Gesucht: Hannover LSB Hildesheimer Straße 173 ?!

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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niemandsland
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Beitrag von niemandsland » 26.11.2010 05:31

redsea hat geschrieben: Du schreibst, dass Du mehreren Quellen die Anzahl von 58 entnommen hast. Mir erscheint das sehr wenig und ich habe mal grob überschlagen wie viele mir bekannt sind und das sind weit aus mehr und ich wage zu bezweifeln, dass ich jeden LSB in Hannover kenne. Interessant wäre nun zu wissen, auf welche Quellen sich Deine Quellen berufen. Führen sie alle auf die selbe Ursprungsquelle zurück und in dieser wurde eine falsche Anzahl genannt, dann ist es nicht verwunderlich, wenn sich nun in verschiedenen anderen (jüngeren) Quellen die gleiche falsche Anzahl findet. ;-)
Hallo Kai,

erstmal Danke für Deine Antwort.

Zu den 58 Objekten zählen "nur" die öffentlichen ("bombensicheren") Luftschutzbunker für die Zivilbevölkerung. Wenn ich zum Beispiel den Werkluftschutz, Bahn-LS, Objekte der Wehrmacht usw. mit dazu rechne, die als Bombensicher galten, dann werden das schnell ca. 80 und mehr.
Rechne ich noch Deckungsgräben, Stollen mit dazu komme ich auf eine weitaus größere Zahl. Wenn ich mich jetzt nicht total irre, dann liegt die Marke bei 139 Objekten aus sämtlichen Bereichen des Luftschutzes. Wie schon geschrieben: nur Bauwerke die als "bombensicher" galten, was auch immer man davon halten soll. :D

Zum Luftschutzort Hannover gehörten ab 1934/1935 auch die Luftschutzorte Misburg (bis 1974 eigenständig), Langenhagen (Stadt), und Vinnhorst (bis 1974). In den Städten vor Hannover gab es 11 Bunker. Diese waren Hannover angeschlossen und führten zu der magischen Zahl von 58 Bunkern die tatsächlich als öffentliche Luftschutzbunker gebaut wurden. Insgesamt geplant waren 64. Ich hab das schon mal hier im Thread genauer erklärt, ich lass das mal so stehen. Die Zahl 58 taucht in einigen Akten nach Kriegsende auf. Die Bestände aus dem Krieg vom Bauamt, was für Stadt Hannover in Sachen Bunker-Bau zuständig war, sind praktisch nicht mehr existent. Die waren in einem der beiden Seitenflügel des Neuen Rathauses untergebracht, und beide haben den Krieg nicht überstanden. Was noch da war, und an das Hauptstaatsarchiv abgegeben worden war, ist dort kurz nach Kriegsende in einem Feuer verbrannt. Es ist also schwierig, zumindest auf diese "URQUELLE" irgendetwas zurück zu führen.

In Hannover hat vor einigen Jahren die Polizei damit begonnen, auch Altakten in Sachen Luftschutz durchzusehen. Da der Polizeipräsident bis 1945 auch der Leiter des Luftschutzes war, findet man dort oft auch ein paar brauchbare Ansätze. Und eigentlich erfolgversprechender als die Aktenfunde. Ich gehe diesen Winter/Frühjahr 2011 wieder ins Stadtarchiv. Vielleicht hab ich dieses Mal ja mehr Glück. Ich würde mir wünschen, das wie in anderen Städten zum Beispiel irgendwo ein Schreiben an die Militärregierung die Zeit überstanden hat, worin die Luftschutzanlagen zum Kriegsende aufgelistet waren.

Ich besitze schon ein Fragment der beiden Reichsbehörden die entweder kurz nach dem Krieg eine Erfassung durchgeführt haben, oder aber sogar noch aus Altakten. Leider tut sich die Stadtverwaltung, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Feuerwehr etwas schwer in Sache Auskünfteerteilung.

