Bombenentschärfung 25.12.2016

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 25.12.2016 19:49

Nun ist die Entschärfung doch erfolgreich beendet. Die erste Eilmeldung kam 18.50 Uhr in RTL Aktuell.

Hier http://live.augsburger-allgemeine.de/Ev ... n_Augsburg einige interessante Bilder.

MfG
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Beitrag von EPmuc » 25.12.2016 19:56

bettika hat geschrieben:...Das Land Bayern "verzichtet" auf einen staatlichen Munitionsbeseitigungsdienst und hat die in fast allen Bundesländern "hoheitliche" Aufgabe an eine gewerbliche Firma,hier Fa. Tauber vergeben...
Das ist richtig. Aber nicht unbedingt etwas Neues.
Hier hat die Firma übrigens ihr Lager:
https://www.geschichtsspuren.de/forum/p ... tml#179789
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

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Beitrag von zulufox » 11.01.2017 20:01

So ganz nebenbei noch:

hier
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... _12621.jpg bin ich auf ein schönes Bilde einer HC 4000 kurz von der Beladung gestoßen. Die drei mechanischen Zünder an der Unterseite sind auf dem Bild deutlich zu erkennen.

MfG
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Beitrag von zulufox » 11.01.2017 22:54

zulufox hat geschrieben:Hallo Beate,

stimmt, inzwischen wurde es auf eine normale "Cookie" reduziert.

Ansonsten geistern mal wieder nette :tischbeiss: Aussagen durch das Netz:

"Bei der so genannten Bombennacht warfen britische und amerikanische Flugzeuge 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ab. Das historische Augsburg war ausgelöscht worden."

Historiker Ralf Anton Schäfer

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/i ... t-100.html

Ich möchte nur wissen, wo dieser Historiker die Information her hat, dass die USAAF in dieser Nacht auch beteiligt war (am 25. Februar 1944 griffen 196 B-17 der 1st Bomb Division die Flugzeugindustrie in Augsburg (Messerschmitt AG in Haunstetten) an.

Keine weiteren Kommentare.

MfG
Zf :holy:
Hallo Freunde,

zum Angriff der beiden Wellen der RAF habe ich inzwischen von Hans Grimminger, einem mir persönlich gut bekannten Ur-Augsburger und langjährigen Amateurhistoriker seine seit 1975 in den britischen Archiven ausgewertete Zusammenfassung der Beladungsangaben erhalten. Ich darf sie mit seiner Genehmigung hier einstellen:

In der 1. Welle bombardierten 3 x Mosquito + 245 x Lancaster; in der 2. Welle waren es 4 Mosquito + 177 Lancaster + 115 Halifax.

Insgesamt wurden abgeworfen:
2 x HC 8000
336 x HC 4000
125 x HC 2000
576 x MC 1000
102 x MC 500
20.118 x 30 lbs Inc. (30 Pfund schwere Brandbomben)
31.200 x 4 lbs Inc. (Flammstrahlbomben)
231.311 x 4 lbs Inc. (Stabbrandbomben)
499 x 250 Markierungsbomben.

Nach dem Angriff wurden 3 x HC 4000 und 1 HC 2000 als Blindgänger geborgen, so war die "Weihnachtsbombe" die Nr. 4 von den 4.000er.

Alle diese Angaben stammen aus dem Einsatzberichten des Bomber Command, der Groups und Squadrons aus dem Public Record Office (heute National Archives) in London und Kew. Da ist nichts abgeschrieben von anderen Autoren.
Die Abwurfzeiten waren 22:36 - 23:40 Uhr und nach Mitternacht von 00:55 - 01:40 Uhr. In den Akten waren keine Hinweise auf die Amerikaner, außer beim Nachmittags-Angriff auf die Messerschmitt-Werke.


Über den Einsatz der vom Anfangs genannten Historiker erwähnten Phosphorkanister (Bomb Smoke 100 lbs) gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Diese Kanister in der Größe 24x24x42 cm sollen von der RAF bereits seit 1942 nicht mehr zum Einsatz gebracht worden sein, da sie auch eine große Gefahr für die abwerfenden Bomber darstellten. Sie sollen an die USAAF abgegeben worden sein, die sich noch 1943 bei Tagesangriffen einsetzten. Andere Luftkriegsforscher geben an, sie seien von der RAF noch 1943 beim Angriff ab Peenemünde abgeworfen worden. Hierzu liegen mir allerdings keine Kenntnisse der britischen Dokumente vor.
Vielleicht kann ja Bunkerbob hierzu etwas sagen.

Soweit zu sehr unterschiedlichen Aussagen über eingesetzte Abwurfwaffen.

MfG
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Beitrag von g.aders » 12.01.2017 17:51

Liebe Forummitglieder,

nach ein Nachtrag zum sog. "Bombenzählen".
In all den Berichten, die die örtlichen Luftschutzleiter "nach oben" meldeten, finden sich verblüffend genaue Zahlen, z. B. für Köln am 4.7.43: 49 Minen, 814 Sprengbomben, 125 000 Stabbrandbomben, 4638 Flüssigkeitsbrandbomben.
Örtliche Hobbyhistoriker beten solche Zahlen kritiklos nach (sofern sie sich nicht die Mühe gemacht haben, US- und GB-Dokumente zu ermitteln.

Als ich mich vor rund 40 Jahren daran machte, mich mit der Geschichte Kölns im 2. WK zu befassen, fragte ich mich, wie sind die damals an solche Zahlen gekommen? Ich habe dazu ein paar uralte ehem. LS-Polizisten und "Jungs" von der damaligen HJ-Feuerwehr befragt.
Die Auskunft war verblüffend einfach: Nach jedem Angriff bekam die HJ-Jungs hektografierte Stadtplanskizzen des jeweiligen LS-Reviers in die Hand gedrückt und dann wurde nach Augenschein der festgestellten Schäden über den Daumen gepeilt: Viele abdeckte Dächer, eingestürzte Mauern = 1 Luftmine, Sprengbomben wurden nach Zahl der Trichter in Straßen, Höfen, Gartenanlagen und Zerstörungen an Gebäude "ermittelt" und mit entsprechenden farbigen Punkten in die Pläne eingetragen (die sind übrigens erhalten). Und da es immer gebrannt hatte, malten die Jungs fleissig zahllose Punkte für Brandbomben in die Pläne. Die Pläne wurden bei den Revieren gesammelt, an die LS-Abschnitte und schließlich an den örtlichen LS-Leiter weitergeben, der dann alle addieren ließ und an den Luftgau weitermeldete.

Allerdings - alliierte Angaben zu den Bombenlasten sagen nur aus, mit welchen Mengen und Typen die Flugzeuge beladen worden sind - und von denen fiel durchaus nicht alles über dem Zielgebiet ab - und dann ist noch der recht hohe Anteil an Blindgängern zu berichtigen.

Beste Grüße
Gebhard Aders

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