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Restricted AreaWie die meisten anderen NATO-Länder (und nicht nur die ...) hatte auch Großbritannien während des Kalten Krieges bauliche Vorsorge getroffen, um die Regierung und Verwaltung im Falle eines Krieges in geschützten Bauwerken zumindest für begrenzte Zeit arbeits- und funktionsfähig zu halten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Ost und West setzte das Vereinigte Königreich allerdings nicht auf einen zentralen Ausweichsitz bzw. Regierungsbunker, sondern plante mit verteilten Ressourcen, also mehreren Schutzbauwerken an unterschiedlichen Orten.

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Die Metallwerke Niedersachsen Brinckman & Mergell ( MENIBUM)

 Der Lizenzbau von Flugzeugen für die Luftwaffe wurde mit dem Beginn des Jahres 1934 zu einem festen Bestandteil beim Hamburger Flugzeugbau. [1]  Allerdings brauchte man für die Aufträge eine Unterstützung, um die vom RLM geforderten Kapazitäten erfüllen zu können. Der Leiter der Flugzeugproduktion beim Hamburger Flugzeugbau, Max P. Andreae machte in seinen persönlichen Aufzeichnungen von 1967 deutlich, wie das Reichsluftfahrtministerium (RLM) und die Industrie bei der Aufrüstung der Luftwaffe zusammenarbeiteten, um den enormen Bedarf der Flugzeugfertigungs-Kapazitäten sicherzustellen.

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Ehemaliger Marinestützpunkt Emden

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Kai
 


Anmeldungsdatum: 02.09.2005
Beiträge: 135
Wohnort oder Region: Osnabrück/Münster

Beitrag Verfasst am: 22.10.2005 21:03 Antworten mit Zitat

2 Kumpels von mir waren Pipeline-Pioniere und haben auch ihre Grundausbildung in Emden gemacht.(95/96)

Das Ostfriesenbatallion war eine Mob-Einheit wie ich ja geschriebem habe.

Mir wurde erzählt das das Gelände wo Thyssen-Fahrzeugbau beheimatet ist früher ein Fahrzeugdepot war.Ich kann mich auch noch schwach erinnern das dort früher massenweise Fahrzeuge gehortet wurden.Auch auf der gegenüberliegenden Strassenseite.Das dort "nur" Tankfahrzeuge repariert und gewartet werden hab ich nicht geschrieben.

Von den Landungsfahrzeugen ist mir auch erzählt worden.Die waren irgendwann plötzlich verschwunden.
Was mich noch interessiert,ist wo dieses Landungsgeschwader/batallion genau gelegen hat.Besonders groß war die Anlage dort nicht.

Zu den Barcs.Ich meine mal gelesen zu haben das die Bundeswehr diese Fahrzeuge getestet hat,sie aber für die Bundeswehr nicht in Frage kamen.Vielleicht waren es diese "Testfahrzeuge"??
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 26.10.2005 17:46
Titel: Marine-Versorgungsstelle Emden-Königspolder
Antworten mit Zitat

12.01.54
Anlässlich einer Besprechung wird als ein für Zwecke einer künftigen Marine in Anspruch zu nehmendes Gelände auch der Industrie-Kai Königspolder in Emden genannt.

Feb. 54
Das Gelände, das früher unter der Bezeichnung „Grundstücke für U-Boot- und Schnellboot-Hafen am Königspolder“ (ehem. Hohenzollernhütte) geführt wurde, bestehend aus
a) 32,3 ha in Bundesbesitz (davon inzwischen 4 ha in Erbbaurecht an die Erdölgewerkschaft „Friesland“;
b) 14,7 ha an das Land Niedersachsen verpachtet;
c) 1,7 ha in Bundesbesitz;
wird im Rahmen einer Erkundung von Standorten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die der Unterbringung von Marine-Einheiten dienen sollen, erkundet. Es erweist sich als „in jeder Beziehung gut geeignet als Marinestützpunkt für die nach Emden zu legenden Flottillen.“

Während der Name „Königspolder“ sich eigentlich auf ein Gebiet nordwestlich der Nordseewerke bezieht, geht es hier vorwiegend um zu Borssum gehörende Flächen, die den Nordseewerken auf der südlichen Seite des Industriehafens gegenüber liegen. Im Herbst 1953 hatte das Land hier Planungen für den Bau eines Ölhafens eingestellt.

