Bad Wildungen - Oberkommando der Luftwaffe

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
Gast

Bad Wildungen - Oberkommando der Luftwaffe

Beitrag von Gast » 23.01.2005 16:04

In 1938/39 fängte man an mit Bau der 17 Bunker für das Oberkommando der Luftwaffe im Fürstenhof Quartier in Bad Wildungen.

Ist das noch dar?

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EricZ
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Beitrag von EricZ » 23.01.2005 16:28

Moin,

Ist das OKL denn dort jemals untergekommen?
Bau der 17 Bunker für das Oberkommando der Luftwaffe, das im Fürstenhof Quartier nehmen sollte
Quelle: http://www.bad-wildungen.de/geschichte2.htm

Grüße, Eric

Gast

Beitrag von Gast » 23.01.2005 16:31

das will ich und SES rausfinden. Und ob alles noch dar ist

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 23.01.2005 17:56

Die Bunker sind so ziemlich alle noch da. Teilweise sind sie genutzt, teilweise ungenutzt. Wer nähere Fragen dazu hat - bitte.

Mike

Gast

Beitrag von Gast » 23.01.2005 18:39

Hat jemand auch foto's gemacht vom OKL?

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Beitrag von MikeG » 23.01.2005 19:30

Also: Das ist nicht "das OKL", sondern Kurt Krause/Luz-Bau hat in Bad Wildungen im Auftrag des OKL Schutzbauten errichtet - quer durch die Stadt verteilt. Dabei hat er sich baulich/architektonisch erstaunlich frei auslassen können. Mit Sicherheit gab es Planungen, wie und wo sich das OKL in BW einquartieren wollte - dazu kam es aber nicht.

Und hier dann repräsentativ ein paar Fotos einiger Bauten.
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Der Andreas

Beitrag von Der Andreas » 24.01.2005 22:05

Einer der zwei kleinsten LS-Türme Deutschlands :-)
der steht hinter dem maritim, oder?
wenn nicht, sind auf alle fälle 2 ähnliche dort vorhanden.


grüße
andreas

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Beitrag von MikeG » 25.01.2005 13:15

Korrekt, einer gehört zum Maritim, der andere wird von der Stadt genutzt. Vom Prinzip her sind es zweistöckige Ringtreppentürme, jeweils mit einem großen Mittelraum pro Etage und Abort unter der Treppe.

Wenn es nicht Bunker wären, könnte man beinahe "putzig" sagen ...

Mike

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Leif
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Beitrag von Leif » 13.12.2005 14:14

Gasschutz und Luftschutz 1941, K r a u s e : Entwicklung und Formen bombensicherer Bauwerke 25 ff.

