Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
Zwackelmann
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Größe der Bombentrichter / Bombenkrater in Relation zur Größe der Sprengbomben

Beitrag von Zwackelmann » 29.10.2018 22:41

Hallo zusammen,

Ich habe ein schlimmes Problem: ich bin mir sicher, dass ich in einem Buch eine Grafik habe, die darstellt, wie tief und wie breit ein Bombentrichter einer 50 kg-, 250 kg-, 500 etc. kg- Sprengbombe im Durchschnitt ist, finde aber weder das Buch noch die Abbildung dazu! Vielleicht hatte ich es auch nur ausgeliehen?

Bitte, wenn einer von Euch weiß, was ich meine und die entsprechende Grafik auch hat oder kennt - erleuchte mich! Es nervt mich nämlich wie ein Stück Popcorn zwischen den Zähnen nicht diese verdammte Abbildung zu finden.

Schönen Gruß, Thomas

P. S.: Z. B. wüsste ich gerne, welches Kaliber am Lütticher Fort Battice diese Trichter (s. Anhang) verursacht hat.
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Beitrag von Red Baron » 30.10.2018 09:15

Diese Bombentrichter sind am 21. Mai 1940 von 1.000kg Bomben entstanden, die von Ju 87 abgeworfen wurden.

Gruss

Andreas

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Beitrag von Sunninger » 30.10.2018 09:56

Servus Thomas,

schau mal hier: http://legendsintheirowntime.com/LiTOT/ ... p040_W.png

Es gibt sogar Leute die über Bombentrichter eine Bachelorarbeit schreiben.
http://www.ipb.uni-bonn.de/pdfs/Jensen2 ... tische.pdf

mfg
Holger

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Beitrag von Zwackelmann » 30.10.2018 12:46

Danke, Holger!

Das ist zwar nicht die gesuchte Grafik, aber genauso hilfreich!

Gruß, Thomas
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Mit LIDAR-Scan / DG-Schummerung erkennbare Bombentrichter

Beitrag von Zwackelmann » 30.10.2018 16:33

Hallo Andreas,

Klar kann man bei den Lütticher Forts historisch ermitteln, was wann jeweils auf die Festungsanlagen abgefeuert wurde. Aber das gilt eben nicht in vielen Fällen, s. angehängte Schummerungsbilder von www.tim-online.nrw.de:

- Merzbrück (vermutlich war der Flugplatz das Ziel)
- Munitionsdepot der LVZ-West M 8 bei Rheinbach

Gruß, Thomas
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Beitrag von Zwackelmann » 30.10.2018 20:09

Hallo zusammen,

Bin eben in meiner Bibliothek fündig geworden: zwar auch nicht die vermisste Grafik, aber dafür eine gute Tabelle in Heinz J. Nowarra: Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Band 4 (Bernard & Graefe 1993), S. 137. Sie stellt die "Trefferwirkung verschiedener SC-Bomben" (50, 250, 500, 1000 und 1800) dar. Die alliierten Äquivalente werden sehr ähnliche Wirkungen gehabt haben.

Gruß, Thomas
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Beitrag von Zwackelmann » 09.11.2018 10:24

Hallo zusammen,

Die Auswertung der mir hier zur Verfügung gestellten Informationen und einer Tabelle aus Heinz J. Nowarra: Die deutsche Luftrüstung 1933-1945. Band 4 Bernard & Graefe 1993, S. 137 möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Deutsche SC 50 (m. V.): Kraterdurchmesser und -tiefe 5,4 m / 2,4 m (6 m / 3 m nach Nowarra)
Britische 100 LB (45,4 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 6,5 m / 1,9 m

Britische 300 LB (136,2 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 7,7 m / 2,4 m

Deutsche SC 250 (m. V.): Kraterdurchmesser und -tiefe 9 m / 3,5 m (10,5 m / 5,8 m nach Nowarra)
Britische 600 LB (272,4 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 11 m / 3,4 m

Deutsche SC 500 (m. V.): Kraterdurchmesser und -tiefe 10,5 m / 4 m (12,2 m / 7,2 m nach Nowarra)
Britische 1100 LB (499,4 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 11,7 m / 4,2 m

Britische 2000 LB (908 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 13,3 m / 4,5 m

Britische 4000 LB (1816 kg): Kraterdurchmesser und -tiefe 16,5 m / 5 m

Dank und Gruß, Thomas
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Beitrag von turul » 09.11.2018 15:46

Hallo,

ketzerische Frage zu dieser Thematik:
Von welcher Bodenbeschaffenheit wurde denn z.B. bei Nowarra ausgegangen? Die Kraterabmessung in einem Sandboden dürfte eine andere sein als in Lehm oder Kies, die Wirkung auf einer asphaltierten Straße eine andere als auf Kopfsteinpflaster, die Wirkung in gefrorenem Boden eine andere als in Moorboden. Genauso ist die Frage interessant, mit welchen Zündern gearbeitet wurde. Bomben mit Aufschlagzünder dürften einen anderen Krater hinterlassen haben als alle Arten von Verzögerungszündern, die erst nach dem Aufschlag detonieren (Minenwirkung).

Grüße
Jörg

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Beitrag von dragbar » 09.11.2018 18:37

bei uns gibt es ein Waldgebiet mit Bombenkratern , leicht steiniger boden , Trichtergrösse heute ca 4-4,5 m , Tiefe ca 1,8 m
ich hab da selbst einen grossen Bombensplitter (komplette Länge vom Kopfzünder bis zur Bodenöffnung ) einr Amerikanischen 250 kg Bombe gefunden

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Beitrag von Zwackelmann » 09.11.2018 22:39

Hallo Jörg,

Wieso ketzerisch, ist ja sehr berechtigt die Frage. Nur kann ich sie nicht beantworten. Ich nehme an, man ging von einem 'mittleren' Boden aus. Zu den Zündern schrob ich ja, dass bei den Minenbomben SC Aufschlagzünder mit Verzögerung gemeint sind. Wegen der Vergleichbarkeit mit den britischen Bombenwirkungen habe ich auf die Angabe 'o. V.' verzichtet.

Die britische HC 4000 LB wurde aber - soweit ich weiß - ohne Verzögerung gezündet, damit sie möglichst auf die Dächer und vor allem Fenster wirken konnte. 'M. V.' war dann sinnvoll, wenn die Versorgungsleitungen getroffen werden sollten.

Gruß, Thomas

P.S.: Ich weiß nicht, wieviel die Erosion in 73-75 Jahren bewirkt.
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