23.07.54
Als Übungsplatz wird ein Gelände von ca. 200 ha benötigt. Dazu soll ein Schießstand angelegt werden. Für beides kommt eine Fläche bei der Marine-Artillerie-Kaserne in Frage.

17.08.54
Die Stadt Emden, die sich - anschließend an frühere Marinetradition - eigentlich eine Garnison wünscht, spricht sich gegen die Stationierungsabsicht am Königspolder aus. Das Gelände Königspolder, nach Angaben der Stadt „erst während des Krieges an die Marine abgegeben“, liege mitten im Staatshafen und sei tauglich für große Seeschiffe (entsprechende Tiefe) und daher für Umschlag- und Industriezwecke hervorragend geeignet. Das Land bittet aus diesem Grund, anderes Gelände zu suchen, da der Königspolder für volkswirtschaftlich dringende Aufgaben benötigt werde (gemeint sind die Exporte aus dem Ruhrgebiet, die zu einem wesentlichen Teil über Emden verschifft werden) und die Marine vermutlich kein so tiefes Hafenbecken brauche.

In Wirklichkeit war die Liegenschaft 1937 für die Marine erworben worden, und man hatte ab ca. 1939 im westlichen Teil mit Ausschachtungen für ein U-Boot-Hafenbecken begonnen und auch einen Tiefbunker gebaut, der von der Besatzungsmacht gesprengt und eingeebnet wurde.

03.09.54
Beabsichtigt ist in Emden die Dislozierung eines Marinestützpunkts mit zwei Flottillen und einer Kraftfahrbereitschaft.

19.01.55
Geplant ist nunmehr die Stationierung eines L(andungs-)Geschwaders mit 230 Mann und allenfalls einer Kraftfahrbereitschaft. Da das Gelände nun als überdimensioniert für den Bedarf der Marine gilt, versucht man von offizieller Seite das Argument einzubringen, dass auch ausländische Kriegsschiffe hier zu Besuchen anlegen würden, womit man auch den Bedarf eines Kais mit größerer Wassertiefe rechtfertigen kann.

12.09.55
Emden will zwar immer noch eine Garnison, wünscht jetzt aber eine uneingeschränkte zivile Nutzung am Königspolder. Die Bundeswasserstraßenverwaltung bietet der Marine daraufhin Ausweichobjekte an, die allerdings unerschlossen sind:
a) Jarssumer Polder,
b) Wybelsumer Polder am Larrelt,
c) Rysumer Nacken, westlich der Knock.

Dez. 55
Die Planungen der Marine sehen jetzt eine Stationierung von 100 Schiffseinheiten in Emden vor. Es zeichnet sich aber ein erstes Umdenken ab, indem untersucht wird, ob man Borkum als Marinestützpunkt für die Ems in Anspruch nehmen könne.

12.01.56
Der Leiter der Abteilung Marine, KptzS Zenker, nennt in einem Interview als Marine-Standorte in Niedersachsen nur noch Borkum, Cuxhaven und Wilhelmshaven.

02.03.56
In Emden sollen keine Liegeplätze mehr eingerichtet werden, aber eine Marine-Versorgungsstelle. Auch für Borkum ist z.Zt. kein Marinestützpunkt geplant.

