Flugzeugbau im Hamburger Hafen

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Truppenübungsplatz und Flüchtlingslager Oksböl - gestern, heute und morgen

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Schutz und Hilfe - kostenloses eBook zum Download

schutz und hilfe200"Schutz und Hilfe - Die Geschichte der Entwicklung des Schutzes der Bevölkerung in Deutschland bei Katastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen von 1871 - 1945" heisst unser neues eBook. Godeke Klinge, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema befasst, selbst schon ebenso lange beim THW tätig ist, am Aufbau des leider nicht mehr existierenden Bevölkerungsschutz-Museums in Hamburg beteiligt war und vielen aus unserem Forum nicht unbekannt sein dürfte, hat sein fundiertes Wissen und seine Recherchergebnisse über diese Ära des Bevölkerungsschutzes auf 190 Seiten nidergeschrieben und uns freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ab heute stellen wir es kostenlos als eBook im PDF-Format zum Herunterladen bereit.

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Nachrichtenmittelversuchsanstalt Pelzerhaken

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ostsee1234
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Anmeldungsdatum: 10.01.2018
Beiträge: 2
Wohnort oder Region: Ostholstein

Beitrag Verfasst am: 12.01.2018 14:22
Titel: Bunker Neustadt-Pelzerhaken
Antworten mit Zitat

v.s. hat folgendes geschrieben:
Hallo aus Norddeutschland !

Mein Name ist Volker Schütt, ich bin Baujahr 1958 und ein eifriger Mitleser dieses Forums.
Das Thema NVA Pelzerhaken betrifft mich persönlich.Mein Opa war Besitzer eines Kiosk am Strand und ich habe dort als Kind oft meine Ferien verbracht.Opa und Oma haben in einer Baracke am Timpenbarg gewohnt, bis sie gegenüber neu gebaut haben.
Nun zum Thema, ich muss dem Deichgrafen beipflichten, es gab diesen U-Bootbunker.
Mein Opa sagte einmal das überlegt werde daraus ein Schwimmbad zu bauen.
In meinen Erinnerungen war er bestimmt 30x50 m und hatte dicke Außenwände.
Es könnte ja ein Bunker für Kleinst U-Boote gewesen sein ?
Eins war mal an der Promenade aufgestellt worden.
Gibt es denn keine Aufklärungs-Luftaufnahmen auf denen man etwas erkennen könnte ?
Ich werde einmal bei meiner Tante nachfragen ob es nicht irgendwelche Fotos gibt.
Wenn ja, werde ich sie hier zeigen.



ich bin Jahrgang 1957 aus Neustadt in Holstein, so wie Volker die Grundfläche angibt kann es stimmen. Ich habe in den sechzigern dort im Sand gespielt und sind geklettert in diesen Bunker oder Strömungskanal. Umgangssprachlich wurde damals immer von einem UBoot-Bunker gesprochen. Die Luftaufnahme bestätigt die Größe. Ich habe ein Foto auf der Seite (Qellenangabe: www.schwarz-neustadt.net) gefunden, welches aus der Richtung der Luftaufnahme, also SSW, gemacht wurde: dort spielt ein Kind im Sand vor dem Bunker, genauso, wie ich es augenscheinlich erinnern kann!

 
 (Datei: Pelzerhaken2_LI.jpg, Downloads: 73)
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Deichgraf63
 


