Materialfluss (Logistik) in der Rüstung: Verkehrsobjekte und -wege (Schiene, Wasser, Land)

Rüstungsindustrie, Waffen- und Munitionsproduktion, Munitionsanstalten, Tanklager, Depots, U-Verlagerungen etc.
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bettika
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Re: Materialfluss (Logistik) in der Rüstung: Verkehrsobjekte

Beitrag von bettika » 28.12.2010 23:34

Heh, interessant - Danke für die Info! Ich gehe mal davon das diese Infrastruktur zwingend notwendig sein muss und mind. das dann auch in der beschriebenen Form auch vorhanden war?

Hier ein mögliches Beispiel:
http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF ... 5&t=h&z=15
Hallo Büttner,
zu Deinem Beispiel kann ich leider nichts erwidern, da ich den Hintergrund nicht kenne,.
mein Hinweis mit den notwendigen Verkehrsanbindungen der Lufttanklagern ist ein Beipiel für die Anforderung der Verkehrsanbindung zwischen Produktion und Lagerung der Rüstungsgüter bei der Luftwaffe. Für die Luftwaffe auch nur ein (wenn auch wichtiger) Teil Ihrer Versorgungseinrichtungen. (s.Anlage).
Das Thema heißt ja "Logistik in der Rüstung. Verkehrsobjekte" es folgen hoffentlich noch weitere Beispiele.
Zur Erläuterung und in Ergänzung von meinem und
Roxels Beitrag, (der offenbar auch ein Anhänger von Prof.Preuss ist)
die zugehörige Skizze zu Standardplanung der Luftanklager, in der die innere Erschliessung erkennbar ist.
Die Skizze basiert auf der bereits genannten Quelle[BA-BLi WF 02/7002] entnommen aus einem Gutachten von Prof.Preuss für das Umweltbundesamt (UBA 49-02).
Grüsse
Bettika ;)
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Büttner
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Beitrag von Büttner » 29.12.2010 16:00

Wie muss ich mir eigentlich so einen 750 m³ Behälter eines LTL vorstellen?

Dank an euch beiden!

matthias45
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Beitrag von matthias45 » 29.12.2010 17:11

Das in LTL Bremen-Farge müsste noch aktiv sein.
In einer Spiegel-TV Doku ( Das unterirdische Reich) waren davon mal Auschnitte zu sehen.

Direkt speichern ging nicht, nur vom Bildschirm abfotografieren.

Aber vielleicht kannst Du Dir anhand der Bilder eine Vorstellung über die Größe machen.

@Admin.
Ich hoffe das ist okay mit den Fotos.
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roxel

Beitrag von roxel » 29.12.2010 17:21

@ Büttner:

Professor Preuß führt dazu an:

Die Lagertanks waren in der Regel gekuppelte Zylinderbehälter von 22,0 m Länge und 7,0 m Durchmesser. Je nach Geländebeschaffenheit wurden auch Sonderkonstruktionen, z.B. mit 3 - 5 m hohen, stehenden Behältern eingebaut. Die Behälter waren in jedem Falle als Unterflurtanks konstruiert, so daß der Zulauf des Treibstoffes aus den Kesselwagen mit natürlichem Rohrgefälle erfolgen konnte.

[Quelle: DER REICHSMINISTER DER LUFTFAHRT UND OBERBEFEHLSHABER DER LUFTWAFFE - AMTSGRUPPE BAU(19.10.1939): Schreiben (Az. 63 h 36 LTL LD 7 III B Nr. 13396/39 g.) betreffend Richtlinien für die Planung von Lufttanklagern (mit Anlage: Richtlinien für die Errichtung von Lufttanklagern). (BA-BLi WF 02/7002)]

Die o.a. Quelle nennt drei verschiedene Formen:
- LTL mit stehenden Treibstoffbehältern
- LTL mit liegenden, gekuppelten Treibstoffbehältern (Variante I)
- LTL mit liegenden, gekuppelten Treibstoffbehältern (Variante II)


Gruß
Michael

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Beitrag von zulufox » 29.12.2010 18:39

matthias45 hat geschrieben:Das in LTL Bremen-Farge müsste noch aktiv sein.
So viele Lufttanklager gab es 1935 - 1945 garnicht. Und ein LTL Farge ist da nicht dabeigewesen.