24.03.56
Jetzt ist es offiziell: Emden erhält keinen Marinestützpunkt.

21.07.56
Das Land Niedersachsen schlägt vor, das Gelände Königspolder (823 m Industrie-Kai, von denen die Marine für ihre Versorgungsstelle 650 m benötigt)) gegen das Ostufer des Außenhafens Emden zu tauschen. Ein Vorteil für die Marine wäre, dass ihr Betrieb dort nicht durch Schleusen beeinträchtigt wäre.

26.10.57
Die Kosten (Wertausgleich) für die Anlagen im Außenhafen sind so hoch, dass mit einem Bau in absehbarer Zeit nicht gerechnet werden kann. Daher entscheidet sich die Marine gegen einen Tausch.

Ein neuer Vorschlag kommt auf den Tisch. Die Marine solle einen Teil des Königspolder für die geplante Raffinerie „Erdölwerke Frisia“ [geplant vom Schweizer Gründer der MIGROS, Duttweiler, der auch ein Tankstellen-Netz unter dem Namen MIGROL betreibt] abtreten und den Rest provisorisch als Versorgungsstelle einrichten, die sie so lange nutzen könne, bis sich eine andere Lösung ergebe.

Anfang 1958
Die Fischmehl- und Futtermittelfabrik Egon Hinrichs muss in Wilhelmshaven der Marine wegen des Ausbaus der IV. Ausfahrt weichen und soll auf dem Königspolder Ersatzland erhalten. Weder Stadt (starke Ressentiments gegen Wilhelmshaven) noch Marine sind begeistert. Die Restanlage Königspolder gilt aber für den Zeitraum bis 1962 als ausreichend für die Unterbringung einer Versorgungsstelle und einer Kraftfahrbereitschaft für den inzwischen doch wieder aktuellen Marinestützpunkt Borkum.

09.04.58
Die Militärische Infrastrukturforderung (MIF) für die Anlagen am Königspolder (Lage-Nr. 03 6 11/1) wird erlassen. Diese sieht die Stationierung von einem Seeschlepper, zwei Hafenschleppern, zwei Versorgungsschiffen, einem Transportschiff und zwei Leichtern vor sowie Liegeplätze für sechs Gastschiffe (drei von Zerstörergröße und drei von der Größe schneller Minensuchboote).

22.11.58
Nach der Abgabe von 20 ha für den Ölhafen sieht die Rahmenkostenschätzung für Emden DM 7,4 Mio. und für Borkum DM 18,8 Mio. vor.

(Quelle: BA-MA, BW 1 / 21943, Emden-Königspolder, Marinestützpunkt, Bd. 1, 1954-58 )
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Kai
 


Anmeldungsdatum: 02.09.2005
Beiträge: 135
Wohnort oder Region: Osnabrück/Münster

Beitrag Verfasst am: 27.10.2005 22:24
Titel: Re: Marine-Versorgungsstelle Emden-Königspolder
Antworten mit Zitat

Rick hat folgendes geschrieben:


c) Rysumer Nacken, westlich der Knock.



Klasse Rick!! Jetzt weiß ich schon mal was das für eine Liegenschaft an der Knock das war.Interessieren würde mich noch wozu das Gelände nach 75 genutzt wurde.Sieht dort nämlich alles noch ziemlich fit aus.
Waren die Soldaten des Küstenumschlagbatallions denn jetzt in der Karl-v.-Müller-Kaserne untergebracht?? Das ist nämlich die alte Marine-Artillerie-Kaserne.Wie gesagt,die Marineanlage in Borssum hätte niemals Platz für ein ganzes Batallion gehabt.Mit einer Fahrbereitschaft und Versorgungsstelle passt das schon eher.
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 28.10.2005 13:53 Antworten mit Zitat

Hallo Kai,

es gibt zwar vermutlich noch unbewertete Akten zu Emden, aber was nach 1975 geschah, kann man denen erst nach Ablauf von jeweils 30 Jahren entnehmen. Zum KUB (hab' was gelernt icon_lol.gif ) gibt es eine Akte, aber die oben genannten Bedingungen gelten auch hier.