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 453
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 13.01.2018 13:53 Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe noch mal nach alten Postkarten von Pelzerhaken gesucht. Auf der Postkarte 252 ist auf der rechten Seite ein großes rechteckiges Objekt zu sehen: https://www.schwarz-neustadt.net/Ansichtskarten/241-270/ Zoom am Computer hilft bei der Ansicht.
Auf dem von mir bereits vorher eingestelltem Link http://www.ebay.at/itm/AK-Pelz.....Sw9KpXAQmg sieht es nach einer Art "Schwimmbad" aus und die Schätzung der Zeitzeugen von 30 x 50 Meter dürfte nicht übertrieben sein.
Die Reste vom Strömungskanal, die ich früher noch selbst gesehen hatte, sind das für mich eher nicht, weil deutlich rechteckigere Form und nur dünne, niedrige Betonwände.
In Neustadt hat ja die Ausbildung für die Seehunde stattgefunden. Könnte das etwas damit zu tun haben? Die Boote konnten ja auch problemlos über Land transportiert werden.
Die Idee, aus dem Objekt ein "Schwimmbad" zu machen brachte mich auf die Idee, dass es möglicherweise ein Tauchbecken für diese Klein-U-Boote gewesen ist bzw.eher werden sollte.
So etwas zum Üben gab es auch anderswo, wie angeblich auf dem Priwall.
Der Begriff "U-Boot Bunker" taucht auch mehrfach in offiziellen Bekanntmachungen der Stadt Neustadt auf: http://mail.neustadt-holstein......LFDNR=2183 (Punkt 9)
Das wäre auch ein Ansatzpunkt, um die Frage mal eindeutig zu klären. Da in Neustadt nichts ausgebombt wurde, gibt es sicher noch alte Unterlagen.
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zulufox
 


Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 3118
Wohnort oder Region: In der Nähe des Urpferdchens

Beitrag Verfasst am: 13.01.2018 16:29 Antworten mit Zitat

Moin,

wieder einmal der alten Hinweis: Wie ist es, anstelle von Vermutungen mal in alten Dokumenten nachzusehen?

Nachfolgend eine kleine Auswahl von Signaturen, die die online-Suche des Bundesarchivs auf das Stichwort Pelzerhaken ausspuckt:

RM 43/575 Mar. Nachr. Stelle Pelzerhaken 31. Juli 1914 - 12. Mai 1916
Benutzungsort Freiburg

RL 14/160 Gerätebeschreibung Schrägdipolantenne Fu.M.B. Nov. 1942 - Dez. 1943
Enthält: technische Zeichnungen
Benutzungsort Freiburg

Oberfinanzdirektion Kiel.- Ehemalige Marine-Nachrichtenmittel-Versuchsanstalt Pelzerhaken 1956 – 1967
B 126/52751 Bd. 1, Beihefte 1956 - 1967
Bezugsjahr 1967
Benutzungsort Koblenz Endarchiv

BW 1/21306
Pinneberg, Pelzerhaken, Quickborn.- Grunderwerb 1956 - 1961
BMVg Abt U I 2, Bezugsjahr 1961
Benutzungsort Freiburg

Pelzerhaken, Marineküstenstation, Fernmeldesektor M, ehemalige Marinenachrichtenmittel-Versuchsanstalt.- Unterbringung, Baumaßnahmen 1956 - 1971
BW 1/83016 Bd. 1 1956 - 1963
Benutzungsort Freiburg

BW 1/104855 Bd. 2 1964 - 1971
Benutzungsort Freiburg

Unterbringung und Stationierungsplanung HEER.- Liegenschaftsdatei (Finanzierung der Baumaßnahmen, Angaben über Belegungstärken und zur Stationierung vorgesehene Truppenteile) 1956 - 1957

BH 1/552 Bd. 12 1956 - 1957

Enthält:
Wehrbereich I, u.a.: Flensburg, Kiel, Lübeck, Neumünster, Alt Bülk, Eckernförde, Dän.- Niendorf, Bülk, Fried-richsstadt, Tönning, Eutin, Todendorf, Stadtbek, Glücksburg, Kappeln-Ellenberg, Habernis, Falshöft, Egge-beck, Fehmar, Tarp, Langballig, Twedterholz, Schwarzenbek, Wentorf, Ratzeburg, Husum, Lütjenholm, Heide i. Holstein, Hedwigenkoog, Putlos, Pelzerhaken, Stuberhuk/Fehmarn, Dameshöved Krs.Oldenburg, Weißen-haus, Neustadt (Holstein), Fehmarn - Puttgarden, Großenbrode
Fü H III
Benutzungsort Freiburg

