Heeresverpflegungsamt/Heeresstandortverwaltung Soltau

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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MikeG
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Heeresverpflegungsamt/Heeresstandortverwaltung Soltau

Beitrag von MikeG » 21.01.2012 17:25

Moin!

Obwohl bereits ein Thema zu Heeresverpflegungsämtern hier im Forum existiert, habe ich diesen Beitrag mal getrennt eingestellt, um den eh schon schier unendlich langen Thread nicht unnötig zu strecken, sondern vielmehr sinnvoll zu teilen.

Heute hatte ich Gelegenheit, mir das ehem. Heeresverpflegungsamt Soltau einmal genauer anzusehen. Die meisten Etagen sind längst für allerlei Nachfolgenutzungen umgebaut worden, das Dachgeschoß erscheint aber (abgesehen von einem Antennenträger) fast unverändert. Auch das über mehrere Stockwerke reichende Silo ist unverändert erhalten, aber natürlich nicht begehbar.

Anbei ein paar Eindrücke.

Mike
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Zuletzt geändert von MikeG am 03.02.2012 15:47, insgesamt 1-mal geändert.

Tom Riddle

Beitrag von Tom Riddle » 02.02.2012 18:36

Moin,

beeindruckende Aufnahmen und ohne Zweifel zeigen sie einen Typsilo. Aber war in Soltau wirklich ein Heeresverpflgungsamt ansäßig?

Denn weder Tessin noch andere Quellen nennen dort eines. Natürlich möglich, daß die Standortverwaltung dort den Silo betrieb.

Dann sind es nach Fallingbostel (HVA Osterheide) 16 km, nach dem HVA Bergen 21 Kilometer. Und dann gab es im Einziehungsbereiches des ÜbPl ja auch noch die große Anlage in Munster.

Dann macht mich noch es stutzig. In den HVA waren Trichtersilos und Lagerböden in verschiedenen Bauten untergebracht. Nur die "Arbeits"-Silos der Bäckereien wiesen beides auf. In den Trichtersilos wurde das durch die örtlichen Mühlen hergestellte Mehl und die Lagerböden dienten der Zwischenlagerung des Brotes bis zur Auslierfung an den Kasernen/Truppe.

Ich würde es trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zur alten Kaserne eher als Reichsnährstandsilo einordnen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

TR

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Talpa
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Beitrag von Talpa » 02.02.2012 20:04

Tom Riddle hat geschrieben:Moin,

[...]
Dann macht mich noch es stutzig. In den HVA waren Trichtersilos und Lagerböden in verschiedenen Bauten untergebracht. Nur die "Arbeits"-Silos der Bäckereien wiesen beides auf. In den Trichtersilos wurde das durch die örtlichen Mühlen hergestellte Mehl und die Lagerböden dienten der Zwischenlagerung des Brotes bis zur Auslierfung an den Kasernen/Truppe.
[...]
TR
Hallo

Das Gebäude ist eindeutig HVA.
Leider ist es in der Ausstattung nicht mehr vollständig.
Es fehlen sämtliche Fallrohre auf den Schüttböden.

Zu bedenken ist, dass alle Speichergebäude für die Lagerung von Getreide ausgelegt waren, auch die Flachbodenspeicher.
Somit hatten die Flachbodenspeicher eine identische Ausstattung die der Silospeicher.
Zu der Ausstattung gehören auch die so genannten "Arbeitszellen" zur Getreidebehandlung.
Das hat nichts mit der Mehllagerung zu tun, dieses kam in Säcken von den (fast) immer privaten Mühlen zurück, und wurde aus diesen auch verarbeitet.
Die "lose Mehlkette" wurde allgemein erst 30 Jahre später eingeführt, da waren die HVA's schon Geschichte.

Diese strenge Trennung von Getreide, den Verarbeitungsprodukten und Mühlen hatte schon vor den HVA's bestand, gilt bis heute als richtig und war oranisationsübergreifend.

Gruß
Talpa

Tom Riddle

Beitrag von Tom Riddle » 03.02.2012 12:55

Moin.

Das es ein typischer Silo für ein HVA ist, streite ich nicht ab. Aber ich habe Schwiergkeiten es als Heeresverpflegungsamt einzustufen.

Im Bundesarchiv ist bei den Unterlagenn des Wehrkreises X eine Standortverwaltung Soltau aufgeführt (RH 53-10/98), aber diese Stadt taucht nicht bei den HVAs auf (RH 53-10/16), dafür für mich neu Verden.

TR

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 03.02.2012 16:13

Hmm...

Tom Riddle könnte richtig liegen. In der Garnisonschronik der Stadt Soltau steht zumindest nichts über ein HVA:
Willy Klapproth hat geschrieben:Die Heeresstandortverwaltung erhielt ein großes, neuzeitliches Silo und mehrere Raufutterscheunen. Für sie war noch eine erhebliche Erweiterung in Gestalt von 2 siebenstöckigen großen Speichern vorgesehen. Die gesamte Großanlage sollte mit Eisenbahnanschluss versehen werden, der in Höhe des Übergangs des sogenannten Oeninger Fahrweges in die Bahn nach Buchholz einmünden sollte. Die Planungsarbeiten, die auch während des ersten Kriegsjahres nicht unterbrochen wurden, waren schon weit fortgeschritten, z. B. auch schon Vorverträge für den notwendigen Grunderwerb abgeschlossen worden.
Diese erwähnten Erweiterungen fanden nicht mehr statt. Und das "große, neuzeitliche Silo" dürfte dann wohl oben zu sehen sein.

Mike

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redsea
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Beitrag von redsea » 08.11.2017 19:20

Hallo zusammen,

die BImA bietet zur Zeit Einheiten des ehemaligen Bodenspeichers zum Mieten an.

Im Mietangebot finden sich auch Grundrisse des Erd- und 1. Obergeschosses:

Mietangebot der BImA

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss 1. Obergeschoss

Viele Grüße

Kai

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