Heeresmunitionsanstalt Dessau-Kapen

Rüstungsindustrie, Waffen- und Munitionsproduktion, Munitionsanstalten, Tanklager, Depots, U-Verlagerungen etc.
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eod
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Heeresmunitionsanstalt Dessau-Kapen

Beitrag von eod » 26.02.2011 09:37

Hat jemand weitere Infos zur Heeresmunitionsanstalt Kapen?

Das Objekt lag wohl in diesem Bereich: http://maps.google.de/maps?f=q&source=s ... 3&t=h&z=14

Wurde später ua. als VEB Chemiewerk genutzt, wo die DDR Infrantrieminen usw. Kampfmittel hergestellt und laboriert wurden.



[edit: Titel geändert und Ort/Region ergänzt • redsea]
Beste Grüße,
eod

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VitaminB11
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Beitrag von VitaminB11 » 26.02.2011 10:38

Die Muna Kapen firmiert im Web auch unter den Namen der anderen umliegenden Orte: Dessau, Oranienbaum, Sollnitz. Möglicherweise Kampfstoffproduktion.

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eod
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Beitrag von eod » 26.02.2011 10:43

Soll auch ein Buch "Die Geheimnisse von Kapen" dazu geben, bei Amazon leider nicht mehr erhältlich. http://www.amazon.de/Die-Geheimnisse-Ka ... 389&sr=8-1
Beste Grüße,
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Beitrag von zulufox » 26.02.2011 11:34

VitaminB11 hat geschrieben:Die Muna Kapen firmiert im Web auch unter den Namen der anderen umliegenden Orte: Dessau, Oranienbaum, Sollnitz. Möglicherweise Kampfstoffproduktion.
Nicht Produktion, aber Abfüllung :!: Produktion war u.a. in Halle-Ammendorf :!:

Einfach mal mit Dessau Kapen Kampfstoff oder Oranienbaum Kampfstoff suchen

da gibt es im www. eine Menge, manchmal findet man auch etwas mit Schreibfehlern :lol:

http://www.staff.uni-mainz.de/jpreuss/luebbecke.htm

MfG
Zf :holy:

P.S.: Etwas umfassender zu dem Thema:

http://www.amazon.de/T%C3%B6dliche-Bitt ... 387433077X

@redsea: Ebenda auf Seite 111 Kapen, bei Dessau, ehemalige Munitionsanstalt des Heeres
Zuletzt geändert von zulufox am 26.02.2011 11:47, insgesamt 2-mal geändert.
Friedrich Hebbel: Tagebücher:
"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte."

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Re: Heeresmunitionsanstalt Kapen

Beitrag von redsea » 26.02.2011 11:43

eod hat geschrieben:Hat jemand weitere Infos zur Heeresmunitionsanstalt Kapen?
Hallo,

könntest Du bitte die Quelle angeben, in der das Objekt unter der Bezeichnung "Heeresmunitionsalstalt Kapen" geführt wird.

@Jürgen

Ich meine damit, in welcher Quelle (Dokumente/Archive ...) die Anlage unter der Bezeichnung "Heeresmunitionsanstalt Kapen" geführt wird, wie vom Themenstarter genannt.

Vielen Dank,

Grüsse,

redsea

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Heeresmunitionsanstalt Kapen

Beitrag von bettika » 26.02.2011 12:46

Hallo,
in der "Bestandsaufnahme von Rüstungaltlastverdachtsstandorten" Bd. 1 des UBA 25-96
steht der Standort unter
"Oranienbaum/Sollnitz" mit folgendem Inhalt
"Nutzung:
Heresmunitonsanstalt 1938, 2.WK
Füllstelle 2.WK-um 1950
Bearbeitung v. Munitionshülsen um 1938/40
Munitionszerlegestelle um 1955
Brandplatz (Munition) 1950-um 1958
Herst. v. Reiz-und Gasübungsmittel in 50er Jahren"

"Betreiber
1. Wehrmacht/Heer 1938-1975
2.Sowjetarmee/WGT/teilw./ 1945-92
3.Gärungschemie Dessau/teilw./ um 1946-1953
3.Sonderabtlg.P Gär.chemie-Regiebetrieb der HV DVP/teilw/ ab 1954
3.VEB Chemiewerk Kapen/teilw. ab um 1955-1961"


Da der Quellenhinweis von zF http://www.staff.uni-mainz.de/jpreuss/luebbecke.htm neueren Datums(2003) als die Bestandsaufnahme des UBA ist,gibt diese den aktuelleren Wissensstand wieder.