Entwicklung und Formen bombensicherer Bauwerke

Im Laufe der Geschichte haben die Umwälzungen in der Kriegstechnik in zahlreichen Fällen zwangsläufig zu grundlegenden Änderungen im Bauwesen Veranlassung gegeben. So verloren beispielsweise durch die Erfindung des Schießpulvers und seine Nutzanwendung die
mittelalterlichen Befestigungswerke und auch die damalige wehrhafte Siedlungsform der Städte ihre wesentliche Bedeutung. Die Entwicklung, die der Krieg im 18. und insbesondere 19. Jahrhundert nahm, führte schließlich dazu, bei der Planung der Städte und Häuser die Möglichkeit feindlicher Angriffseinwirkungen äußerst gering einzuschätzen.
Jedes neue Kampfmittel führt folgerichtig auch zu neuen Gegenmitteln. Der gewaltige Einfluß der Luftwaffe im modernen Kriege zwingt durch seine Auswirkungen zu wirksamen Abwehr- und Schutzmaßnahmen und stellt da mit auch den Architekten vor grundsätzlich neue Aufgaben. Unter den vielen das gesamte Bauwesen erfassenden Aufgaben des bauliehen Luftschutzes sollen hier insbesondere die Luftschutz-Gebäude behandelt werden. Dabei ist zunächst zwischen der luftschutz-technisch einwandfreien Durchbildung der Gebäude selbst und dem eigentlichen Luftschutzraumbau zu unterscheiden.
So wichtig bei der Errichtung neuer Bauten — gleich welcher Art — die Berücksichtigung des ersten Gesichtspunktes auch ist, vordringlich bleibt doch der eigentliche Luftschutzraumbau. Während der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestehens haben die aus Forschung und Erfahrung sich ergebenden und nun vorliegenden Bedingungen zu ganz bestimmten Bauwerksformen geführt.
Wir unterscheiden heute Luftschutzgebäude und -türme sowie völlig oder teilweise unter dem Gelände liegende Luftschutzräume in Form von Bunkern.
Von der ersten Gruppe entstand zunächst das Luftschutzraum-Treppenhaus. Als selbständiger Baukörper wurde es in Anlehnung an die Gebäude dort errichtet, wo nicht genügend Platz zur Verfügung stand, um für eine Vielzahl von Personen gesonderte Luftschutzräume zu schaffen. Die insbesondere auch in wirtschaftlicher Hinsicht gemachten günstigen Erfahrungen führten zu einer Fortentwicklung des Gedankens. Als nächster Schritt wurden solche Baukörper ohne Bezug auf Gebäude errichtet; es entstand da mit der Luftschutzturm. Für die Formgebung der ersten Türme waren le diglich Zweckmäßigkeitsgründe maßgebend. Da diese Türme in keinerlei Beziehungen zu der Architektur der umliegenden Bauwerke standen, mußten sie oft störend, ja unschön wirken. Die verschiedenen Turmtypen, die dann herausgebracht wurden, zeigten daher immer mehr das Bestreben, zu architektonisch annehmbaren Lösungen zu kommen. Die Notwendigkeit, mehrere Rundlinge auf einem Gelände zu erbauen, führte zu dem Versuch, sie durch einen Zwischenbau zu einem ein heitlichen Bauwerk zu verbinden.
Bild 1 zeigt einen Rundling von geringem Fassungsvermögen, der in einer Parkanlage steht. Die fragwürdige Architektur der Häuser in seiner Umgebung duldete keinerlei architektonische Anlehnung. Die Form des Rundlings ist einfach und schlicht, als schmückendes Beiwerk wurden lediglich der Sockel, die Gewände des Eingangs und der Lüftungsschlitz aus einheimischem Werkstein hergestellt.
Zunächst wurde aus bestimmten Erwägungen am Rundling festgehalten. Da aber der Treppenhaus-Luftschutzraum quadratisch oder rechteckig war, mußte man auch hier zu anderen Grundrißformen gelangen können: es entstanden Türme mit vier- oder mehreckigern Grundriß. Der Vorteil viereckiger Türme zeigte sich besonders dort, wo die Zusammenfassung von zwei Türmen gegeben war. Die Gestaltung fiel sehr viel glücklicher aus als beim Rundling. Die Bilder 2 und 3 geben einen solchen Doppelturm wieder. Seine Lage an einer im sanften Bogen führenden Straße gab Veranlassung, von einer Symmetrie abzuweichen und die Türme dem Straßenverlauf entsprechend gegeneinander zu verschieben. Dadurch ist vornehmlich erreicht, daß die an sich wuchtigen Baukörper für das Auge weniger schwer wirken. Diese beabsichtigte Wirkung wird durch das architektonische Gepräge, das an den romanischen Stil unserer alten Wehrbauten anklingt, noch unterstützt. Für die Werksteinarbeiten kam wiederum einheimisches Material zur Verwendung. Bei dem südlichen Turm führen die Eingänge in das Erdgeschoß und 1.Obergeschoß, beim nördlichen Turm — dem Bodenrelief entsprechend — in das Sockel- und Erdgeschoß. Unter der Durchfahrt liegt ein weiterer bombensicherer Luftschutzraum, der von beiden Türmen aus zugänglich ist und somit eine unterirdische Verbindung zwischen den Türmen herstellt. Er wurde in erster Linie aus Gründen der Platzersparnis gebaut. Der obere, gleichfalls bombensichere Verbindungsgang vermag ebenfalls Schutzsuchende aufzunehmen. Beide Bauteile erfüllen gleichzeitig die wichtige Aufgabe, die Belegungszahlen beider Türme auszugleichen; die Gefahr der Überfüllung eines einzelnen Turmes ist dadurch vollkommen ausgeschaltet.
