Bunkeranlage bei Kürn/Bayern mit Mast?

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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Gast

Bunkeranlage bei Kürn/Bayern mit Mast?

Beitrag von Gast » 26.12.2003 19:23

Hallo,
bin neu in eurer Runde und möchte hauptsächlich eine Frage zu einem Bunker in meiner Nähe stellen.

Der Bunker steht bei Kürn, sehr nah an einer Bundesstrasse, ist nun frei zugänglich und besitzt einen Sendemasten. Ich hab mir die Anlage natürlich etwas genauer angesehen und fand nach einigen Drucktüren und verrotteten Dräger Luftfiltern eigentlich nur noch Reste einer Telefunken Anlage. Ein Rohrsystem mit deutscher Beschriftung scheint die Gassicherheit der Türen zu bestätigen. Es scheint noch einen Notausgang zu geben, der über eine Art Falltür nach aussen führt. Ein Dieselaggregat ist auch noch vorhanden, die Tanks dafür sind unter dem Bunker verbaut.

Die gesamte Anlage steht offen und der Mast wird im Moment von E-Plus und D1 für Handys benutzt.

Die Anlage besitzt noch einen Container, der zwischen den Wänden mit einem Kupfernetz meiner Meinung nach gegen E-Wellen geschützt ist - vielleicht wegen dem damalig auf dem Turm montierten Radar.

Mein Problem mit der Anlage ist eigentlich nur, dass ich einen großen Teil der Aussenanlage einfach nicht verstehe. Aussen befinden sich zwei beckartige Vertiefungen aus Stahlbeton mit einer Tiefen von etwa 4 Meter einer Breite von etwa 3 Metern und einer Länge von etwa 6 -7 Metern. Diese Becken sind mit Stahlbalken abgedeckt. Die Stahlbalken wiederum besitzen zwei Bügel und die Reste eines kleinen Fundaments scheinen (da für diesen Zweck eine wirklich günstiger Ort) von einem kleinen Kran zu stammen.

Kann mir irgendjemand vielleicht einen Tipp geben, wofür die leeren Becken sind? Leider ist nur eines der Becken Teilweise abgedeckt. Die Becken sind miteinander verbunden, nur ist das zweite nicht einsehbar.

Vielleicht weiß einer von euch über die Funktion (neben der Luftüberwachung) des Bunkers bescheid und kann mir auch sagen, was sich in den Becken befunden hat?

Bei meinem nächsten Besuch kann ich gerne auch Bilder schicken, falls einer so nett wäre mir beim rätseln zu helfen.

Vielen Dank,
DIrk

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 26.12.2003 20:09

Hi!

Ohne Fotos, so nur nach der Beschreibung, ist das ziemlich schwierig. ...

Mike

Gast

Beitrag von Gast » 26.12.2003 20:35

...dann werd ich wohl mal welche machen gehen...

patrick1

Beitrag von patrick1 » 27.12.2003 19:58

Hallo Dirk,

die Becken könnten Rückkühlbecken gewesen sein. Wenn man sendet entsteht eine Menge Wärme und diese muß aus dem Bauwerk raus. Wenn nun Verschlußzustand angesagt ist kann man nicht einfach mit Luft kühlen. Daher gab es oft sog. Wärmetauscher die die Wärme in Form von heißem Wasser nach außen führten und es dort mit einer Art Springbrunnen in die Becken verregnet haben. Dabei kühlte das Wasser ab und konnte erneut ins Bauwerk geführt werden.

Beste Grüße, Patrick

Mike L

Beitrag von Mike L » 28.12.2003 00:48

Hallo Dirk

ich wohn ganz in der Nähe von Kürn. Das Objekt das du besichtigt hast ist die ehemalige US-Communication Facility in Seibersdorf.
Die Station wurde unterhalten von der in Regensburg stationierten US-Einheiten. Ich vermute die Anlage steht auch im zusammenhang mit dem ehemaligem Camp Reed in Rötz und Camp May in Regen für die Grenzüberwachung im ostbayrischen Raum.