Jetzt zurück zu Deinen Ausführungen... das Problem ist, das die Aktenbestände in Hannover zum Thema Luftschutz einige grössere Lücken aufweisen. Zum einen wurde offenbar nicht alles als "erhaltenswert" eingestuft, dann kommt hinzu das aus einigen interessanten Bereichen die Akten schlichtweg verbrannt sind. Ich gebe die Hoffnung ja nicht auf, das sich vielleicht in einer anderen Stadt oder im Bundesarchiv vielleicht noch was findet. Auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe, so muss es doch an ein, zwei weiteren Stellen Aktenbestände zum Luftschutz in Hannover gegeben haben.

In London gibt es wohl einen ganz interessanten Akten-Bestand aus Hannover, den ich aber bisher nicht einsehen konnte.

Leider fehlt auch schon wieder was aus Hannover. Nämlich der Aktenbestand der OFD & Finanzämter.

Nun, eigentlich faszinieren mich Akten. Weil neben Zeitzeugen halte ich die überlieferten Aktenbestände noch für die sichersten Quellen. Und oft kann man sich ja auch von Aktenzeichen zu Aktenzeichen hangeln. Aber in Sachen Luftschutz ist das echt schwierig. Wenn ich mir ansehe, was da für andere Städte überliefert wurde, dann deprimiert das auf Dauer doch ganz schön. :D

Zur Zahl "58" : zu finden in einigen Beständen. So in mindestens zwei Protokollen des Rates, im Bericht über den Krieg, einige Zeitungsartikel aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, und sicherlich ein paar Quellen, die ich gerade so aus dem Stand vergessen habe. Und natürlich CIOS Berichte und der US Stratic Bombing Survey aus dem Jahre 1947 nenen diese Zahl.

Aktuelle Zahlen sind leider nicht so prickelnd. Die Feuerwehr Hannover führte 1991 noch 38 öffentliche Schutzräume (- 1 nämlich die MZA Kröpcke), das Bauamt der Stadt Hannover hat 51 ehem. Luftschutzbunker in ihrer Datenbank und die BImA hat noch 40 bundeseigene Bunker in ihrem Bestand gelistet.

Naja.. GE hat ja jetzt einen möglichen Ansatzpunkt geliefert... vielleicht lässt sich über das Bauamt klären, was dort war. War es ein LS Bunker ist die "Suche" vorbei. War es keiner, geht es eben weiter.

Naja.. so langsam sollte auch mal mein Büchlein an dem ich schreibe fertig werden. *denk*

Gruß
Guido "Wolf" Janthor

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Beitrag von niemandsland » 26.11.2010 05:37

zero511 hat geschrieben:diese Seite
http://www.luftschutzbunker-hannover.de ... e=hannover
kennst du? Dort werden auch 58 zivile Bunker beschrieben.
...ich wollte gerade schreiben das mit die Seite irgendwie bekannt vor kommt, aber das wurde ja aufgeklärt. :D Nun, ich hab einfach sämtliche Einträge noch mal überprüft und dort war ein Bunker doppelt enthalten. Dank der Stadtpläne und Bücher/Aufsätze zum Thema alte Straßen, war es mir möglich sämtliche Objekte zu prüfen, und dabei stellte sich heraus das es eben nur 57 ÖLSB sind (ohne Bahn-, POST-LS und militärische Anlagen).

Ich bin gerade dabei die Seite gründlich zu überarbeiten, und da wäre natürlich auch die komplette Zahl der Bunker ein schönes Ergebnis. Auf jeden Fall wird sich da demnächst was tun. Glaub der nächste Update könnte interessant werden. :D

Trotzdem Danke für die Antwort.