BM 1/5983
Marinefernmeldestelle 711/723 Pelzerhaken.- Forderungen für die Fernmeldetürme 1962 - 1966
Fü M IV 4
Benutzungsort Freiburg

Da könnte schon die ein oder andere interessante Information enthalten sein icon_smile.gif

MfG
Zf 1_heilig.gif
_________________
Friedrich Hebbel: Tagebücher:
"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte."
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ostsee1234
Neu im Forum


Anmeldungsdatum: 10.01.2018
Beiträge: 2
Wohnort oder Region: Ostholstein

Beitrag Verfasst am: 13.01.2018 17:48 Antworten mit Zitat

Deichgraf63 hat folgendes geschrieben:
Hallo,
ich habe noch mal nach alten Postkarten von Pelzerhaken gesucht. Auf der Postkarte 252 ist auf der rechten Seite ein großes rechteckiges Objekt zu sehen: https://www.schwarz-neustadt.net/Ansichtskarten/241-270/ Zoom am Computer hilft bei der Ansicht.
Auf dem von mir bereits vorher eingestelltem Link http://www.ebay.at/itm/AK-Pelz.....Sw9KpXAQmg sieht es nach einer Art "Schwimmbad" aus und die Schätzung der Zeitzeugen von 30 x 50 Meter dürfte nicht übertrieben sein.
Die Reste vom Strömungskanal, die ich früher noch selbst gesehen hatte, sind das für mich eher nicht, weil deutlich rechteckigere Form und nur dünne, niedrige Betonwände.
In Neustadt hat ja die Ausbildung für die Seehunde stattgefunden. Könnte das etwas damit zu tun haben? Die Boote konnten ja auch problemlos über Land transportiert werden.
Die Idee, aus dem Objekt ein "Schwimmbad" zu machen brachte mich auf die Idee, dass es möglicherweise ein Tauchbecken für diese Klein-U-Boote gewesen ist bzw.eher werden sollte.
So etwas zum Üben gab es auch anderswo, wie angeblich auf dem Priwall.
Der Begriff "U-Boot Bunker" taucht auch mehrfach in offiziellen Bekanntmachungen der Stadt Neustadt auf: http://mail.neustadt-holstein......LFDNR=2183 (Punkt 9)
Das wäre auch ein Ansatzpunkt, um die Frage mal eindeutig zu klären. Da in Neustadt nichts ausgebombt wurde, gibt es sicher noch alte Unterlagen.



hier das digitale Geändemodell der Küstenlandschaft zwischen Pelzerhaken und Rettin.
Auch der zugeschüttete "Bunker" im Maßstab und mit Höhenangaben ist eingezeichnet.
Herkunft hier und öffentlich: http://mail.neustadt-holstein......LFDNR=2183

siehe Anlage 5

hier der Link ohne Anhang:
http://mail.neustadt-holstein......odells.pdf



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Deichgraf63
 


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 453
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 19.01.2018 19:41 Antworten mit Zitat

Hallo,
ich bin jetzt an der Geschichte dran. Möglicherweise kann ich nächste Woche neue Fakten liefern. Falls der Versuch nichts bringt, könnte ich noch die Zeitung auf den Fall aufmerksam machen. Die Zeitzeugen sterben aber leider langsam aus, da ist es fünf vor Zwölf.
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Deichgraf63
 


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 453
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 23.01.2018 17:41
Titel: Das Bauwerk in Pelzerhaken war ein überdachtes Unterwasser-Versuchsbecken von 100 x 40 Metern.
Antworten mit Zitat