P.S. Die Station steht sogar in der Standortliste des Militarisierungsatlas unter Regensburg drin, allerdings mit Druckfehler wird dort als Seilersdorf bezeichnet.

Gast

Beitrag von Gast » 29.12.2003 16:45

Danke,

ich hab mich schon gewundert wieso ich das gute Stück nicht gefunden habe. Das mit den Kühlbecken ist, denke ich zumindest, absolt zutreffend. Die Becken sind zumindest von einzelenen Rohren durchsetzt, vielleicht wurden die Wärmetauscher auch schon abmontiert. Ich möchte mir nochmal das zweiten Becken ansehen, dazu muss ich da aber kurz runter oder eine Kamera runterwerfen (ich meine natürlich abseilen). Auf jeden Fall sind jetzt alle meine Fragen geklärt und sobla dich wieder gesund auf meinen Beinen stehe, werde ich mein möglichstes tun.

Vielen Dank für alle Antworten!

HW
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Beitrag von HW » 30.12.2003 01:45

Jetzt bin ich schon so oft über die neue B 16a nach Reichenbach und Waldersbach gefahren, also quasi an Seibersdorf vorbei, und da liegen so Schätze aus der Zeit des Kalten Krieges.
Die Stellung in Rötz ist mir bekannt. Die amerik. Soldaten sollen ja in der Kaserne in Cham untergebracht gewesen sein.
Die Örtlichkeit vom Camp may bei Regen kenne ich aber nicht. Ich weiß nur, dass in Regen eine amerik. Einheit war.
Der Ort Seibersdorf wurde im Militarisierungsatlas öfters, aber immer mit anderen Postleitzahlen aufgeführt, unter anderem auch südlich von Straubing oder bei Simbach.
Interessant wäre auch etwas mehr über Rötz zu wissen. Welchen Auftrag hatten die hier stationierten Einheiten.
Gleiches war ja in Waidhaus an der Grenze, das Camp Pitman war in Weiden.
Von einheimischen Augenzeugen weiß ich hier, dass die Amerikaner Tag und Nacht auf Anhöhen bei Waidhaus lagen und die Grenze und das Hinterland der CSSR beobachteten.

HW
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Beitrag von HW » 30.12.2003 01:54

Noch zu dem Container mit der Kupfertapete (Kupfernetz). Es muss nicht unbedingt sein, damit von Außen keine störenden Einflüsse nach Innen gelangen, es kann auch sein, dass von Innen nichts nach Außen dringen soll. Solche geschirmten Kabinen werden häufig in der Nachrichtentechnik eingesetzt.

Mike L

Beitrag von Mike L » 30.12.2003 10:57

Hallo HW,

im Camp Reed bei Rötz wurde unterhalten vom 3rd Squadron 2nd Amored Cavalry Regiment das in Amberg in den Ponds Barracks untergebracht war.
Im Lager selber befanden sich Unterkünfte, Fahrzeugunterstände, das Lager wurde am 1.Mai 1990 nach dem Fall des Eisernen Vohangs geschlossen und liegt seitdem brach. Camp Reed ist eins von sechs sogenannten Border Camps entlang der Grenzen zum Warschauer Pakts die der 2 ACR unterstellt war. Camp Harris (Coburg), Kingsley Barracks (Hof), Camp Pitman (Weiden), Camp Reed (Rötz), und Camp May (Regen).

Hier noch ein Link mit Bildern vom Camp Reed
http://groups.msn.com/dragoonbase/campreed.msnw

Gast

Beitrag von Gast » 31.12.2003 13:57

Das mit dem von Innen nach Aussen hab ich mir auch schon überlegt, ich rutsch da allerdings immer gerne auf die Probleme der heutige Zeit ab - meine Funktastatur sendet verschlüsselt, damit die Kiddys von neben an nicht alles mitbekommen was ich schreibe. Ich dachte allerdings das die Technologie zum abhören von e.mag. Signalen von z.B. Computern oder Monitoren damalig - die Anlage dürfte ja älter sein - noch nicht da war bzw. noch nicht ausgereift war.

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