In den Bestandsinformationen des Militärarchivs findet sich jedoch Folgendes:
Zitat:
Küstenumschlag-Bataillon 2 / Amphibisches Transport-Bataillon 2 / Amphibisches Transport- und Umschlagbataillon 2

Durch Aufstellungsbefehl Nr. 99 -Marine- vom 16. Februar 1960 wurde zum 1. April auf Borkum das Küstenumschlag-Bataillon 2 aufgestellt. Truppendienstlich war das Bataillon zunächst dem Kommando der Amphibischen Streitkräfte, einsatzmäßig dem Führungsstab der Bundeswehr unterstellt. Zu seinen Aufgaben gehörte die Umladung von mit Seeschiffen herangebrachten militärischen Gütern aller Art über den offenen Strand oder über Nothäfen auf Binnentransportmittel. Bereits am 1. Oktober 1960 erfolgte die Verlegung des Bataillons nach Emden. Mit Wirkung vom 1. August 1961 wurde das Küstenumschlag-Bataillon 2 aus dem Unterstellungsverhältnis unter das Kommando der Amphibischen Streitkräfte herausgelöst und dem Deutschen Bevollmächtigten Nord in jeder Hinsicht unterstellt. Das Inspektionsrecht verblieb aber bei dem Kommandeur der Amphibischen Streitkräfte, der am 12. Februar 1963 die Bezeichnung Inspizient der Amphibischen Transporttruppen erhielt. Das Küstenumschlag-Bataillon 2 wurde am 15. Januar 1963 in Amphibisches Transport-Bataillon 2 umbenannt. Zum 1. Mai 1966 wurden der 1. und 2. POL-Zug (Petrol, Oil, Lubricants) des Amphibischen Transportbataillons 2 zur 6. Kompanie umgegliedert (Ergänzung 1 / 66 zum Aufstellungsbefehl Nr. 99 -Marine- vom 9. März 1966). Zu ihren Aufgaben gehörten der Umschlag und die Aufnahme von flüssigen Kraftstoffen aus Tankschiffen vor der offenen Küste, auf Reeden und in Nothäfen mittels Schlauch- oder Rohrleitungen über bis zu 6500 Meter, die Abgabe an Feldpipelines und Binnentransportmittel oder das Abfüllen in Gebinde. Am 1. Juli 1968 wurden die Amphibischen Bataillone der Amphibischen Gruppe in jeglicher Hinsicht unterstellt (Ergänzung 1 / 68 zum Aufstellungsbefehl Nr. 99 -Marine- vom 19. Juni 1968). Zum 1. Oktober 1969 erfolgte die Umbenennung des Amphibischen Transportbataillons 2 zum Amphibischen Transport- und Umschlagbataillon 2 (Ergänzung 1 / 69 zum Aufstellungsbefehl Nr. 99 -Marine- vom 9. Juli 1969). Das Amphibische Transport- und Umschlag-Bataillon 2 wurde Ende 1975 aufgelöst.

Schwere Amphibische Transportkompanie 2

Mit Aufstellungsbefehl Nr. 122 -Marine- vom 31. Januar 1964 wurde in Emden zum 1. April die Schwere Amphibische Transportkompanie 2 aufgestellt. Die Kompanie unterstand truppendienstlich dem Amphibischen Transport-Bataillon 2 und für den Einsatz dem Deutschen Bevollmächtigten Nord. Zu ihren Aufgaben zählten die Anbordnahme, der Transport über See sowie die Vonbordnahme rollender Schwerlasten (Panzer, Geschütze und Spezialfahrzeuge) bis zu einem Einzelgewicht von 60 t zum Zwecke der Zufuhr von militärischen Versorgungsgütern über den offenen Strand mit Hilfe von Landungsfahrzeugen. In der Zeit vom 25. März bis 30. Juni 1965 verlegte die Schwere Amphibische Transportkompanie 2 von Emden nach Borkum. Am 31. März 1969 wurde die Kompanie in Emden aufgelöst (Ergänzung 2 / 68 zum Aufstellungsbefehl Nr. 99 -Marine- vom 17. Dezember 1968).

