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Festungspioniere und Luftschutzbauten

 
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klaushh
 


Anmeldungsdatum: 14.05.2002
Beiträge: 2537
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 26.12.2018 20:21
Titel: Festungspioniere und Luftschutzbauten
Untertitel: Bautätigkeiten in Hamburg
Antworten mit Zitat

Moin, moin!

Wer kann sachdienliche Hinweise geben zur Tätigkeit der Festungspioniere beim Bau von LS-Anlagen in Hamburg?

Es erscheint zwar kaum glaublich, dass während des Krieges Einheiten der Wehrmacht beim Bau von LS-Bauten tätig waren. In Hamburg waren sie jedenfalls am Bau von rund 20 LS-Bauwerken tätig.

Gruß
klaushh
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Zwackelmann
 


Anmeldungsdatum: 08.02.2017
Beiträge: 137
Wohnort oder Region: Aachen

Beitrag Verfasst am: 26.12.2018 21:37 Antworten mit Zitat

Moin Klaus,

In Foedrowitz' Buch Bunkerwelten ist auf Seite 50 ein Betonmischer mit der Aufschrift 'OKH InFest', also Inspektion der Festungen zu sehen. Dadurch ist die Beteiligung der Festungspioniere am LS-Bunkerbau in Hamburg schon einmal belegt.

Mit weihnachtlichem Gruß,
Thomas
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klaushh
 


Anmeldungsdatum: 14.05.2002
Beiträge: 2537
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 27.12.2018 11:27 Antworten mit Zitat

Moin, moin!

@Thomas
Vielen Dank für Deinen Hinweis. Das Foto war mir bekannt, ebenfalls die weiteren Ausführungen von Foedrowitz zum Thema in dem Buch.

@alle
In Hamburg sind mir mindestens 28 zivile LS-Bauten bekannt, die von den Festungspionieren ganz oder teilweise gebaut worden sind (von trümmersicheren Deckungsgräben für rund 65 Personen über splittersichere Röhrenschutzräume bis zum bombensicheren Tiefbunker für ca. 500 Personen).

Suchen "tue" ich vor allem Dokumente (wie Befehle, Richtlinien, Verträge usw.), die vermutlich in erster Linie seitens der Wehrmacht herausgegeben worden sein dürften.

Gruß
klaushh

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klaushh
 


Anmeldungsdatum: 14.05.2002
Beiträge: 2537
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 02.01.2019 17:34
Titel: Einsatz der Festungspioniere
Antworten mit Zitat

Moin, moin!

Einige Details zum Thema:

Aus einem Aktenvermerk der Bauverwaltung Hamburg, Amt für kriegswichtigen Einsatz vom 8.11.1941:

"... Zur Beschleunigung der Kellerausbauten -hierzu siehe auch Anweisung des Luftgaukommandos XI vom 28.10.41 <Schreiben liegt hier nicht vor> - sollen auf Wunsch des Polizeipräsidenten die noch im splittersicheren Bunkerbauprogramm arbeitenden Einheiten der Festungspioniere schnellstens herausgezogen werden. Diese Einheiten waren seinerzeit eigens nach Hamburg für Zwecke der Kellerausbauten gekommen, mußten aber teilweise, da die Vorarbeiten für den Kellerausbau einen vollen Einsatz nicht zuließen, im splittersicheren Bunkerbauprogramm angesetzt werden. Zur Zeit arbeiten insgesamt etwa 100 Mann noch an den beiden splittersicheren Bunkern:
Scheideweg...
Geibelstraße...
In der Besprechung vom 7.11.41 bat Herr Major Eckmann dringend, diese Einheiten doch baldmöglichst abzulösen und durch geeignete Firmen zu ersetzen....."


Die erwähnte Baustelle Scheideweg wurde mit drei anderen nahegelegenen Baustellen am 21.1.42 betonfertiggestellt (von diesen Baustellen liegen Fotoaufnahmen mit Datum 1942 und Meldungen über die Betonfertigstellung vor).

Die Baustelle Geibelstraße wurde am 27.11.41 von den Festungspionieren an eine Privatfirma zwecks Weiterbau übergeben.

Bisher sind keinerlei Meldungen aufgetaucht, bei welchen Kellerausbauten die Festungspioniere eingesetzt waren.
Bei 25 splittersicheren Schutzbauten ist bekannt, dass sie von den Pionieren begonnen und in den allermeisten Fällen auch betonfertiggestellt wurden.
Zwei bombensichere Bunker wurden ebenfalls von den Pionieren fertiggestellt, während ein dritter nach deren Abzug von einer dänischen (!) Firma fertiggebaut wurde.

Gruß
klaushh
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Zwackelmann
 


Anmeldungsdatum: 08.02.2017
Beiträge: 137
Wohnort oder Region: Aachen

Beitrag Verfasst am: 13.01.2019 16:14 Antworten mit Zitat

Hallo Klaus,

Hier https://www.geschichtsspuren.de/forum/was-ist-das-t12083.html gab es sogar schonmal ein Beispiel für einen nachweislich durch Festungspioniere erbauten LS-Raum.

Vielleicht hilft der Hinweis auf das Festungsbaubataillon 40 (hier 4. Kompanie, Baujahr 1941) weiter?

