Hilfskrankenhäuser in der DDR?

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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MikeG
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Hilfskrankenhäuser in der DDR?

Beitrag von MikeG » 18.10.2006 21:52

Moin!

Bekanntlich gab es im ehem. Westdeutschland (der „alten“ Bundesrepublik) bis 1997 eine größere Zahl baulich vorbereiteter Hilfskrankenhäuser.

Anscheinend gab es ähnliches auch in der DDR – zumindest lässt der „Leitfaden zur Einrichtung eines Hilfskrankenhauses chirurgischen Profils im Medizinischen Zivilverteidigungspraktikum“ dies vermuten. Ist evtl. jemandem bekannt, ob so etwas in der DDR tatsächlich auch realisiert wurde oder nur Planung blieb?

Mike

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 21.10.2006 22:11

Hallo!

Nochmal nachgefasst: In besagtem Leitfaden findet sich der folgende Hinweis auf die Art der ausgewählten Objekte:

Hilfskrankenhäuser werden in geeigneten Objekten (Schulen, Hotels, Wohnheimen, Ferienheimen und -lagern) untergebracht, die von ihrer baulichen Beschaffenheit her die Behandlung und Pflege einer größeren Anzahl von Patienten bei möglichst minimalem Aufwand an Kräften und Mitteln zulassen.

Als „Übungsbeispiel“ nennt das Werk das des Betriebsferienheim des VEB Kfz-Instandhaltung Jassen in Seebach.

Im Bestand, DH1 Plan-197 des Bundesarchivs findet sich wiederum u.a. folgendes: ... Großörner Lageplan mit Vermerk Neubau Poliklinik und Umbau Hilfskrankenhaus .... Dies bezieht sich allerdings auf die Zeit vor 1958 und könnte somit für meine eigentliche Frage eher zweitrangig sein. Zu dieser Zeit waren Hilfskrankenhäuser zur Abwehr von Seuchen (vor allem Tbc) in ganz Deutschland (West wie Ost) noch sehr verbreitet.

Zurück zum Thema: Wir reden von der Zeit nach 1960 bis zum Ende des Kalten Krieges. Es könnte also sein, daß Hilfskrankenhäuser in der DDR organisatorisch ähnlich strukturiert waren wie in Westdeutschland. Fraglich bleibt für mich, ob dies alles nur Planung war oder tatsächlich doch mehr. Gab es z.B. bereits Sanitätsmittellager für diese Zwecke? Oder evtl. sogar bauliche Vorbereitungen an den Objekten?

Mike

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Buddelflink
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Beitrag von Buddelflink » 22.10.2006 00:27

Also diverse Lager der Zivilverteidigung gab es definitiv. Ein kleines verbunkertes Lager lag übrigens westlich Lutherstadt Wittenberg- nahe Apollensdorf. 1990 war hier schon alles zerkloppt; Medikamente, Verbandmaterial ua. lagen weit verstreut umher.

Der Ausweichführungstelle des WKK (Luftlinie wenige hundert Meter entfernt) erging es übrigens genauso; wenn nicht noch schlimmer. Diese Anlage wurde ca. 1991/92 abgefackelt.

Andreas

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Beitrag von Buddelflink » 28.10.2006 20:05

Hi Mike,

nun ist es amtlicher als amtlich. Wie ich in den letzten Tagen erfahren durfte, gab es tatsächlich geplante Hilfskrankenhäuser in der DDR. In meiner ehemaligen Heimatstadt Lutherstadt Wittenberg waren gleich mehrere Anlagen in der Stadt selbst und im Umland bis ca. 15 km geplant. Die Daten der Ansprechpartner sende ich Dir.

Im Telefonbuch des Bezirkes Leipzig war die Zivilverteidigung übrigens schon auf Seite 2 vertreten- heute kennt wohl kaum jemand noch die Sirenensignale; damals allgegenwärtig. Sogar im Fereinlager gab es nachts Probe- Alarm durch die Sirene. Das waren noch Zeiten... :shocked:
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Beitrag von Christel » 29.10.2006 00:05

Hallo Andreas,

danke für die Sirenen-Signale. :thumbup: Die sehen in der Tat ganz anders aus als die im damaligen Westen benutzten Signale.

Gruß, Christel

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Beitrag von Buddelflink » 30.10.2006 13:27

Mh - schon wieder Neuigkeiten- der Bunker in Apollensdorf Nord wo früher Medikamente eingelagert wurden wird gerade bezugsfertig ausgebaut. Ein Herr T.H. hat auch schon eine Telefonleitung zum Bauwerk legen lassen.

Die andere Kiste nebenan wurde auch verkauft- nach Thüringen- soll aber wohl wieder abgestossen werden. Den Weg im Wald findet man leicht- anhand der Farbmarkierungen :)

Gruß, BF

PS: "Jaja- die THÜRINGER; denn Sie wußten nicht was Sie tun!"

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