Küstenumschlag-Bataillon 4 / Amphibisches Transport-Bataillon 4

Mit Aufstellungsbefehl Nr. 114 -Marine- vom 20. September 1962 wurde zum 1. Oktober in Emden das Küstenumschlag-Bataillon 4 aufgestellt. Seine Aufgabe war der Umschlag von mit Seeschiffen herangebrachten militärischen Gütern aller Art über den offenen Strand oder über Nothäfen auf Binnentransportmittel. Zunächst war das Küstenumschlag-Bataillon 4 dem Küstenumschlag-Bataillon 2 unterstellt. Das Küstenumschlag-Bataillon 4 wurde am 15. Januar 1963 in Amphibisches Transport-Bataillon 4 umbenannt. Am 1. Oktober 1963 verlegte es nach Großenbrode und wurde gleichzeitig dem Deutschen Bevollmächtigten Allied Forces Northern Europe an Stelle des Deutschen Bevollmächtigten Nord unterstellt. Der Kommandeur der Amphibischen Streitkräfte hatte das Inspektionsrecht. Am 1. Juli 1968 wurde diese Unterstellung aufgehoben: das Amphibische Transport-Bataillon 4 wurde in jeder Hinsicht dem Kommandeur der Amphibischen Gruppe unterstellt. Am 30. September 1969 wurde das Amphibische Transport-Bataillon 4 aufgelöst und als Geräteeinheit unter der Bezeichnung Amphibisches Transport- und Umschlag-Bataillon 4 weitergeführt. Das 4. Bataillon wurde am 30. September 1974 aufgelöst. Zum Bataillon gehörten Landungsboote der Klasse 521 und amphibische Transportfahrzeuge vom Typ LARC.

Gruß
Rick
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Maulwurf
 


Anmeldungsdatum: 20.01.2004
Beiträge: 50
Wohnort oder Region: Duisburg

Beitrag Verfasst am: 28.10.2005 19:45 Antworten mit Zitat

Danke an Euch alle!
Das sind sehr interessante Informationen.

Jetzt geh ich aber einfach mal noch ein Schritt zurück, zeitlich gesehen: in wie weit sind die jetzigen Hafenbecken deckungsgleich mit denen zu Zeiten des Kriegsmarine und der Kaiserlichen Marine?
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Kai
 


Anmeldungsdatum: 02.09.2005
Beiträge: 135
Wohnort oder Region: Osnabrück/Münster

Beitrag Verfasst am: 29.10.2005 16:55 Antworten mit Zitat

Ich finde das auch alles sauinteressant.Vor allem das es so eine hochinteressante Einheit direkt vor der Haustür gab.Ich wußte bis vor kurzem noch gar nichts über amphibische Einheiten außerhalb der Pioniertruppe.Ich dachte immer die Fahrzeuge die im Emder Hafen verrotteten wären von den Pios und einfach nur da eingelagert. icon_smile.gif Schade,das ich die damals nicht selbst mal gesehen hab. icon_sad.gif

Hab mal ein bisschen gegoogelt und folgende Seiten über amphibische Einheiten der BW gefunden.

http://www.i-zeitz.de/

http://www.janmaat.de/mar_rueckb.htm

http://www.bombel.de/index.htm
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 16.11.2005 18:29
Titel: KUB, Emden, Büsum und Nothäfen
Antworten mit Zitat

09.03.60
Die künftigen Küstenumschlagbataillone sollen aus
Stab- und Stabskompanie,
4 KüUmschlKp,
1 KüPOLUmschlKp
bestehen.

