Sauerstoffwerk Bremen-Huchting ?

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bettika
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Sauerstoffwerk Bremen-Huchting ?

Beitrag von bettika » 15.09.2017 14:58

Hallo,
ich stelle hier eine externe Anfrage eines anderen Forums ein.
http://www.forum-marinearchiv.de/smf/in ... n.html#new
....Mich beschäftigt schon lange die Frage: Was wurde im „Forschungsinstitut der Reichmarine“ (erbaut zwischen 1943 und 1945 in Bremen-Huchting, Obervielander Str. 32) geforscht? Die Bezeichnung stammt aus einer Festschrift der evangelischen St. Georgs Gemeinde, der zuvor ein Teil des Geländes gehörte. Im Staatsarchiv gab es wenige Dokumente, die sich vor allem auf die Nachnutzung nach dem Krieg beziehen. So hatte der Senat erwogen, in der Halle Industriestärke oder Schokolade produzieren zu lassen und entschied sich später für den Eisenhandel.

Durch Luftbildsichtung beim Kampfmittelräumdienst kann man erkennen, wann das Gebäude mit Anschluss an die Bremen – Thedinghauser Eisenbahnstrecke, gebaut wurde. Aus dem Bauaktenarchiv habe ich Planzeichnungen des Institutsgebäudes und der Personalbaracke entnommen. Es steht daran nichts über den genauen Verwendungszweck. Fundamente für ein Gasometer sind zu erkennen. Das Gebäude wurde nicht vor Kriegsende fertig und seiner eigentlichen Verwendung nicht zugeführt. Nach dem Krieg wurde das Firmengelände von Heinrich-August-Schulte -heute Thyssen-Krupp-Schulte- als Eisenrohmaterialhandel ausgebaut. Mit dem dortigen Betriebsleiter habe ich gesprochen. Er weiß, dass das Gebäude für Zwecke der Marine 1944 entstand, aber nicht wozu.

Trotz intensiver Recherche habe ich nicht viel Klärendes herausgefunden. Der Huchting – Chronist Andreas Fetchenhauer war eigens nach Freiburg zum Militärbundesarchiv gereist, fand dort aber nichts. Die von ihm interviewten Zeitzeugen sprachen von einer „Gasfabrik“ , dazu erschien ein WK-Artikel 2003. Aus Allem folgere ich, es könnte sich um eine Luftzerlegungsanlage zur Gewinnung von Sauerstoff im Zusammenhang mit dem für Bremen geplanten U-Boot Bau gehandelt haben, die absichtlich abseits der bombardierten Areale im ländlichen Huchting im letzten Kriegsjahr fertig gestellt werden sollte. Tatsächlich gab es am Industriehafen F ein von Bombardierung zerstörtes Sauerstoffwerk, welches an eine unauffällige Stelle verlegt werden sollte.

Aus einem Brief des Baubeauftragten des Reichsverteidigungskommissars Weser-Ems vom23.02.1945 erkenne ich, dass die Einsatzgruppe Hansa der OT die Rechnungen für den Bau übernehmen wollte. Von der Organisation Todt war eine Oberbauleitung WERNER involviert (wissen sie darüber etwas?).

Für jeden Hinweis, der mich voran bringt, bin ich dankbar und grüße erwartungsvoll.

Ute Boikat
die weiteren Informationen und Vermutungen im o.g. link

Sind Euch Informationen zum Bauprojekt in Huchting oder über das Sauerstoffwerk in Bremen am Industriehafen F bekannt?

Grüße
Beate
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 15.09.2017 16:54

Hallo Beate,

da müsste man mal hier nachsehen (kriegt man, wenn man mit dem damaligen Begriff Kriesgsmarine sucht):

Marine-Intendantur Kiel/Marineoberverwaltungsstab beim Marineoberkommando Ostsee
Abteilung Unterkunft und Liegenschaften
Standort Stralsund

Signatur: RM 131/460
Bd. 15 4. Febr. 1943 - 15. Okt. 1944

Enthält u.a.:
Marinelazarett;
Marinestandortverwaltung;
Marinebauamt;
SS-Barackenlager Grimmen.- Übergabeverhandlungen;
Versuchs- und Forschungsinstitut der Kriegsmarine;
Luftangriff am 6. Okt. 1944

Alte Signatur RM 31/3464 OFD Kiel / 349
Benutzungsort Freiburg

Die Suche nach Bremen-Huchting fördert auch noch folgende Signaturen zutage:

RL 3/4237
Theodor Klatte Bremen-Huchting.- Schriftverkehr mit der Firma Focke-Wulf über Zulieferungen für den Flugzeugbau Jan. 1940 - Jan. 1945

Alte Signatur 4376-1591 1486 539
Aufbewahrungsfristende 1975
Benutzungsort Freiburg

R 8121/399

Theodor Klatte, Abgas- und Triebwerkverkleidung, Bremen-Huchting und Weener/Ostfriesland
(1940) 1942-1945

Enthält u.a.:
Handelsregisterauszug vom 17. Aug. 1942
Bilanzen, 1940-1943
Firmengeschichtlicher Abriss, 1942
Katasterhandzeichnung Gemarkung Weener und Gemarkung Mittels- und Brokhuchting, 1943
Beschäftigung von 1200 Gefangenen, 1944
Alte Signatur 7360
Benutzungsort Berlin-Lichterfelde


MfG
Zf :holy:
Zuletzt geändert von zulufox am 15.09.2017 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
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bettika
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Beitrag von bettika » 15.09.2017 17:01

Hallo Jürgen,
danke für die Info !
Aus dem weiteren Text vermute ich die Bezeichnung "„Forschungsinstitut der Reichmarine“
die ja nur aus der Festschrift der Kirche stammt, als Fehlinfo oder "Tarnbezeichnung".
Die Planung "Sauerstoffwerk " für die Kriegmsarine/ IG Farben scheint in die richtige Richtung zu führen.

Grüße
Beate
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Beitrag von EPmuc » 15.09.2017 20:38

Zur Fa.Klatte hatten wir hier schon mal was:
https://www.geschichtsspuren.de/forum/r ... 20635.html
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

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Beitrag von bettika » 15.09.2017 22:04

Fa Klatte passt lagemässig nicht, die war woanders an der Str. "Huchtinger Bahnhof"
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