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Schutz und Hilfe - kostenloses eBook zum Download

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Französisches Armeedepot Kenzingen mit zugehörigem Munitionslager Denzlingen

 
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thomasbreitenbacher
 


Anmeldungsdatum: 16.12.2006
Beiträge: 90
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Beitrag Verfasst am: 26.10.2015 19:34
Titel: Französisches Armeedepot Kenzingen mit zugehörigem Munitionslager Denzlingen
Untertitel: Südbaden (Landkreis Emmendingen)
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Hallo (oder dem Thema entsprechender) Salut !

In Südbaden gab es zahlreiche französische Depots und Munitionslager, auf deren Existenz heute bis auf wenige Ausnahmen (bspw. Offenburg-Waltersweier) fast nichts mehr hinweist.
Hierzu gehört auch das ehemalige Armeedepot 59 (Dépôt d’Armée 59, abgekürzt DA 59) Kenzingen.
Dieses befand sich südwestlich von Kenzingen im Waldstück „Wolfsgrubenschlag“ und ist auf Grund des eingezeichneten Wegeverlaufs auf den topographischen Karten 1:50.000 und vor allem 1:25.000 vom ehemaligen Umfang her noch sehr gut nachzuvollziehen. Mehr als diese Wege existieren nämlich nicht mehr. Das ehemalige Depot ist vollkommen abgegangen / abgerissen. Nur einige Lichtungen am Wegesrand im Wald, Beton- und Mörtelbrocken oder die eigentümliche Befestigung der Waldwege hier und da verraten dem aufmerksamen Spaziergängen, dass sich hier mal mehr als nur Wald befunden haben muss.
Gut erkennbar ist noch die geteerte Zufahrtsstraße, welche von der Landesstraße 105 Kenzingen – Forchheim/Riegel bei den Klausenhöfen zum Waldrand führt.
Am Waldrand, am Standort der mutmaßlichen Hauptzufahrt, weisen zwei größere Lichtungen auf den ehemaligen Wach-, Verwaltungs- und technischen Bereich hin.
Im Wald selbst sind noch mehrere Lichtungen an den Wegesrändern auszumachen, teilweise in einer Größe von 20 mal 20 Metern. Meiner Einschätzung nach befanden sich hier kleine gemauerte Lagerhallen, wie sie in Iffezheim, Spaichingen oder Weitersbach zu sehen sind (bzw. zu sehen waren).
Wie viele Lagerplätze es insgesamt gab, kann ich heute nicht sagen, da mir bei einem ersten Besuch nicht die Zeit blieb, das ehem. Depotgelände in seinem gesamten Umfang abzulaufen (ein Fahrrad bietet sich hierfür an).
In der Gemeinde Kenzingen selbst befand sich der (kleine) Kasernenbereich der Depot-Garnison. Auch dieser ist vollständig abgegangen; er befand sich auf dem Gelände, auf welchem sich heute das THW befindet. Die Wohnsiedlung für die Angehörigen befand sich südlich davon (in der heute noch so genannten „Franzosenstraße“).
Zur Geschichte des Depots: Erbaut wurde es 1950 und vermutlich am 01.04.1951 in Betrieb genommen. Betrieben wurde das Depot vom 01.04.1951 bis zum 31.08.1978 von der 730ème Compagnie Munitions. Ab dem 01.07.1985 wurde es von der 4ème Compagnie des zu diesem Datum aufgestellten 2ème Régiment du Matériel aus Freiburg i.Br. betrieben, bis zur Aufgabe der Depotfunktion ca. 1988. Welche Einheit für das Depot in der Zeit vom 01.09.1978 bis zum 30.06.1985 zuständig war, ist mir nicht bekannt (vielleicht ein Detachement der zum 01.09.1978 nach Stetten am kalten Markt verlegten und in diesem Rahmen reorganisierte Nachfolgeeinheit der 730ème Compagnie Munitions, der 730ème Groupement de Munitions, welche zum 30.06.1985 aufgelöst und im neu gebildeten 2ème Régiment du Matériel aufgegangen ist ?).
(Quellen: http://www.amicaleartificiers.fr und Wikipedia (2é Régiment du Matériel) sowie eigene Erkundungen)

Soweit zu Kenzingen. Das zugehörige Munitionslager Denzlingen folgt.