01.04.60
Aufstellungsbeginn des KüUmschlBtl 2 in Emden mit:
Stab
1.+2. Kp (aktiv)
3. Kp (GerEinh)
POL-Kp
LCU-Kp (diese soll später in einem „Schwerlastgeschwader“ aufgehen.
Vier Landungsboote des Typs Mannheim sollen als „über-STAN-mäßiges“ Gerät beim KUB 2 verbleiben. LCM 8 sollen in Deutschland in Lizenz gebaut werden.

02.08.60
STAN-Vorentwurf sieht je KüUmschlKp vor:
4 LCM 8 (Btl = 16),
6 DuKw (Btl = 24).
Künftige „Mutterschiffe“ sollen je 6 LCM 8 befördern.

20.09.60
Die KUB sollen mit je
96 LARC 5,
24 LARC 15 und
8 BARC
ausgestattet werden.
Vor einer definitiven Beschaffung soll aber je ein Exemplar für umfangreiche Erprobungen gekauft werden.

14.10.60
Falls neue Entwicklungen in den USA erfolgreich sind, soll die vorgesehene Anzahl von KUB von acht auf vier halbiert werden und ein besonderes KUB für Schwerlasten (Schwerlastgeschwader) gebildet werden. KüUmschlKp jetzt:
12 LARC 5 (insges. 16 x 12 = 192),
3 LARC 15 (insges. 16 x 3 = 48 ),
sowie insgesamt
16 LCM 8,
8 LCU,
8 BARC (60 t).

Folgende Stationierung ist geplant:
KUB 2, KUB 6 (GerEinh), KUB 8 (GerEinh) und Schwerlastgeschwader in Emden,
KUB 4 in Büsum.

Zum Thema der Stationierung der KUB findet auch eine Besprechung über die Nothafenplanung in Schleswig-Holstein statt. Das KUB 4 soll nun ausschließlich mit amphibischen Fahrzeugen an Stelle der geplanten Landungsschiffe und -boote ausgerüstet werden. Dann wird der Bau von Hafenanlagen in Büsum überflüssig. Stattdessen müssen nur noch eine Deichüberfahrt und Kfz-Abstellplätze errichtet werden. Die Nothafenplanung für Schleswig-Holstein sieht dann nur noch den Ausbau von Dagebüll, Friedrichstadt, Husum und Tönning vor.

09.11.60
Es sollen jetzt alle KUB auf amphibische Fahrzeuge umgerüstet werden

21.12.60
Die für Büsum vorgesehene Teilaufstellung des KUB 4 soll wegen Personalmangel vorläufig ebenfalls in Emden erfolgen. (Die Ausplanung der KUB hätte einen Personalbedarf von über 1.600 Soldaten ergeben, der mit den vorhandenen finanziellen Mitteln nicht zu decken ist.)

Zwischen 1960 und 1966
wird der Einsatz von „Mutterschiffen“ geprüft. Zu diesem Zweck werden vor allem die Schwergutschiffe vom Typ „Fels“ der DDG „Hansa“ in Bremen (nicht des Norddeutschen Lloyd, wie ich fälschlich geschrieben hatte) genauer betrachtet. Diese weisen Schwergutgeschirr auf und wären auch als schwimmende Stützpunkte auf hoher See oder als bewegliche Versorgungsbasis im In- und Ausland geeignet. Dazu gehören die
B-Klasse (beginnend mit der „Bärenfels“), die mit Traversgeien arbeitet und sehr viel langsamer als die übrigen Klassen ist;
G+K-Klasse (beginnend mit der „Gutenfels“), für die das Gleiche wie für die B-Klasse gilt;
L-Klasse (beginnend mit der „Lichtenfels“) ohne Geien, die als „völlig ausreichend“ eingestuft wird;
S-Klasse (beginnend mit der „Schwarzenfels“), noch besser geeignet; und der
Sondertyp „Treuenfels“, der zwar das schwerste Ladegeschirr hat, aber zu langsam ist.
Es seien vielleicht einige Kriterien genannt, die bei der Prüfung durch die Marine für ihre Einsatzzwecke eine Rolle spielen:
Laderäume ab 10 t;
Decksfläche;
Tankraum;
Lukengröße (dabei auch wichtig ihre Anordnung);
Schwergutbäume (dabei von Bedeutung, bei welchen Lasten das Schiff in einem wenig beladenen Zustand noch ohne Ballast stabil ist);
Übernahmezeit für je 100 t;
Tiefgang;
Geschwindigkeit.