Es existiert ein Gutachten von Prof.Preuß zum Standort selbst(vermutlich unveröffentlicht):
•"Vertiefende Historisch-genetische Studie und Geländebegehung der Kampstoff-Füllstelle in der ehemaligen Heeres-Munitionsanstalt Dessau (Kapen).
Auftraggeber: Landesanstalt für Altlastenfreistellung, Magdeburg.
Laufzeit 05/2003 bis 05/2004"

http://www.staff.uni-mainz.de/jpreuss/forschung.html

Grüsse
bettika
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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Beitrag von eod » 26.02.2011 13:14

Hallo,

zumindest ist von Heeresmunitionsanstalt Kapen in diesem Buch die Rede...
http://www.egun.de/market/item.php?id=3197696

Und NEIN, ist nicht meine Auktion und soll auch keine Schleichwerbung darstellen :-)

Besten Dank den anderen für die Infos :thumbup:
Beste Grüße,
eod

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Beitrag von redsea » 26.02.2011 13:52

@bettika

Vielen Dank für die Ausführungen und Daten. Auch mir ist die Anlage aus den verschiedensten Quellen bisher als “Heeresmunitionsanstalt Oranienbaum/Sollnitz“ bekannt. Deshalb stutze ich, als ich die Bezeichnung “Heeresmunitionsanstalt Kapen“ laß.

@eod

Danke für die Info, sicher ein interessantes Buch.

Da es sich dabei allerdings nicht um eine offizielle Quelle handelt, habe ich das Thema entsprechend umbenannt.

Viele Grüße

redsea

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Beitrag von eod » 26.02.2011 14:26

Hallo,

offenbar ist eher Heeresmunitionsanstalt Dessau-Kapen zutreffend!?
http://www.teresa3.de/druckverfahren.ph ... 897agur3r5
Die Heeresmunitionsanstalt (Muna) Dessau – Kapen (bei Oranienbaum in Sachsen- Anhalt gelegen) diente während des Dritten Reiches unter anderem der Lagerung und Mischung von chemischen Reizstoffen sowie der Herstellung reizstoffhaltiger Munition auch auf Basis arsenorganischer Verbindungen.
http://www.bdfwt.de/files/2007-05_mitteilungen.pdf
Die Erblast von Kapen,
First minute Taschenbuchverlag, Emsdetten, 2007, 3. Auflage 2011
Die Geheimnisse von Kapen, 2009
Wenn der "Bund Deutscher Feuerwerker und Wehrtechniker" dem Hr.Specht sein Buch sogar auf ihrer Seite empfehlen, wird die Quelle sicherlich seriös genug sein :mrgreen:
Beste Grüße,
eod

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Beitrag von redsea » 26.02.2011 15:50

Hallo,

gut, offizielle Quellen wie das vom BMFB geförderte Technologieregister zur Sanierung von Altlasten sind dann schon überzeugend:

Die Heeresmunitionsanstalt (Muna) Dessau – Kapen (bei Oranienbaum in Sachsen- Anhalt gelegen) diente während des Dritten Reiches unter anderem der Lagerung und Mischung von chemischen Reizstoffen sowie der Herstellung reizstoffhaltiger Munition auch auf Basis arsenorganischer Verbindungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Anlagen und Gebäude zur Reizstoffhandhabung durch die Sowjetarmee demontiert und teilweise zerstört. Die Beseitigung der sichtbaren Altlasten wurde in den fünfziger Jahren durch die DDR fortgeführt. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden Entgiftungsschlämme auf Kalkbasis mit Reizstoffresten und deren Abbauprodukten (stark arsenhaltig) in einem kellerähnlichen Raum eines Betriebshauses der ehemaligen Muna eingelagert. Der Kellerraum wurde nach der Verfüllung mit einer Betondecke verschlossen und blieb bis zur Sanierung praktisch unangetastet. Um Gefährdungen, die von der vorstehend beschriebenen Altablagerung ausgingen, dauer.
Quelle: TERESA 3.0 online

Interessant ist auch die Fallstudie Altlasten der Fa. K+S.

Viele Grüße

redsea

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