Schirnau

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 23.11.2012 22:13

In Klein-Wittensee (vis-a-vis Groß-Wittensee?) sei ein "Seeflugplatz" o.ä. im WK2 gewesen.

Vielleicht wäre es relativ einfach gewesen, den Schirnau-Fluß zum "Schifffahrtskanal" aufzuweiten, um dann per (Klein-)Schiff die Kraftstoff-Versorgung zu betreiben?
Der Wittensee liegt relativ Bahn-fern. Und Kraftstoff gab es sicherlich ausreichend im Kieler Hafenbereich, d.h. auf dem Wasserweg?
gruß EP

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 23.11.2012 22:29

Ergänzende Frage an die Einheimischen dort: Sind die Wasserstände im NOK und im Wittensee identisch? Dann bräuchte man nicht einmal eine Schleuse.

Ein Kanalbau nur zum Abkippen von Aushubmassen halte ich für nicht ganz plausibel, denn es ist erst mal reichlich Aushub erforderlich. Und wenn der Aushub erst mal in einer Schute liegt, kann man ihn auch bis in die Kieler Förde oder in Rendsburg in Eider-Seitenarme fahren.
gruß EP

Benutzeravatar
Hatzihutza
Forenuser
Beiträge: 81
Registriert: 18.09.2011 21:41
Ort/Region: Kiel

Beitrag von Hatzihutza » 23.11.2012 22:39

Irgendwie sieht der Wittensee von der Form her etwas künstlich aus...?
Gruß von der Küste
Jan

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 23.11.2012 22:51

Ja, sehr rechteckig. Ist aber wohl eiszeitlich bedingt...
Bei gugel finden sich Isobathen-Karten vom See: Großteils etwa 10 m tief, in der Mitte 20 m - aber mit großen flachen Uferbereichen. Ist solch ein See überhaupt interessant für Militärs , z.B. zum Üben mit Ubooten, Pontons, Fähren,... ???. Oder hätte man das einfacher an der Ostsee haben können, ohne erst einen Kanal baggern zu müssen??
gruß EP

Benutzeravatar
Hatzihutza
Forenuser
Beiträge: 81
Registriert: 18.09.2011 21:41
Ort/Region: Kiel

Beitrag von Hatzihutza » 23.11.2012 23:51

Also zum Üben mit U-Booten halt ich ihn definitiv für zu klein und vor allem zu flach.
Gruß von der Küste
Jan

Björn
Forenuser
Beiträge: 735
Registriert: 11.03.2003 21:35
Ort/Region: Igling

Beitrag von Björn » 27.11.2012 11:49

Kurze Zwischenfrage:

das gesamte Gebiet auf der Rader Insel westlich der A7 sowie das gegenüberliegende Gelände am südlichen Ufer des NOK (zwischen der Kröger-Werft und der A7) sieht auch irgendwie „verdächtig“ aus.

Haben die evtl. ebenfalls eine interessante Vergangenheit?

Gruß
Björn

Benutzeravatar
Hatzihutza
Forenuser
Beiträge: 81
Registriert: 18.09.2011 21:41
Ort/Region: Kiel

Beitrag von Hatzihutza » 27.11.2012 12:05

Soweit ich weiss, sollen da zwei Flakstellungen gewesen sein, eine auf der Insel und die andere am südlichen Kanalufer, aber ob die nun da waren?
Gruß von der Küste
Jan

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1802
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 27.11.2012 21:41

Björn hat geschrieben:Kurze Zwischenfrage:
das gesamte Gebiet auf der Rader Insel westlich der A7 sowie das gegenüberliegende Gelände am südlichen Ufer des NOK (zwischen der Kröger-Werft und der A7) sieht auch irgendwie „verdächtig“ aus.
Haben die evtl. ebenfalls eine interessante Vergangenheit?
Gruß
Björn
Hallo Björn,
wenn Du Industriegeschichte meinst ;)
Ernst Joachim Fürsen und Klaus Schmidt: Die Rader Insel - gestern und heute (MCV 27)
http://www.canal-verein.de/inh.htm
(als download http://www.canal-verein.de/dow.htm )
im gleichen Heft auch was über die Kröger Werft
und hier post109276.html?highlight=rader insel109276

aber das militärisch interessante :mrgreen: zwischen Rader Insel und Hohenort waren die Entmagnetisierungsgruppe (E.M.G) und eine Entmagnetisierungsstelle (EM-Stelle), die nach Bombardierung der Dienststelle in Kiel Holtenau hierher umzog:

Die heutige Straße Hohenort gehörte damals zum militärischen Sperrgebiet. Hier am Eingang des Audorfer Sees arbeitete die EMG (Entmagnetisierungsgruppe).Auf dieser Forschungsstelle befasste man sich insbesondere mit neuen Verfahren zur Ermittlung der magnetischen Schiffsfelder als Abwehrmaßnahme gegen magnetisch sensible Minen.“…
Die Messstrecke selbst ragte als lange Dalbenreihe in den Audorfer See hinein….
Während die Marineschiffe eingemessen wurden, wohnten die Mannschaften in den Marinebaracken am Borgstedter Eiderufervor Hohenort….
Auf der Koppel oberhalb der Marine-Baracken standen daher drei Flakbatterien….
Die magnetische Vermessungsanlage arbeitete nach der Kapitulation weiter im Auftrage der Royal Navy im Rahmen der Minenräumung .“


Quelle: Heimatgemeinschaft Eckernförde (Jahrbuch 2007)
JOHANNES WITT Militärische Einrichtungen in und um Borgstedt

Grüsse
Beate
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1802
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 27.11.2012 21:45

Hatzihutza hat geschrieben:Soweit ich weiss, sollen da zwei Flakstellungen gewesen sein, eine auf der Insel und die andere am südlichen Kanalufer, aber ob die nun da waren?
Hallo Jan,
der Artikel von Johannes Witt enthält von Autor auf dem LUBI 1945 3 Markierungen für FLAK-Stellungen: oberhalb der Baracken Hohenort, nördlich Druckdock (heute WTD) sowie südlich Druckdock auf der Insel

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1802
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 27.11.2012 22:27

petzolde hat geschrieben:In Klein-Wittensee (vis-a-vis Groß-Wittensee?) sei ein "Seeflugplatz" o.ä. im WK2 gewesen.

Vielleicht wäre es relativ einfach gewesen, den Schirnau-Fluß zum "Schifffahrtskanal" aufzuweiten, um dann per (Klein-)Schiff die Kraftstoff-Versorgung zu betreiben?
Der Wittensee liegt relativ Bahn-fern. Und Kraftstoff gab es sicherlich ausreichend im Kieler Hafenbereich, d.h. auf dem Wasserweg?
gruß EP
Hallo Ekkehard,
die Treibstoffversorgung für den E-Hafen See erfolgte mittels Culemeyerwagen.

Der Aufwand für die Erstellung des Wittensekanals würde sich tasächlich nur lohnen, wenn wirklich grosse Mengen Boden dort abgekippt werden, wie beim Ausbau des KWK angefallen wären.
Der Flemhuder See wurde dazu für den Neubau des KWK verwendet und verlor einen Großteil seiner ursprünglichen Grösse.
Ohne weitere Quellen können wir nur spekulieren.

Das Gerücht vom "U-Boothafen" kann aus der Bedeutung der Rader Insel für die U-boote und damit verbundenen "Gerüchten" resultieren.

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Antworten