Hanomag -- die Werk-Luftschutzanlagen - eine Einführung

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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janne
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Beitrag von janne » 14.12.2010 12:16

Klasse Bericht und danke für die tollen deteillierten Einblicke!

Gruß,
Jan.

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niemandsland
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Beitrag von niemandsland » 15.12.2010 07:12

Nachtrag

Ich hatte gestern die mir bekannten CIOS Reports aufgeführt, und eine kleine Erklärung dazu vergessen. Sorry.

ZGS 8 ist ein Bestand im Hauptstaatsarchiv Hannover. Dort sind (was ich leider erst sehr viel später festgestellt habe) die meisten Reports zumindest als KOPIE vorhanden. Außerdem sind diverse Reports über die Technische Informationsbibliothek (TIB) der Uni Hannover verfügbar. Diese stehen im Haus 2 können aber in der Regel auch ins Haupthaus geliefert werden. Darüber kann man den einen oder anderen Report auch über die von mir kürzlich genannte Firma in den USA zu beziehen.

ER = Eval. Report, FR = Final Report, die 4-stellige Zahl ist die Jahrezahl (sofern bekannt) wo der Report erschienen ist.

Es gibt noch zwei Reports die ich bisher nicht kenne. Irgendwo soll auch noch Material lagern, das von den Amerikanern in der Verwaltung "eingesammelt", und in mehreren Boxen abtransportiert wurde. So jedenfalls ein Zeitzeuge, der inzwischen verstorben ist.
Auch im USSBS :: Hanover Final Report gibt es Hinweise darauf, das Aktenmaterial und Zeichnungen den Weg in die USA gefunden haben, wovon ich aber trotz zweijähriger Recherche bisher keinen Hinweis drauf gefunden habe.

Soweit noch mal ein paar kleine Infos.

Gruß aus Hannover,
Wolf

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Beitrag von niemandsland » 01.11.2011 13:12

MaSt.-Themen-Stammtisch: "Hanomag :: Wehrtechnik" - 18.11.2011 ab 19 Uhr

Der Buch-Autor von "Hanomag: Wehrtechnik" wird anwesend sein, und (Fach-) Fragen beantworten. Außerdem wird ein langjähriger Mitarbeiter (Bereich: "Konstruktion"/"Entwicklung") anwesend sein. Das Programm für den Abend wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Bei Interesse bitten wir um Voranmeldung, da an diesem Abend nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen (ca. 50) zur Verfügung steht.

Kein Eintritt; Kosten für Essen + Getränke müssen selbst getragen werden.

Für weitere Informationen/Anfahrtbeschreibung, usw..:

MaSt.-Stammtisch

Links

7. Buch der Hanomag-Edition – Wehrtechnik

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Nachtrag: Werkluftschutz bei der Hanomag

Beitrag von niemandsland » 08.07.2015 16:46

Nachtrag

In den vergangenen 4 Jahren konnte ich im Rahmen von weiteren Recherchen ein paar Einzelheiten in Erfahrung bringen, die zuvor nicht bekannt waren. Hier ein paar Einzelheiten über den Werkluftschutz bei der Hanomag. Im wesentlichen das Ergebnis nach rund 12 Jahren Recherchen.

Viel Spaß beim lesen.
Guido Janthor


Werkluftschutz der Hanomag

Die Hanomag verfügte über 70 Luftschutzmänner als Vollzeitkraft, und 150 gut ausgebildete Luftschutzkräfte insgesamt. Etwa 8 bis 10 Einsatztrupps, bestehend aus 15 bis 20 Personen waren immer Einsatzbereit.

Die Luftschutz-Befehlsstelle, sozusagen das LS-Hauptquartier, befand sich im Keller von Gebäude 13. Außerdem existierten zwei sogenannte Werksberichtstellen. Eine befand sich in Gebäude 4 und eine in Gebäude 11. In den Werksberichtstellen waren immer 8 Personen eingesetzt. 5 davon komplett ausgebildet in allen Bereichen des Luftschutzes.

Je Werk (Werk 1 und Werk 2, links und rechts der Hanomagstraße) waren je 4 Einsatztrupps zu je 15 Mann und ein Einsatzführer zugeordnet.

Neben ein Luftraumbeobachter auf einem Dach, existierten auf dem Werksgelände 13 Brandwachen, die mit je 2 Mann besetzt waren. Die Brandwachen waren so errichtet, das alle wichtigen Bereiche des Werks unter Beobachtung standen.

Im Herbst 1944 wurde mit dem Bau eines Luftschutzstollens begonnen, der in den Lindener Berg gesprengt wurde. Dieser war für die Arbeiter der Hanomag gedacht, und auch allgemein als "Rettungstunnel" bekannt. Bis zum Einmarsch der alliierten Truppen wurde an diesem Stollen gearbeitet. Der Stollen war für 18000 Menschen geplant. Zum Ende des Krieges waren 4 Eingangsstollen, sowie ein Verbindungsstollen fertig gestellt. Bis zum Kriegsende war eine Gesamtlänge von rund 180 m in den Berg gesprengt.

Tote im Werk

Im Frühjahr 1944 starben 20 Arbeiter in einem Luftschutzraum im Keller eines Gebäudes, das bei einem Luftangriff zerstört wurde. Im Januar 1945 starben noch einmal 15 Arbeiter auf dem Werksgelände, als nach einem Angriff und der bereits erfolgten Entwarnung, ein einzelnes Flugzeug noch mal Bomben abwarf.

Danach suchten viele Arbeiter die nahe gelegenen öffentlichen Luftschutzbunker (Deisterplatz, Tonstraße, usw.) auf, und kamen - in der Regel - nach der Entwarnung zurück an ihren Arbeitsplatz.

Außerdem starben bei Luftangriffen mehrere Brandwachen-Besatzungen , die auch noch während des Luftangriffs im Einsatz waren. Bereits nach den ersten Luftangriffen, wo es Tote gab, wurde diese Praxis geändert und auch die Brandwachen konnten die Luftschutzräume aufsuchen.

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niemandsland
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Beitrag von niemandsland » 27.01.2018 16:47

Etwas verspätet aber trotzdem soll auch das Jahr 2017 nicht ohne ein kleines "Leckerli" hier im Forum enden. Wie 2017? Was verpasst? Ja ich... ;-)

Leider habe ich einen Text, den ich mehrere Monate lang vorbereitet hatte, durch einen größeren Datenverlust (Trotz Backup-Strategie!) verloren. Gegen menschliche Blödheit ist leider kein Kraut gewachsen. ;-) Eigentlich sollte es auf rund 80 Seiten um Luftbilder, deren Entstehung und was man sonst so wissen muss, gehen. Da ich nicht noch einmal Monate schreiben wollte.. hab ich jetzt etwas improvisiert.

Ich habe den Text zur Hanomag (Werkluftschutz) etwas erweitert und neu die Kriegsproduktion hinzugefügt. Die Daten sind mehr oder weniger tabellarisch, da ich zum Teil auf eine (soweit ich weiß) bisher nicht veröffentlichte Arbeit zurückgegriffen habe. Auch Teile des USSBS mussten herhalten. Aber ich fand die Zahlen zu interessant, das ich nicht darauf verzichten wollte. Außerdem habe ich aus 4 Plänen und einem Luftbild einen neuen Plan erstellt. Diesen habe ich - soweit das in Erfahrung zu bringen war - mit ein paar Daten versehen. Der Plan enthält absichtlich 2 oder 3 kleine Fehler. Das ist meine Art des Kopierschutzes.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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