Bunker "Paul" Josef-Klantstraße in HH

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Deichgraf
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Bunker "Paul" Josef-Klantstraße in HH

Beitrag von Deichgraf » 28.06.2002 10:47

ist der Deckname für einen Bunker, der sich in der Josef-Klantstraße befinden soll. Heißt die Straße heute anders? Weiß jemand von Euch etwas über den Bunker?
Bis dann
Deichgraf

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klaushh
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Paul

Beitrag von klaushh » 28.06.2002 14:37

Moin, moin!
1. Heutiger Name der Straße ist Börnestr.
2. In welchem Zusammenhang taucht der Deckname und wo auf?
Antwort ggf. am 29.6.
3. Ich kenne viele details über den Bunker. Was interessiert dich denn?
Gruß
Klaus

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Deichgraf
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Beitrag von Deichgraf » 01.07.2002 10:09

Moin Klaus,
wie am 29.6. schon gesagt, taucht der Bunker neben anderen im Wichert auf, und zwar unter
"A.3 Alphabetisches Decknamenverzeichnis unterirdischer Bauten nach dem Stand vom 15. Januar 1945, ausgefertigt ....", wobei das unterirdisch wohl nur relativ gesehen werden muß, da auch Keller und Tunnel mit einbezogen sind.
Mich interessiert nun, ob und in wie weit der Bunker militärisch genutzt wurde und werden sollte, wobei militärisch in diesem Fall eine Verlagerung einer Fertigung militärischer Güter mit einschließt. Weißt Du da was?
In diesem Zusammenhang: genannte werden auch
Deckname Annemarie - Keller Hamburg Bergedorf
Alarich Bunker II Hamburg
Albrecht - Elbe II Hamburg (das macht ja nun gar keinen Sinn)
Biterolf - Bunker III Hamburg
Dietrisch - Kreuzbock Hamburg
Hein Bunker Hamburg
Colibri - Reichsstraßentunnel ( siehe Berichte geschichtsspuren.de )
usw.
Bis dann
Deichgraf

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klaushh
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Paul

Beitrag von klaushh » 02.07.2002 16:49

Moin!
Der Bau des Hochbunkers in der Josef-Klant-Str. (heute: Börnestr.) wurde am 4.11.40 vom Polizeipräsidenten in Auftrag gegeben, später stillgelegt und ab 11.9.41 fortgesetzt. Betonfertig am 28.6.43. Ab Dezember 43 sollte der Bunkergenutzt werden zur Einlagerung von Archivalien (die Umgebung war nach den Juli-August-Angriffen weitgehend menschenleer, so dass der Bunker anderweitig verwendet werden konnte).
Unter dem 15.11.44 ist dokumentiert, dass eine (oder mehrere?) Schießscharte zur Hälfte ausgestemmt sei. Wegen Treibstoffmangel (und aus anderen Gründen?) hat man aber auf die weiteren Arbeiten verzichtet.
Evtl. sind diese Arbeiten Ursache für den Namen "Paul".
Nach dem Kriege ist der Bunker wieder instandgesetzt worden.
Mir ist nicht bekannt,
1. wo diese Schießscharte sein sollte und
2. ob man noch heute Ausbesserungsarbeiten erkennen kann.

Alle Decknamen habe ich noch nie gehört.
Bei "Dietrisch - Kreuzbrook" könnte es sich um den Hochbunker in der Straße Kreuzbrook handeln.
Bei "Hein - Bunker" könnte es sich um den Hochbunker in der Heutigen (!) von-Hein-Str. handeln.
Aber, wie gesagt, das sind reine Vermutungen ohne jedes Hintergrundwissen.
Gruß
Klaus

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