Hallo,
inzwischen konnte ich das Rätsel lösen.
Bei dem Bauwerk handelte es sich um das sogenannte Unterwasser-Versuchsbecken (31) mit den Abmessungen von 100 x 40 m und einer Wassertiefe von 4 Metern.
Das Bauwerk war gekachelt, völlig überdacht und außen herum auf einer Art Balkon zur Beobachtung begehbar.
Gespeist wurde es mit Wasser aus der Ostsee, was auch erwärmt werden konnte.
Es diente beispielsweise "für Schleppversuche mit verschiedenen Schiffsmodellen, Verwendung von Unterwasserminen,Magnetzündungen. Strömungsversuche sollten das Geräuschverhalten von U-Bootbauteilen.....ermitteln".
Möglicherweise kommt von daher der Spitzname U-Bootbunker, wie das Bauwerk bis heute im Volksmund heißt.
Es gab noch mehr Anlagen zur Forschung mit Wasser, wie eben den Strömungskanal (25), ein U-Becken (24) und Drucktanks, wo bis zu 30 Bar erzeugt werden konnten.
Der Strömungskanal wurde erst bei den Engländern zum Kavitationstunnel.
In Pelzerhaken hat man damit die "Absorption von Geräuschstrahlungen" gemessen.
Die Engländer haben da nach dem Krieg kräftig aufgeräumt und massig Dinge abtransportiert.
Wie schon von mir wegen einer anderen Publikation vermutet, wurden in Pelzerhaken Versuche mit der U-Boot Beschichtung "Alberich" durchgeführt.
Die Sprengung vom U-Becken musste von den Deutschen selbst durchgeführt werden,klappte aber nur sehr bedingt, was für ein Wunder...
Die Dachkonstruktion (Stahlträger mit Glasdach) soll für die Ostseehalle in Kiel benutzt worden sein.
Damit gibt es dafür gleich 3 Versionen, außer List und Hörnum.
Diese Masche der Engländer, dass die Besiegten selbst Dinge zerstören mussten war gängige Praxis. Ich habe das vor etwa 25 Jahren auch mal von einem Zeitzeugen gehört, der mithelfen musste, einen Flugplatz zu schleifen.
Eine zivile Nutzung des Beckens (Fischzucht, Schwimmhalle) lehnten die Engländer ab, auch spätere Pläne zur Nutzung als Tiefgarage mit Restaurant (1970) wurden nicht genehmigt.
1975 wurde das Bauwerk auf Wunsch der Bundeswehr zugeschüttet, weil es den Turm "störte."
Auch über die Forschung an den Ortungsgeräten (GEMA etc.) gibt es in meinen Quellen viele Informationen.
Wie die Geschichte mit 40 intakten Freya Geräten samt Diesel Stromaggregaten auf dem Neustädter Bahnhof. Vom Osten her als Geheimtransport vor den Russen gerettet.
Die wollte kurz vor Kriegsende die NVA nicht mehr haben und so landeten sie per Güterwagen in Burg/Fehmarn.
Bei Kriegsende wurden die Geräte dann nicht mehr bewacht, von den Insulanern geplündert und die Teile für Radiobasteleien benutzt.
Auch die Stromerzeuger fanden auf Fehmarn in der Landwirtschaft Verwendung.
Die Quelle für die sinngemäß zitierten Dinge sind zwei Bücher, die alles über die NVA von der Kaiserzeit bis zur Schleifung und Entwendung durch die Engländer 1946/47 beschreiben, mit entsprechenden Fotos und namentlichen Zeitzeugenberichten.






 
Die gestrichelte Linie ist das Sperrgebiet. Auf Wunsch liste ich auch noch die anderen Bauwerke auf, 6 war das Wachgebäude mit Zugang. (Datei: P1020215.JPG, Downloads: 46)
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bettika
 


Anmeldungsdatum: 15.07.2010
Beiträge: 1731
Wohnort oder Region: Flensburg

Beitrag Verfasst am: 23.01.2018 17:55 Antworten mit Zitat

Wie heißen die o.g 2 Bücher?
_________________
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana
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Deichgraf63
 


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 453
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 23.01.2018 18:46 Antworten mit Zitat

Jahrbuch für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein (Jahrgang 44) also von 2000 und
Jahrbuch für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein (Jahrgang 45) von 2001.
Die enthalten je einen Artikel zu dem Thema.
Momentan ist noch je ein Exemplar im Internet zu finden.
Den Tipp bekam ich durch meine Anfrage an die Stadt Neustadt.

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