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Stellung 3. Ordnung Trampeltier, 14641 Tremmen
Karte/Satellitenbild
Info
Name: Trampeltier
Typ: Stellung 3. Ordnung
Land Deutschland
Ort 14641 Tremmen
Koordinaten (WGS84) N 52° 32, O 12° 50
Beschreibung:
Hoffmann II/1 S. 300: ("Landbriefträger" des Jagdschloßbildes:) "Die ersten Anlagen dieser Art erlaubten die Übertragung des Funkmeßbildes aus der Versuchs-Jagdschloßstellung "Trampeltier" bei Tremmen, westlich Berlin, und aus der Stellung 1 Ordnung Bär A" (1/Ln Rgt 221) in Blumberg, ostwärts Berlin sowie der Stellung 2 Ordnung "Flamingo" (4 /Ln-Rgt 221 in Alt-Madhtz bei Parchim m den Gefechtsstand der 1 Flakdivision im Zoobunker Berlin.

Als nach der Luftschlacht um England ab Juni 1940 die nächtlichen Luftangriffe auf die Reichshauptstadt Berlin und andere Industrie- und Ballungsräume durch die britische Royal Air Force (RAF) begannen, stiegen die Anforderungen an die Luftaufklärung. Eine nur optische und ggf. akustische Ortung war völlig unzureichend, so dass die Entwicklung und der Einsatz von Funkmessgeräten (Radar) zur Koordination der deutschen Jagdflugzeuge und als Flak-Zielgeräte vorangetrieben. Die zu Kriegsbeginn vorhandene Technik der Freya-Geräte wurde fortentwickelt, es entstanden leistungsfähigere Geräte wie Mammut, Würzburg und Würzburg Riese. Eine der wichtigsten Entwicklungen war das Panoramaradar Jagdschloss durch die Fa. GEMA in Berlin. Beim Panoramaradar wurde nicht nur einzelne Flugzeuge durch einen Radarstrahl erfasst, vielmehr wurde durch einen rotierende Radarantenne ermöglicht, alle Flugzeuge des gesamten Luftraums auf einem Bildschirm abzubilden. Es konnten so die Bomberverbände nach Größe und Flugrichtung genau erfasst werden. Das erste der neuentwickelten Panoramaradargeräte wurde 1940 auf einem Betonturm auf dem Thyrowberg bei Tremmen errichtet. Hier stand nunmehr das erste Panoramaradar der Welt. Die Reichweite betrug über 200 km, so dass anfliegende Flugzeugverbände schon über Sachsen-Anhalt erkannt und erfasst werden konnten. Die vom "Jagdschloss" erzeugten Luftbilder wurden direkt an die Leitstelle der 1. Flakdivision übermittelt, die in einem Leitbunker neben dem Zoobunker in Berlin stationiert war. Hierbei machte man sich die Möglichkeiten des nach Berlin führenden Breitbandkabels zu nutze , so dass im Leitbunker im Tiergarten die Radarbilder auf einem Bildschirm zu betrachten waren. (Jens Ole Sendke)

Heute noch erhalten:
Das Tremmener Jagdschloß war als Stellung Trampeltier des Luftnachrichtenregiment 221 bis Ende April 1945 in Betrieb. Die technischen Einrichtungen wurden -soweit unzerstört- 1945 von sowjetischen Truppen demontiert und abtransportiert. Sie haben wahrscheinlich einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung der sowjetischen Radartechnik beigetragen. Der Betonturm wurde gesprengt. Die Betonreste waren bis in die 1960er Jahre ein Abenteuerspielplatz für die Tremmener Kinder. Sie sind heute mit Humusboden abgedeckt und als Erhöhung in Sichtweite des Galgenbergs erkennbar. Erhalten sind noch Reste des Verstärkeramtes Tremmen. (Jens Ole Sendke)
Bild(er)
Der Radarturm in den 40er Jahren
Turmruine, wahrsch. 50er Jahre
Rechts im Bild: Verstaerkeramt Tremmen
Die Reste des Verstaerkeramtes 2005
Quelle(n)
Hoffmann II/1 S. 300, 475
Jens Ole Sendke
Förderverein Dorfmuseum Tremmen e.V. http://www.museumtremmen.de
 
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Programmierung und Realisierung: Michael Grube. Besonderer Dank für die Idee und Konzeption dieser Datenbank gebührt Leif Kuchenbuch, der den Großteil der Daten zusammengetragen und erfasst hat. Aber auch den vielen Menschen, die mit Informationen und Fotos wertvolle Beiträge geleistet haben, möchten wir an dieser Stelle danken: Czarek Piotrowski, Michal Lalak, Daniel Gilberti, Fabrice Meli, Klaas van Brakel, Jos Vogel, Josef Buchhart, Eric Zeppenfeld, Michaël (SES) Svejgaard, Jürgen Zapf, Paul Mathevet, David Bonnaventure, CoVoX u.v.a.


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Letztes Update: 11.02.2014 17:51
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