Viele Grüße / au revoir, Thomas


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thomasbreitenbacher
 


Anmeldungsdatum: 16.12.2006
Beiträge: 90
Wohnort oder Region: Stuttgart

Beitrag Verfasst am: 26.10.2015 19:39
Titel: Munitionslager Denzlingen
(Koordinate nur für registrierte Nutzer sichtbar)
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Und nun die Fortsetzung:

Dem Armee-Depot Kenzingen war als angegliedertes Lager (Centre rattaché) das Munitionslager Denzlingen, gelegen nordwestlich der Gemeinde Denzlingen im „Käferhölzle“ beim Hanswinkelhof, unterstellt.
Das Munitionslager hatte als Lagereinrichtungen die für französische Munitionslager typischen Wellblech-Lagerhütten auf Betonfundamenten. Insgesamt konnte ich noch 62 solcher Fundamente ausmachen. An zwei Stellen ist noch eine Hütte vollständig (diese allerdings doppelt so lang wie normalerweise üblich) bzw. in Resten erhalten. Auffällig, und in dieser Form von mir in keinem anderen vergleichbaren ehemaligen französischen Munitionslager bisher festgestellt: fünf dieser Lagerhütten in der südwestlichen Lagerecke waren nahezu rundum mit ca. drei Meter hohem Erdwall umgeben.
Die Zufahrt mit dem (mutmaßlich) ehemaligen Wach-/ Verwaltungs-/ technischen Bereich befand sich im Westen des Lagers und führte von / zur (alten) Bundesstraße 3.
Zur Geschichte: errichtet (wie nahezu alle vergleichbaren Munitionslager in Deutschland) im Jahr 1953. 1985 erklärte die französische Armee, das Lager nicht mehr zu benötigen und das Gelände wurde 1986 an den Bund zurückgegeben. Munitionslagerung fand vermutlich bereits seit 1982 nicht mehr statt. In Folge wurde das Gelände der kanadischen Armee übertragen, da deren Munitions-Lagerkapazitäten in Lahr den beabsichtigten Munitionslagermengen nicht mehr genügten. Die kanadische Armee plante hier die Errichtung eines modernen Munitionslagers mit dem Bau von erdüberdeckten Munitionslagerhäusern. Baubeginn sollte 1992 sein (Stand 1989). Hierzu ist es aus bekannten Gründen dann nicht mehr gekommen, das Gelände wurde 1991 endgültig freigegeben. Aus diesem Grund findet sich in den Freigabelisten das Lager als kanadisches Munitionslager, wenngleich es nie als solches betrieben worden ist (ähnliches galt im Übrigen für das ehemalige französische Munitionslager bei Freudenstadt / Baiersbronn).

(Quellen: http://www.amicaleartificiers.fr/; Drucksache 11/5923 des Deutschen Bundestags vom 30.11.1989 sowie eigene Erkundungen)

Als nächstes folgen ein paar Bilder aus Denzlingen sowie Musterbeispiele der von mir in Kenzingen vermuteten Lagerhallen.


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thomasbreitenbacher
 


Anmeldungsdatum: 16.12.2006
Beiträge: 90
Wohnort oder Region: Stuttgart

Beitrag Verfasst am: 26.10.2015 20:02
Titel: Frz. Armeedepot Kenzingen und Munitionslager Denzlingen; Bilder
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Hallo,

nachstehend einige Bilder aus Denzlingen sowie das einer Lagerhalle aus dem ehemaligen Armeedepot Iffezheim, wie ich sie auch in Kenzingen vermute.

Viele Grüße, Thomas.
 
Fundament einer ehemaligen Lagerhütte im Munitionslager Denzlingen (Datei: Fundament einer Lagerhütte in Denzlingen.jpg, Downloads: 42) Ehemalige Lagerhütte mit Erdwall im Munitionslager Denzlingen (Datei: Fundament einer Lagerhütte mit Erdwall in Denzlingen.jpg, Downloads: 48) Noch vorhandene Lagerhütte im Munitionslager Denzlingen (allerdings doppelt so lang wie der Norm entsprechend) (Datei: Lagerhütte Denzlingen (doppelt so lang wie der Norm entsprechend).jpg, Downloads: 51) Reste einer Norm-Lagerhütte im Munitionslager Denzlingen. (Datei: Rest einer Lagerhütte Denzlingen.jpg, Downloads: 55) Lagerhalle im ehemaligen Armeedepot Iffezheim. (Datei: Lagerhalle Iffezheim als Beispiel einer möglichen Lagerhalle in Kenzingen.jpg, Downloads: 53)
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thomasbreitenbacher
 


Anmeldungsdatum: 16.12.2006
Beiträge: 90
Wohnort oder Region: Stuttgart

Beitrag Verfasst am: 29.10.2015 18:50
Titel: Frz. Armeedepot Kenzingen; Ergänzung und Korrektur zu meinem ersten Beitrag
Untertitel: Sprengplatz Kenzingen
(Koordinate nur für registrierte Nutzer sichtbar)
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Hallo,

um das Bild des ehem. frz. Depots Kenzingen abzurunden: zu der Liegenschaft gehörte auch ein Sprengplatz, welcher sich nordwestlich des Depots (und außerhalb von diesem) an der Kreisstraße 5123 an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Rheinhausen befand. Dieser umfasste vier Hektar Fläche und ist nun als Solarfeld vorgesehen.

Auf diesem Sprengplatz fand bspw. unter Aufsicht der 730e Compagnie Munitions eine Pioniersprengvorführung für die (Bundeswehr-)Reservisten der Kreisgruppe Südlicher Oberrhein im Jahr 1977 statt (Quelle: "Aktiv aktuell" - Informationen der Landesgruppe Baden-Württemberg 07/77) (des Reservistenverbandes).