Gruß, Thomas
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klaushh
 


Anmeldungsdatum: 14.05.2002
Beiträge: 2537
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 16.01.2019 17:12 Antworten mit Zitat

Moin, moin!

@Zwackelmann
Danke für den (bereits bekannten) Hinweis.

@alle
Auf Grund vorhandener Belege und Listen waren die Festungs-Pioniere in Hamburg an 28 LS-Bauten beteiligt bzw. haben sie total durchgeführt. Wahrscheinlich ist diese Zahl endgültig.
Es handelt sich um:
2 Tiefbunker
1 Hochbunker
15 Röhrenschutzräume (vulgo Röhrenbunker)
2 Rundschutzbauten (vulgo Rundbunker)
8 Deckungsgräben

In den Unterlagen tauchen folgende Bezeichnungen der Einheiten auf (teilweise auch übergeordnete Stäbe!)

Festungspionierabschnitts - Gruppe II/2 (als Stempel am 13.1.42!)
Pionier-Baustab-Nord
Festungs-Pionier.Baustab Nord
Festungsabschnitt II

An einem Hochbunker hat sich die Einheit in einem Stein über dem Eingang verewigt: 4/F.B.B.40 1941, was wohl als 4. Kompanie Festungs-Bau-Bataillon 40 aus 1941 zu entschlüsseln ist.

Nach einem zeitgenössischem Papier von etwa Juni 1941 (ohne Kopf und ohne Unterschrift, Herkunft unbekannt) waren in Hamburg neben 4./Festungs-Bau-Bataillon 40 (Gesteinsbohrkompanie) eingestzt das Bau-Bataillon 94 (in Hannover 105 und in Bremen 109).

Im Lexikon der Wehrmacht habe ich keinen zeitlich (1940-42) und örtlich (Hamburg, Wehrkreis X) passenden Eintrag finden konnen.

Gruß
klaushh
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OWW
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2004
Beiträge: 572
Wohnort oder Region: Schleswig-Holstein

Beitrag Verfasst am: 16.01.2019 18:06 Antworten mit Zitat

Moin,
auf der Seite http://www.bunker-whv.de/bunke.....rbssz.html
findet man ein Foto aus Salzgitter, dass einen Hochbunker mit der Plakette "erbaut 1941, 2.F.B.B. 40" zeigt. Offenbar war das F.B.B. 40 im Norden recht aktiv.
Und was macht eine Gesteinsbohrkompanie im Norden beim LS-Bunker-Bau. Diese würde ich eher beim Stollenbau für den LS oder im Rahmen des Atlantikwalls verorten.
Hier finden sich folgende Einträge: https://open-data.bundesarchiv.de/ddb-bestand/DE-1958_RH_46.xml
"Im August 1943 wurden die Bautruppen als Baupioniere und die Oberbaustäbe größtenteils als Höhere Pionierführer in die Pionierwaffe übernommen. Besondere Aufgaben erfüllten Landungspioniere, Minensuch- und Minenräumeinheiten, Straßenbaubataillone sowie Landespionierregimenter und -bataillone aus älteren Jahrgängen, die im Reichsgebiet Brücken offen zu halten und nötigenfalls wiederherzustellen sowie Luftschutzanlagen auszubauen hatten."
und
"BArch RH 46/60"Altsignatur">H 54-0/8; Zg. Nr. II 50/63 Festungsbau-Bataillon (aus Bau-Bataillon) 40, 60, 61, 77"
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Zwackelmann
 


Anmeldungsdatum: 08.02.2017
Beiträge: 137
Wohnort oder Region: Aachen

Beitrag Verfasst am: 16.01.2019 19:49 Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Bitte vermischt nicht Baupioniere mit Festungspionieren. Letztere waren die Fachleute im Bau von Befestigungen, erstere dienten nur als Handlanger z. B. bei Erdarbeiten, der eigentlichen Bauarbeit und im Straßen- und Wegebau. Sie entstanden ursprünglich durch Übernahme von RAD-Abteilungen als Bautruppe in die Wehrmacht. Zu jedem Festungspionierbataillon (auch Festungsbaubataillon, je nach Zeitraum)gehörte eine Gesteinsbohrkompanie; z. B. hat sich eine Gesteinsbohrkompanie 77 an einem Bunker auf einer der Kanalinseln verewigt.

Das Kuriose hier ist ja das Auftreten der Festungspioniere im zivilen Luftschutzbau, was wahrscheinlich auf mangelnde Auslastung dieser Truppe zurückzuführen ist: Der Westwall und doe Landesbefestigung im Osten waren fertig bzw. außerhalb des politisch-militärischen Fokusses, an einen Atlantikwall dachte noch niemand. Der Bunkerbau im zivilen Luftschutz stellte 1940/41 das umfangreichste Betätigungsfeld für spezialisierte Festungsbauer dar.

Gruß, Thomas
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Zwackelmann
 


Anmeldungsdatum: 08.02.2017
Beiträge: 137
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Beitrag Verfasst am: 17.01.2019 08:50 Antworten mit Zitat

Moin,

Laut www.lexikon-der-wehrmacht.de/G.....derung.htm wurde die 4. / FBB 40 erst 1942 zur Gesteinsbohrkompanie. Vom Einsatz im Luftschutzbau ist dort aber keine Rede.

Gruß, Thomas
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