelbar mit NLP A81/Rottweil-Oberndorf a.N. https://www.geschichtsspuren.de.....-nlp.html in Zusammenhang stehen! Auf solchen NLP war ja auch Betankung&Aufmuntionierung vorgesehen, ein Tanklager befand sich bei Zimmern. Und das Lager bei Villingendorf befand sich nur 4km von der A81 "Piste".

Das hier gezeigte "Haus" ohne Fenster ist neueren Baujahrs, der Stacheldraht für zivile Verwendung. Das Dach als druckabsobierende Leichtbauweise, der sogenannte Telefonanschluß sowie die Panzertüre weisen auf eine direktgeschaltete Alarmanlage, welche die staatlichen Vorgaben der SprengV bei Lagerung fordern.

Ich würde ganz einfach rumfragen, wann mal wieder ein Senioren-Nachmittag in V. stattfindet und dort mal explizit nachhaken ;) Sowas ist meist das effektivste, good luck^^
Beste Grüße,
eod

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Beitrag von Schneider-Huetter » 18.01.2013 10:07

Hallo zusammen,

ich konnte neulich Unterlagen im Kreisarchiv Rottweil sichten, aus denen eindeutig hervorgeht, dass das "Munitionslager Tannwald" (damit kann eigentlich nur obiges gemeint sein) bereits vor 1945 existierte. Es ist dort von "Munitionshäusern" die Rede, die von Betonpfeilern und Stacheldraht umgeben waren.

Leider gibt es aber kaum nützliche weitere Informationen, da es in den Berichten hauptsächlich um den Abbau eben dieser Pfeiler nach dem Krieg geht (die Franzosen wollten damit auf der Stettener Höhe ein Gefangenenlager einzäunen).

Eventuell wurde im Munitionslager Tannwald die Munition für die Flak-Kaserne in Zimmern ob Rottweil gelagert, das ist zum jetzigen Zeitpunkt aber mehr oder weniger Spekulation.

Ich gehe aber weiterhin davon aus, dass das heutige Hauptgebäude von den Franzosen stammt, da es (eindeutig) neueren Datums ist. Die "Nebengebäude", wie Trafohäschen etc., könnten allerdings durchaus noch "original" sein.


Ich bleibe dran!

Grüße
Mathias

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Beitrag von Schneider-Huetter » 15.02.2013 23:12

Hallo zusammen,

ich habe interessante Infos zum Munitionslager Tannwald von Friedrich Wein (absoluter LVZ-West-Spezialist) erhalten, die ich euch nicht vorenthalten möchte (wenn es auch nicht den "Kalten Krieg" betrifft):
Bei dem Lager "Tannwald" dürfte es sich um die Munitionsniederlage Rottweil a.N. der LVZ West handeln. Dort waren im Februar 1940 die Wache, die beiden 20-t-Häuser, das 10-t-Haus sowie das 2-t-Haus zu 80 % Prozent fertig. Der Straßenbau innerhalb des Lagers war bis auf die Schwarzdecke fertiggestellt. Südlich von Rottweil gab es bei Spaichingen noch eine weitere - gegenüber Rottweil größere - Munitionsniederlage.
Vermutlich handelt es sich bei dem von mir als "große Garage" bezeichneten Gebäude um eines der Munitionshäuser - der Rest wurde wohl beseitigt...

Grüße
Mathias

P.S. Die Munitionsniederlage Spaichingen habe ich gestern besucht und werde bei Gelegenheit ein paar Bilder posten.

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