Mächtiger Sprengkrater im Wald nahe Schießstand LJV

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Deichgraf63
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Mächtiger Sprengkrater im Wald nahe Schießstand LJV

Beitrag von Deichgraf63 » 29.04.2013 16:49

Der Schießstand des LJV in Heede ist im Internet leicht auszumachen: Östlich Waldweg Hühnerhof. Wenige hundert Meter nordöstlich davon, mitten im Wald, gibt es einen mächtigen ovalen Krater, der inzwischen mit Bäumen zugewachsen ist.
Ich war lange am rätseln,wie da so ein Krater entstehen konnte: Erdfall?
In einer Gemeindechronik der Gemeinde Lutzhorn fand ich des Rätsels Lösung.
Die Engländer hatten hier am Ende des zweiten Weltkrieges große deutsche Mengen Munition zusammengesammelt. Die ganze Geschichte wurde dann einfach absichtlich in die Luft gejagt. Wegen der abgelegenen Lage dürfte nicht viel passiert sein.
Leider habe ich von dem Krater bisher kein Foto gemacht.

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zulufox
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Re: Mächtiger Sprengkrater im Wald nahe Schießstand LJV

Beitrag von zulufox » 29.04.2013 18:14

Deichgraf63 hat geschrieben:Wegen der abgelegenen Lage dürfte nicht viel passiert sein.
Da bin ich mir nicht so sicher: In bzw. auch neben der früheren Luftwaffen-Haupt-Munitionsanstalt 2/XII Münster haben die Amerikaner nach der Besetzung Munition haufenweise in die Luft gejagt. Seitdem wird der Bereich rund um die Sprengstellen in großem Umkreis entmunitioniert und man findet heute immer noch Überreste.

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Hier die Bilder dazu.

Beitrag von Deichgraf63 » 14.06.2013 18:35

Ich habe heute den Ort besucht. Es ist ein Areal mit mehreren Sprengkratern, die zusammenhängen. Geschätzte Länge etwa 130 Meter, Breite maximal etwa 60 Meter, heutige Tiefe noch gut 4 Meter. Da muss gut was hochgegangen sein, anbei ein paar Bilder.
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Re: Mächtiger Sprengkrater im Wald nahe Schießstand LJV

Beitrag von Bunkerbob » 25.11.2013 16:28

zulufox hat geschrieben: ...Munition haufenweise in die Luft gejagt. Seitdem wird der Bereich rund um die Sprengstellen in großem Umkreis entmunitioniert und man findet heute immer noch Überreste.
Genau da liegt das Problem: man kann - mit der notwendigen Sorgfalt und entsprechendem Aufwand - Munition so sprengen, dass sie komplett vernichtet wird. Aufgrund der Erfahrungen, die man heute nach 60 Jahren um jede Sprengstelle herum noch macht, gibt man sich heute bei Sprengungen auch die Mühe.
Aber nach Kriegsende ging es darum, die zig tausende Tonnen noch vorhandener Munition möglichst schnell unbrauchbar zu machen - durch Sprengungen. Dabei wurde dann alles auf einen Haufen gestapelt, unten eine Bombe rein und dann "in die Luft gejagt", was wörtlich zu nehmen ist: das meiste wurde mehr oder weniger stark verformt (damit konnte wirklich kein renitenter Deutscher mehr schießen) um die Sprengstelle herum verteilt, wir gehen bei jeder Sprengstelle von einem Radius (= Flugweite) von mindestens 500 Metern aus. Das ist dann eine Fläche von 80 Hektar! Und wir haben Beispiele von ganz heftigen Sprengstellen (mehrere Sprengkrater) mit nachweislich 1.000 Metern Flugweite (über 300 ha!), ich selber habe schon 1.400 Meter entfernt von der Sprengstelle Gremmelin Granaten gefunden.

Und ab und zu finden wir klassische Sprengtrichter (Krater mit Auswurf wie aus dem Bilderbuch), da ist nicht ein Fitzelchen Munition oder Splitter zu finden. Und nachdem man auf alle möglichen komischen Gedanken kommt ("Meteoriteneinschlag" o.ä.) ist die Erklärung profan: wenn man in der Nähe der Muna Slate, in der V1 gelagert wurden, einen Gefechtskopf einer V1 (ca. 1 Tonne Sprengstoff) sprengt, machte der ein ganz schönes Loch - aber es bleibt eben keine verstreute Munition übrig...

Gruß
Robert

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Beitrag von zulufox » 25.11.2013 18:27

Hallo Bunkerbob,

ich habe immer gedacht, Slate sei eine Heeres-Muna gewesen.

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Sorry

Beitrag von Bunkerbob » 25.11.2013 22:25

Sollte natürlich heißen "V2" :oops:
Ich hatte irgendwie die Bilder von Tramm im Hinterkopf...
Wobei - um ganz korrekt zu bleiben - die V1 um die 850 kg Explosivstoff hatte, die V2 "nur" 750 kg, beide also unter "ca. 1 Tonne".
Aber die Löcher sind trotzdem beeindruckend!
Robert

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Beitrag von zulufox » 25.11.2013 23:11

Hallo,

aber diese Sprengstelle nicht weit nordwestlich von Slate ist auch beeindruckend. Als ich 1995 das erste Mal dort war, da lagen in dem Loch noch die Drahtwicklungen der Pressluftkugeln.

MfG
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