Grenze DDR / Gebiete westlich des Eisernen Vorhangs

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
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Helmholtz
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Grenze DDR / Gebiete westlich des Eisernen Vorhangs

Beitrag von Helmholtz » 01.05.2007 20:33

Hallo

Während ich mich mit der Grenze der DDR beschäftige ist mir zu Ohren gekommen dass es offenbar mehrere Gebiete der DDR gab die "westlich" der "Staatsgrenze West" lagen. Sozusagen der Bundesrepublik zugewandt.

Bekannt ist mir ein kleines Gebiet bei Höhnebach / Hessen weil dort ein Kumpel ein Haus besitzt.

Und natürlich das Gebiet um den Kessel- und Flötschkopf bei Gerstungen.
Dort war die A4 bekanntlich längere Zeit unterbrochen, später verliefen die Sperranlagen südöstlich der Autobahn und das unbewohnte Areal nordwestlich der BAB war sozusagen "ausgemauert".

Wer kennt noch mehr dieser Gebiete und/oder hat Infos?!

Anbei eine GE Aufnahme und ein Luftbild von Höhnebach.
(leider ohne die Zwillingsortschaften Kleinensee und Großensee die ebenfalls durch eine Mauer wie in Berlin getrennt waren)

Im Luftbild ist das Eingerahmte Rechteck DDR Gebiet "westlich" der Grenze.
Im "rechten" Teil ist mir der Grenzverlauf leider unbekannt.
Im "linken" Teil war der geamte Waldbereich DDR, angeblich sind auch mal einige mutoge Jugendliche rein um Beeren zu sammeln und erst einige Tage später wieder aufgetaucht... :mrgreen:
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Thunderhorse
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Beitrag von Thunderhorse » 01.05.2007 22:47

Hi Helmholtz,

wie soll man dass verstehen?

Es gab beiderseits der Grenze Gebietsflächen, die schon vor der Teilung im Besitz von Personen waren, die zwar in Bayern, Niedersachen oder Hessen lebten aber Besitz in Thüringen, Sachsen-Anhalt hatten und umgekehrt.
Gebeit der DDR westlich der Grenze oder umgekehrt der Bundesrepublik östlich der Grenze gab es nicht.

Die Wälder und Felder bzw. Flächen der Bürger der DDR wurden durch beauftragte Personen (könnten auch Behörden gewesen sein) bewirtschaftet und das Geld auf Sperrkonten gelegt bzw. an die Besitzer/Angehörigen weitergeleitet.

Der Grenzverlauf war seit der Arbeit der dt-dt. Grenzkommission durchgehend markiert.
Da gab es nichts westlicher oder östlicher der Grenze.

Battle6
MfG. TH

willem
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Beitrag von willem » 01.05.2007 22:58

Vielleicht hilft das etwas weiter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... d_Enklaven

gruß
Willem

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Helmholtz
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Beitrag von Helmholtz » 01.05.2007 23:19

Zum besseren Verständnis:

Ich meine damit Gebiete wie zB. auch das Lenedreieck in Berlin.

Gebiete die die DDR sozusagen "ausgemauert" hatte welche aber zu ihrem Hoheitsgebiet gehörten.
Nicht wo eine Grenze strittig gewesen ist.
Unabhängig von Besitz einer Privatperson.
Keine Exklaven oder Enklaven eines Staates.
Auch nicht den Streifen der immer ein Stückchen vor den Sperranlagen lag von Westdeutschland aus gesehen.

Mit "Staatsgrenze West" meine ich die Sperranlagen, nicht die Grenzlinie.
Ich dachte das wäre im Kontekt klarer geworden.

Ich meine größere "ausgemauerte" Gebiete. (aus welchem Grund auch immer)


:)
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petzolde
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Beitrag von petzolde » 02.05.2007 00:15

Ausgemauerte DDR-Gebiete gab es schon - nämlich dort, wo der ohnehin hohe Aufwand zur Grenzsicherung weit mehr gekostet hätte, als die Nutzung eines meist sehr kleinen Grundstücks einbrachte. In Berlin fällt mir dazu ein:

Postdamer Platz:
Südlich des Potsdamer Platzes gab es eine Fläche von ca. 600 x 200 m, großteils ehemaliges Bahngebiet des kriegszerstörten Potsdamer Bahnhofs. Der Stadtplan von Berlin (1:25000) des VEB Landkartenverlags für Gesamt Berlin (ohne Jahr, aber vor 1961) verzeichnet hier den U-Bahntunnel Potsdamer Platz-Gleisdreick (damals noch in Betrieb) und eine "Privat-Str.", möglicherweise der Reichsbahn gehörend. In diesem Areal befand sich bis in die 70er auch die Ruine des "Hauses Vaterland".
In den 70ern gab es Gespräche zwischen Bonn und Ostberlin, und es kam zum Verkauf dieses für die DDR nutzlosen Areals. Nach dem Mauerbau war dieses Gelände in der Tat von der DDR bzw.Ostberlin "abgemauert".
Auch das U-Bahn-Tunnelstück war am U-Bahnhof Postdamer Platz ab 1961 abgemauert, aber von Westen her weiterhin erreichbar.