Korrigieren muss ich mich in Bezug auf meine Vermutung, dass die Lagergebäude in Kenzingen ähnlich wie Iffezheim, Weitersbach oder Spaichingen ausgesehen haben dürften.

Der Verweis auf Spaichingen war hier natürlich falsch, denn auch wenn Spaichingen ein Depot der französischen Armee war, stammten die dortigen Lagergebäude noch aus Wehrmachtszeiten.

Viele Grüße, Thomas.



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CyboTron
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Anmeldungsdatum: 25.10.2017
Beiträge: 1
Wohnort oder Region: LK Emmendingen

Beitrag Verfasst am: 26.10.2017 03:08
Titel: Mun Depot - Denzlingen/Wasser
Untertitel: Anmerkungen/Details/Erinnerungen
Antworten mit Zitat








Salut!

Als Bürger einer Gemeinde des Landkreis Emmendingen hatte das militärische Sperrgebiet im "Wassermer Wald" (zwischen Denzlingen und EM-Wasser) für meine Freunde (die Dorfjugend) und mich in jungen Jahren eine besondere Anziehungskraft.
Als die Einheiten abgezogen wurden und es sich rumgesprochen hatte, daß das Gelände unbewacht war, fiel uns an einer abgelegenen Stelle im Waldgebiet ein Loch im hohen (Nato-)Drahtzaun auf. Vermutlich sind hier schon andere Interessenten eingetreten (anno frühe 90er Jahre).

Was für ein toller Nervenkitzel/Abenteuerspielplatz für uns pupertäre Lümmel!
Von nun an verbrachten wir unzählige Tage in dem weitläufigen Gelände. Wir erkundeten das Gebiet systematisch. Faszinierend, die Natur hatte sich den Wald zurückgeholt oder er wurde von den imperialistischen Besatzern nicht gepflegt - es glich einem kleinen Urwald. Ganz anders zu den hiesigen aufgeräumten Wäldern waren große Teile verwuchert und verwachsen - gesäumt von schmalen Wegen und Trampelpfaden. Nebenbei erwähnt, ist es heute nur noch traurig anzusehen wie sich ansässige Hobbyholzfäller mit jedem ertragreichen Stär an dem Waldstück vergangen haben und stets tun =(

In Abständen von 1-2 Hundert Metern befanden sich Meldepunkte - rote Telefon-/Meldehäuschen in denen teilweise noch die Apparate hingen. Nicht weit davon entfernt waren oftmals Erdwälle mit darin befindlichen Blechhütten sichtbar. In den Hütten konnte man vereinzelt noch leere Munitionskisten auffinden (siehe pic_3/4/5). Eine dieser Kisten transportierte ich (stolz wie Bolle) auf meinem Fahrradgepäckträger den langen Weg bis nach Hause. Die meisten übrig gebliebenen Mun-Kisten waren bereits durch die Vegetation zersetzt.

Die Unterbringung der Wachmannschaft befand sich ungefähr 350 m von der B3 entfernt (breiter Waldweg, pic_1/2) Dazu gehörten eine Baracke mit 4-5 (?) leeren Stuben für die Soldaten und 2 ebenfalls leeren größeren Räumen; ein langläufiges Zwingergebäude und ein kleines gemauertes Toilettenhäuschen mit 2 Kabinen.
Das betonierte Zwingergebäude war mit Holzlatten und Maschendraht in 6-8 (?) Einheiten unterteilt. Der Boden war mit reichlich Stroh ausgelegt. Man konnte sich gewiss sein: Hier waren bestimmt einige Wachhunde untergebracht die sehr unangenehm werden konnten.

Im Laufe der Zeit wurden diverse Umzäunungen durch authorisierte Kräfte entfernt und das Gelände wurde von Bürgern häufiger aufgesucht. Wir verbrachten viele Tage dort und konnten relativ ungestört Farb-/Signalwaffen-Spielszenarien ausprobieren. Ein Heidenspaß - der nach&nach durch vorbeikommende Wanderer, Forstwirte oder vermutlich politisch-radikal Gesinnte (Glatzentreffen) gestört wurde (die uns teilweise unsanft zu verscheuchen wußten).

*Heutzutage undenkbar
icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif icon_lol.gif
*Danke für diese wunderbare Zeit




Bilder Wald:
https://picload.org/view/drgcgdll/pic_1.png.html
https://picload.org/view/drgcgdli/pic_2.png.html

Bilder Kiste:
https://picload.org/view/drgcgdpa/pic_3.png.html
https://picload.org/view/drgcgdpl/pic_4.png.html
https://picload.org/view/drgcgarw/pic_5.png.html

Bsp. 106mm in action:




(?) Gedächtnisprotokoll













Freundliche Grüsse
xXxCybotron79xXx

 
 (Datei: pic_1.png, Downloads: 19)
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