Jackerath und Titz, Fernmeldestation?

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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derlub
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Beitrag von derlub » 23.06.2009 11:01

thokos hat geschrieben:Könnte das denn das Gelände mit dem Turm mit einschließen?
Nein. (siehe Tim-Online und dortige Flächenvermessungsfkt.)

honeyhobo
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Funkübertragungsstelle

Beitrag von honeyhobo » 08.08.2010 23:16

Die in diesem thread hinterfragte Funkstelle ist die in 1959 erbaute FuÜst Otzenrath 4.
Die in dem Beitrag gezeigten Fotos zeigen eine damalige Standardfunkstelle in der Bauart Typ Fu II.
Vorab keines der beiden Gebäude ist verbunkert.
In dem kleineren linken Gebäude befand sich früher eine so genannte SUD (Schwungrad-Umformer mit Dieselmotoreinkopplung) als Stromversorgung. Heute sind hier nur noch die Mittelspannungsschaltschränke und der Trafo vorhanden.
Im größeren Betriebsgebäude ist im Erdgeschoß ein größerer Technikraum, eine Toilette, ein Aufenthaltsraum sowie das Treppenhaus in den Keller.
Im Keller ist größenmäßig der gleiche Betriebsraum wie im Erdgeschoß. Im Raum unter dem Aufenthaltsraum ist hier die RLT-Anlage sowie die Stromversorgung für die Fernmeldetechnik untergebracht.
Die Kabeleinführungen von extern sowie Antennenmast erfolgen direkt in den Betriebsraum Keller.
Anhand von alten Unterlagen aus Anfang 70er lässt sich herauslesen, das es sich um einen Richtfunkknoten (bis ca. Mitte 1995 in Betrieb), mit folgenden Endstellen handelte:
Endstelle in Aachen 1 - FMT Aachen Preuswald in ca. 30Km Luftlinie,
Endstelle in Mönchengladbach 3 - FMT Pescher Strasse in ca. 10 Km Luftlinie,
Endstelle in Viersen 4 bei Thobrock, Boisheimer Weg in ca. 40Km Luftlinie.
Des Weiteren gab es zwei Trägerfrequenzbleikabel beschriftet als VK nach Otzenrath 2.
Da die Leitungslänge laut Unterlage nur 1003m war und die Stickstoffstation der beiden Kabel mit Immerath (eine alte Windmühle in der Nähe) beschriftet ist, liegt die Vermutung nahe das aufgrund der Kabellänge diese Kabel in der ehemaligen GSVBW 31 endeten.
Auch ist auf Viersener Seite die gleiche Gebäudestruktur als FuÜst Typ II vorhanden. Der Stahlgitterturm ist hier später durch einen Betonturm ersetzt worden, die abgetrennten Mastfundamente sind aber noch vorhanden.
Am Turmfuß des Betonturmes befindet sich ebenfalls ein militärisches Grundstück mit einem Natobunker.
Ab 1990 wurde die Funkstelle Otzenrath 4 mit einem Mast und der Technik für das C-Netz und später auch D1-Netz erweitert.
Heute ist der 30m hohe Stahlgittermast-Antennenträger mit seiner 6x6m großen Plattform nur noch von den Mobilfunkbetreibern aktiv genutzt.
Hier ein paar Fotos von der nicht mehr aktiven Übertragungstechnik

.
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honeyhobo
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Fotos sind immer interessant

Beitrag von honeyhobo » 08.08.2010 23:48

Wenn man schon ein paar Detail-Fotos hat...
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thokos
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Beitrag von thokos » 23.11.2010 10:10

Besser spät als nie: Ich habe mich noch gar nicht für die vielen Infos bedankt, dankesehr! :)

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