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Hamburg, Tiefbunker Steintorwall bei Nr.20

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Details
zsaid
710
Hamburg, Tiefbunker Steintorwall bei Nr.20
20095
Hamburg
Steintorwall bei Nr.20
Tiefbunker
2702
instandgesetzter Altbau

Dieser dreistöckige Tiefbunker erstreckt sich auf einer Länge von 140 Meter und in einer Breite von 17 Meter entlang fast des gesamten Hauptbahnhofs unter dem westlichen Vorplatz. Das Bauwerk wurde von der Reichsbahn  zwischen Ende 1941 und Oktober 1944 in zwei Bauabschnitten errichtet.  Während die südliche Hälfte im ersten Halbjahr 1943 fertig gestellt wurde und während der Gomorrha-Angriffe im Juli des Jahres bereits Schutz bot, wurde die Baustelle des Nordteils hierbei zerstört. Die offizielle Bauabnahme verzögerte sich so bis zum 3.10.1944. Die Baukosten betrugen damals 2.460.000 RM, also genau tausend Reichsmark für jeden der damals 2.460 Schutzplätze.

Bei einer Außenwandstärkre von 3,75m und einer 2,0m starken Decke (Erdüberdeckung ca. 0,8m) wurden fast 14.000 Kubikmeter Beton und rund 500 Tonnen Eisen in „Braunschweiger Bewehrung“ verbaut. Die Fundamentsohle liegt 11,8m unterhalb der Oberfläche, die Abwassergrube bei rund 14m.

Nach Kriegsende erlaubte die britische Kommandantur zunächst eine Nutzung für Wohnzwecke, bis etwa 1950 betrieb die Mitropa (Schlafwagengesellschaft) im Bauwerk ein gut gehendes Hotel/Restaurant.

Mitte der fünfziger Jahre wurde der Tiefbunker einige Zeit als Ausgabestelle für kostenlose Hilfspakete für die damalige sowjetische Besatzungszone (SBZ) genutzt. Bis Herbst 1963 folgte eine Nutzung als Lager.

Nach Erstellung der zivilschutztaktischen Gutachten wurde der Bunker 1961  vom Bundesministerium des Innern zur Wiederherrichtung  und zwischen Oktober 1964 und Dezember 1969 als Schutzraum wieder instand gesetzt.

Bei diesem Umbau, der zeitgleich mit dem Bau des direkt benachbarten Wallringtunnels stattfand,  wurde durch den geplanten Fußgängertunnel zwischen Hauptbahnhof und Mönckebergstraße die oberste Etage des Bunkers um rund 26 Meter zurückgebaut. Als Ausgleich wurde auf der mittleren Etage des Südteils ein zusätzlicher Liegeraum angebaut, so daß sich eine Gesamtzahl von 2.702 Schutzplätzen ergab. Die hermetische Trennung der jeweils autarken Nord und Südhälfte wurde beim Umbau beibehalten. Als Besonderheit verfügen beide Hälften über Dieselgeneratoren, die genügend Kapazität für jeweils bis zu 80% der Gesamtanlage besitzen. Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist die in einem Raum des Nordteils seit den sechziger Jahren eingerichtete, unbemannte Leitungsvermittlung der Bundesbahn.

Während der Schneekatastrophe im Winter 1978/79 stellte die Stadtverwaltung kurzfristig für einige Stunden Notunterkünfte für „gestrandete“ Bahnreisende im Bunker zur Verfügung.

In der Anlage finden regelmäßig Besucherführungen durch den Hamburger Unterwelten e.V. statt.

BBK (nur Adresse, Bauwerkstyp und Schutzplatzzahl)
Klaus Pinker
Michael Grube

14.06.2011 23:41
Geographische Lage
53.55249595059848, 10.00578224658966
Ja
Bilder
Kühlaggregate (Foto: Christel Grube)Bedienungshinweis (Foto: Christel Grube)Die Eingänge zum Süd- und Nordteil und das Mehrzweckaußenbauwerk direkt neben der Bushaltestelle (Foto: Christel Grube)Pumpenaufsatz für den Tiefbrunnen (Foto: Christel Grube)Blick in den Sandfilter (Foto: Christel Grube)Notausstieg vom Nordteil in den Südteil der Anlage (Foto: Christel Grube)Treppenhaus Süd zwischen 2. und 3. Untergeschoß (Bild: Michael Grube)Rettungsraum im Untergeschoß Süd (Bild: Michael Grube)Essenausgabe im Südteil (Bild: Michael Grube)Vor dem ABC-Filterraum des Südteils (Bild: Michael Grube)Netzersatzanlage des Südteils (Bild: Michael Grube)
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