Irgendwo wurde auch das Lenne-Dreieck unmittelbar westlich des Potsdamer Platzes genannt; nach meiner Erinnerung war das aber eingezäuntes Grenzgebiet.

Bahnhof Wollankstr.:
Der S-Bahnhof Wollankstr. lag auf Ostberliner Gebiet, war von dort jedoch dank "Abmauerung" nicht erreichbar. Da dort die S-Bahn-Linien nach Tegel und Frohnau langfuhren und auch nach dem Mauerbau hielten, war es logisch, den Westberlin-seitigen Bahnhofszugang geöffnet zu halten. Einen verkehrlichen Nutzen gab es für Ostberlin zu DDR-Zeiten nicht.

Entenschnabel:
Im Bereich Frohnau/Glienicke/Hermsdorf gab es den sog. "Entenschnabel": Die Straße "Am Sandkrug" reichte von der Oranienburger Chaussee ausgehend ca. 300 m nach Westberlin hinein. Breite unter 100 m, natürlich striktes Sperrgebiet, und wegen der nur geringen Fläche für Ostberlin daher kaum sinnvoll nutzbar.
In den 80ern gab es wohl Pläne, hier einen nur von Westberlin anzufahrenden "Drive in"-Intershop einzurichten. Logischerweise dürfte der Westberliner Finanzsenator dagegen gewesen sein.

gruß EP

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Goldensee / SH

Beitrag von -zAc- (†) » 02.05.2007 08:29

Hallo zusammen,
unabhängig vom befestigten Grenzverlauf, der in diesem Falle am Ostufer verlief, gehörte der See bis zum Westufer zur DDR. Bis in die 70ger Jahre ein Eldorado für Angler. Sie gingen mit hohen Gummistiefeln vom Ufer ein paar Schritte in den See... und angelten im "Ausland". Aus diesem Grunde wurde ein Vertrag zwischen SH und der DDR gezeichnet, indem die westdeutschen Behörden Amtshilfe für die DDR-Behörden leisteten, um dieses Wildfischen zu unterbinden.

PS: der Goldensee liegt östlich von Ratzeburg.
-zAc-
Mit leerem Kopf nickt es sich leichter. (Žarko Petan)

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Beitrag von Helmholtz » 02.05.2007 10:52

Genau so etwas meine ich!

Bin dankbar für jede weitere Art von Ifos, vor allem auch entlang der innerdeutschen Grenze.

(Weiß jemand noch Einzelheiten zum Kessel- Flötschkopf?!)

Natürlich gerne mit Fotos.

:thumbup:
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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 02.05.2007 16:36

Ja, ich weiss ja nicht, ob es was nutzt, aber die eigentliche Grenzsicherungsanlage (Signalzaun) war an vielen Stellen bis zu 100 m hinter dem eigentlichen Grenzverlauf angebracht, der Streifen davor wurde meist als Acker oder Grünland bewirtschaftet, unter verschärfter Bewachung der Agrarökonomen durch die GT.
Dieses s.g. Niemandsland ist z.B. auf der Grafik auf dieser HP gut zu sehen

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Beitrag von Helmholtz » 04.05.2007 16:57

Dass die Sperranlagen immer einige Meter oder gar 100m weiter der eigentlichen Grenzlinie begannen ist zumindest mir bekannt.

Trotzdem Danke für den Hinweis, vielleicht ists nicht jedem bewußt gewesen!

Mich interessiern Ecken wo man von ganzen Arealen sprechen kann die "ausgemauert" waren.

Keiner eine Ahnung?!

:shocked:
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Beitrag von darkstar » 04.05.2007 17:30

Mir fällt dabei spontan in Berlin ein

Eiskeller das erst durch einen Gebietsaustausch 1971 zum Westteil Berlins kam.
Die Tiefwerder Wiesen in Spandau gehörten zur Gemeinde Seeburg. Sie wurden bis zum Mauerfall auch nicht ausgetauscht!

Umgekehrt hatte Berlin einige Gebiete in der DDR:
Die Laszins Wiesen, Wüste Mark, Große Kuhlake, Nuthewiesen, Fichtenwiesen, Finkenkrug, Kolonie Erlengrund (kurz vor Henningsdorf), Böttcherberg,

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