Gruß,
Guido "Wolf" Janthor

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Re: Bunker in Hannover

Beitrag von niemandsland » 26.11.2010 05:55

bazooka hat geschrieben: mir ist nur aufgefallen, dass die Südstadt Hannover zwischen Maschsee im Westen und Eisenbahn im Osten sowie Marienstraße im Norden und dem Waldgebiet im Süden nicht ein Bunker verzeichnet ist (s.a. Anhang). Für so einen großen und zentralen Stadtteil ist das - auch im Vergleich zum Rest Hannovers - bemerkenswert...
Für die Südstadt ist mir bisher nur eine Rettungsstelle bekannt. In der Sallstraße / Ecke Misburger Damm (heute: Marienstraße) befand sich zu Kriegsende ein Bunker im Bau, der dann später abgerissen werden sollte. Geplant war ein Turm wohl nach Hamburger Vorbild mit 9 oder 13 Stockwerken. Aber wie gesagt.. der ist nicht fertig geworden.
Am ehem. Südbahnhof gab es noch ein Objekt der Bahn. Dann befand sich am Maschsee noch der Gaubefehlsstand der NSDAP, nebst Polizeistollen und ein öffentlicher Luftschutzbunker für 500 Personen. Einzige Haken an der Geschichte: der wurde erst 1944 fertiggestellt, und war wohl "nur" eine Reaktion auf die schweren Angriffe im Sommer/Herbst 1943. Bei dem schweren Luftangriff 1943 als es zu mehr als 1200 Toten kam, lag dies auch daran, das der Stadtteil Südstadt komplett umgepflügt wurde. Relativ exakt in dem Bereich, den Du oben beschrieben hast. Eine große Anzahl an Kriegstoten (siehe auch HA zwei Tage nach dem Angriff), wo wenn Du die Namen mit dem Adressbuch der Stadt abgleichst, sehr schnell die hohe Sterblichkeitsrate in eben diesem Stadtteil deutlich wird. So aus dem Kopf würde ich jetzt sagen rund 800 Personen sind in der Südstadt ums Leben gekommen.

Also auf den Punkt gebracht, die Südstadt hatte bis Kriegsende nur Keller und Deckungsgräben. Und war trotz sehr gut organisierter Rettungspläne der Stadtteil, der irgendwo die absolute "Arschkarte" gezogen hatte. Trotzdem kann man für Hannover zwei Personen besonders herausstellen: Prof. Karl Elkart, dem bestimmt 35000 Menschen ihr Leben zu verdanken haben, da er den LS-Bunkerbau forciert hat, und außerdem der Stadtkommandant Löhning, der seine Kräfte oft unbürokratisch nach Angriffen im Stadtgebiet eingesetzt hat. Hätte es gerade die militärischen Einheiten nicht gegeben, wären wahrscheinlich im Jahre 1943 deutlich mehr Menschen verstorben. Allein etwa 1000 Menschen die in der Altstadt vom Feuer eingeschlossen waren, verdanken diesen Einheiten ihr Leben. Sie wurden alle rechtzeitig aus den Schadensgebieten geführt. Allein bei einem Zwischenfall im TB Bergstraße bestand wohl eine gute Chance, das 600 Menschen ersticken. Es haben alle den Angriff überlebt.

Naja.. soll reichen..

Gruß
Guido "Wolf" Janthor

Nana
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Beitrag von Nana » 16.01.2018 11:34

Ich habe in den 50er Jahren mit anderen Kindern an der in Bild bezeichneten Stelle den Eingang zu einem Bunker entdeckt. Wir haben eine schmale Treppe und einen kleinen Vorraum freigelegt und darin gespielt.
Hinter der Günterstrasse war an der Stelle eine leichte Erhebung. Wie groß das Ganze war, kann ich aber nicht sagen.

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Beitrag von niemandsland » 16.01.2018 20:27

@ Nana

Danke für den Hinweis.

Bei der bezeichneten Stelle kann es sich - wegen der Zuständigkeit des Polizeireviers - nicht um den in der Liste aufgeführten Bunker handeln. Sprich der öLSB Hildesheimer Straße muss deutlich weiter in Richtung Aegi gelegen haben. Ich vermute unweit vom SV Elite stand. Oder das es sich um eine ungenaue Angabe handelt, und der nicht vollendete Bunker etwa zwischen Am Bokemahle und Lutherstraße (mehr in Richtung Sallstraße) gemeint ist, der zum Kriegsende nur begonnen war (ohne nähere Info) und dann abgebrochen wurde.

Ich bin in der ganzen Zeit hier bisher nicht weitergekommen.

Es freut einen aber immer von weiteren Bauwerken zu erfahren.

Auf jeden Fall Danke für den Hinweis.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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