Auch bei den im Gelände liegenden Schutzraumbauten ist eine architektonische Ausgestaltung für zweckmäßig erachtet worden. Die in Bild 4 sichtbare Terrasse ist ein solches Bauwerk, das nunmehr einen Wirtschaftshof gegen die neu entstandenen Gartenanlagen abschließt. Diese Terrasse ist nicht nur eine willkommene Bereicherung für das Anwesen, sondern tarnt gleich zeitig in vorbildlicher Weise den dar unter befindlichen Bunker. Der Zugang liegt im Kellergeschoß des Gebäudes, während der Notausgang außerhalb des Trümmerschattens und verhältnismäßig unauffällig zwischen Wirtschaftsweg und Liegewiesen angeordnet ist (Bild 5). Die rechte Treppenwange schließt an eine Trockenmauer an, die den Geländeunterschied auffängt und die durch eine Staudenrabatte plastisch und farblich belebt wird.
In einem anderen Falle (Bild 6) ist ein Luftschutzraum in einen Steilhang hineingeschoben. Seine Oberfläche wurde gleichfalls als Gartenterrasse ausgebildet, die den Bewohnern der umliegenden Häuser nun reichlich Luft und Sonne bietet und sie den früheren dumpfen und feuchten Hof vergessen läßt. Die Erbauung von Türmen und bunkerartigen Luftschutzräumen war jedoch nur in beschränktem Umfange möglich. Die Entwicklung führte weiter zum Bau von Luftschutzgebäuden. Die Gestaltungsmöglichkeit für sie ist außerordentlich vielseitig, auch lassen sie sich am günstigsten der Umgebung eingliedern.
Die einstöckige Luftschutzraumanlage auf Bild 7 schließt einen Platz mit alten Bauwerken ab. Hier waren weitgehende Beziehungen zu der Architektur des den Platz beherrschenden Monumentalbaues erwünscht. Zur Verkleidung wurde der dort verwandte Werkstein — ein warmer, rötlichgelb gefärbter Sandstein — gewählt. An der Stelle des Luftschutzhauses stand hier ein wenig ansehnliches Fachwerkgebäude, so daß das Stadtbild durch den neuen Bau fraglos gewonnen hat.
Für die Höhe und den Umfang der Gebäude sind das geforderte Fassungsvermögen und der zur Verfügung stehende Platz entscheidend. Die Lage bestimmt wiederum die Auswahl des Materials. So zeigt Bild 8 ein zweistöckiges Gebäude (ohne Keller) kurz vor der Fertigstellung In seiner einfachen Form fügt es sich der ländlichen Umgebung willig ein. Da alle Bauten der Nachbarschaft helle Farben bevorzugen, wurde es in einer ähnlichen Tönung gehalten. Der Vorsatzbeton der Türgewände und des Sockels wird scharriert.
Das Luftschutzgebäude in Bild 9 enthält zwei Stockwerke über und eines unter dem Gelände. Für die äußere Gestaltung waren die gleichen Gesichtspunkte wie bei dem eben erwähnten Bauwerk bestimmend. Da die Schutzsuchenden hauptsächlich aus einer Richtung kommen, befinden sich die Zugänge auf zwei aneinanderstoßenden Steinen.
Bild 10 zeigt ein Luftschutzgebäude mit einem Keller- und vier Obergeschossen. Unter Berücksichtigung seiner Lage ist hier für das Dach und den Giebel Schiefer verwandt; Sockel, Gewände und Türeinfassung sind aus rotem Sandstein angefertigt. Wie bei allen Luftschutzgebäuden ist auch hier für eine gute Durchlüftung gesorgt.
Ein anderes Beispiel ist in Bild 11 wiedergegeben. Alle fünf Geschosse liegen über dem Gelände; die Eingänge führen in das unterste und das darüber liegende Geschoß. Das Gebäude wurde aus der Baufluchtlinie zurückgesetzt, um den Eingang in das Nachbarhaus freizulassen und um den Schwierigkeiten, die sich bei einer denkbaren Zurückverlegung der Fluchtlinie durch die dann notwendig werdende Beseitigung des Luftschutzgebäudes entstehen würden, schon jetzt zu begegnen. Es wird vorgeschlagen, den Raum zwischen dem Luftschutzgebäude und der jetzigen Bauflucht durch einen Vorbau auszufüllen, der gewerblichen Zwecken dienen kann. Geplanter Vorbau und Luftschutzgebäude sollen in diesem Falle unter einem gemeinschaftlichen Dach vereinigt werden. Für die Ausgestaltung der Fassaden sind verschiedene Vorschläge ausgearbeitet, die sich den umgebenden Nachbargebäuden anpassen.
Nicht nur Luftschutzräume zur Aufnahme der Bewohner umliegender Häuser lassen sich am zweckmäßigsten in der Form von Luftschutzgebäuden errichten, sondern auch andere bombensichere Bauwerke werden vorteilhaft über dem Gelände angelegt. Das Gebäude auf Bild 12 zeigt eine Rettungsstelle. Im unteren Geschoß befinden sich die Behandlungsräume, während das obere Stockwerk den notwendigen Platz für Liegestellen bietet.
Diese wenigen Beispiele mögen als Hinweis dafür genügen, wie mannigfaltig sich Luftschutzräume gestalten und verwenden lassen. Ein großes und wichtiges Aufgabengebiet eröffnet sich hier für den Architekten und für den Städtebauer.
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Leif
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Beitrag von Leif » 13.12.2005 14:23

Bad Wildungen ist bunkermäßig sehr interessant, da dort einige Prototypen stehen, da die Bunker ab 1938 gebaut wurden. Zur Zeit wird einer von ihnen abgerissen.
Wenn es am Sonntag passendes Wetter ist, werde ich aktuelle Bilder machen.

Viele Grüße,
Leif

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