Die schon zitierte Karte der Bodenorganisation Lfl. Reich - Versorgungseinrichtungen - Stand 15.2.45
verzeichnet genau 12 dieses Typs:
LTL 2/III Annaburg
LTL 1/VI Berka
LTL 1/VI Dülmen
LTL 2/VI Preußisch-Oldendorf
LTL 1/VII Weissenhorn
LTL 7/VII Außenstelle Bürgstadt
LTL 3/XI Loccum im Bau
LTL 4/XI Büchen
LTL 1/XII Lager A Obernburg
LTL 1/XII Lager B Langenselbold
LTL 1/XII Lager C Villingen
LTL 1/XIII Ebenhausen

MfG
Zf :holy:

P.S.: Beim LTL Büchen sieht man sogar heute noch auf GE, dass sie die Anweisung genau befolgt haben :-)
Demosthenes (384 - 322 v. Chr. Athen)
"Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr."

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Re: Materialfluss (Logistik) in der Rüstung: Verkehrsobjekte

Beitrag von zulufox » 29.12.2010 18:49

Büttner hat geschrieben: Heh, interessant - Danke für die Info! Ich gehe mal davon das diese Infrastruktur zwingend notwendig sein muss und mind. das dann auch in der beschriebenen Form auch vorhanden war?

Hier ein mögliches Beispiel:
Um Büttners Frage zu beantworten, da müsste mal jemand im Luftwaffenatlas Luftgaukommando 1 (BA/MA RL 6/1) nachschauen, ob da bei Löwenhagen so etwas eingezeichnet ist.

In der Karte Stand 15.2.45 sind jedenfalls im ganzen Ostpreußen keine Einträge mehr.

MfG
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Beitrag von bettika » 29.12.2010 19:19

zulufoxP.S.: Beim LTL Büchen sieht man sogar heute noch auf GE, dass sie die Anweisung genau befolgt haben :-)
Hallo ,
noch besser noch im Luftbild 1945 aus dem schon öfter zitierten
Gutachten Prof.Preuß UBA 49-02,
gut zu erkennen auch die Verkehrsanbindung
Wasser: am Elbe-Lübeck Kanal,
Schiene: Bahnhof Büchen,
ob die Autobahn von Belang war, kann ich nicht sagen
@zulofox.
sind die anderen LTL nicht mehr so gut erkennbar bzw. sind sie überbaut?
Grüsse
Bettika
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Beitrag von petzolde » 29.12.2010 20:17

Gekuppelte Behälter = kommunizierende Behälter? Wie viele Behälter waren denn gekuppelt?
Im Falle einer Leckage würde dann das ganze System leerlaufen.
Wie haben sich denn die Schäden durch Bombardierungen dieser Tanklager dargestellt?
gruß EP

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Beitrag von klaushh » 29.12.2010 20:56

Moin, moin!

@bettika (Beitrag von heute 19:19)

Du schreibst: "....ob die Autobahn von Belang war, kann ich nicht sagen ....".
Wenn das LTL Büchen während des Krieges gebaut wurde, kann eine Autobahn eigentlich keine Rolle gespielt haben, da es sich hier nur umdie Autobahn Hamburg - Berlin handeln kann. Und deren Bau wurde mit Kriegsbeginn eingestellt und erst Jahrzehnte nach dem Kriege weitergebaut und fertiggestellt.
Selbst wenn das LTL schon vor dem Krieg gebaut worden ist, wäre die damls geplante und im Bau befindliche Autobahn doch ein ganzes Stück von dem LTL entfernt gewesen. Oder hätte man noch eine besondere Anbindung an die Autobahn bauen wollen?

Bemerkenswert für das LTL Büchen finde ich, dass es doch in recht großer Entfernnung von Flugplätzen u.ä. Anlagen und auch von Raffinerien gebaut wurde. Es ist also ein "sicherer Lagerort" weit entfernt vom Schuß gewesen, der im besonderen Maße auf ein funktionierendes Transportsystem angewiesen ist.
Wie die Lage bei den anderen LTL aussah, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß
klaushh
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

matthias45
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Beitrag von matthias45 » 29.12.2010 21:51

zulufox hat geschrieben: So viele Lufttanklager gab es 1935 - 1945 garnicht. Und ein LTL Farge ist da nicht dabeigewesen.
Sorry, mein Fehler. Wifo-Tanklager Bremen-Farge, Tarnname „Wasserberg“.

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