Als Alternative zu einheimischen Schwergutschiffen wird auch die Beschaffung von amerikanischen LSD (Landing Shp, Dock) in Erwägung gezogen.

(Quelle: BA-MA, BM 1 / 17, Organisation Marine, Küstenumschlagbataillon, ca. 1960 - 66)
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Pipeliner
Gast





Beitrag Verfasst am: 05.09.2010 17:09
Titel: Re: Amphibienfahrzeuge und viele Lostplaces..
Antworten mit Zitat

Kai hat folgendes geschrieben:


Das InstDepot(?) ist praktisch privatisiert worden.Thyssen repariert dort u.a große Tankfahrzeuge der BW.Also das gleiche was die BW dort vorher gemacht hat.

Emden-Königspolder sagt mir jetzt nichts.Das Areal am Hafen hieß immer Marineanlage Borssum.

Die Karl-v.Müller Kaserne in Emden-Barenburg(von Aurich kommend fährt man dran vorbei) beheimatete früher ein ABC-Abwehrbatallion und Pipeline-Pioniere.


>> Richtig! Hier war das ABC-Abwehrbataillon 110 "Das Ostfriesische" und die Technische Spezialkompanie (PplPi) 200 stationiert.

Kai hat folgendes geschrieben:
In Emden war früher auch das "Ostfriesenbatallion beheimatet.Eine Mob-Einheit bei der mein Vater jahrelang als InsZugführer eingeplant war.Wo genau weiß ich nicht.Anscheinend aber teilweise im Hafen,teilweise in der Kaserne und um Emden herum (Depot Hage).


>> Es gab an der Nesserlander Strasse in Emden ( das ist schon Richtung Hafen) einen MobStützpunkt. Kann sein, das dein Vater dort mob eingeplant war.

Kai hat folgendes geschrieben:
Heute gibt es in Emden nur noch eine Minieinheit die irgendwas mit Materialerprobung macht.Wahrscheinlich hat das mit den Thyssen-Nordseewerken zu tun die in Emden ja U-Boote etc.bauen.
.


>> In Emden befindet sich der Güteprüfdienst der Bundeswehr als zivil-militärische Dienststelle. Ansonsten ist Emden, auch auf Betreiben des noch amtierenden OB "bundeswehrfrei"

hollihh hat folgendes geschrieben:
Königspolder ist mir als Ortsbezeichnung ebenfalls völlig unbekannt...

An die LARC 5 des 2. Amphibischen Transport- und Umschlagbataillons kann ich mich als Kind noch sehr gut erinnern, die fuhren oft im Straßenmarsch durch die Gegend. Schöne Bilder gibt's hier :

http://www.panzerbaer.de/archiv/seite_w.htm

In der Nähe des Marinekais gammelten jahrelang auch BARC Amphibienfahrzeuge vor sich hin. Aus "Kindersicht" waren die riesig. ich bin durch den Maschinenraum im Doppelboden geklettert, der hatte mehr als Stehhöhe. Die Reifen waren platt und immer noch größer als mein Vater..das hat mich schon schwer beeindruckt. Ich habe keine Ahnung, wo die Fahrzeuge herkamen und später geblieben sind - Anfang der 90er habe ich sie m.W. dort noch gesehen (Straße Richtung Kraftwerk "Zum Nordkai", auch fast ein Lostplace). Hat jemand Bilder oder Infos- über die BARC findet man leider nur sehr wenig, die Bundeswehr hatte m.W. keine.

In der Nähe des Marinekais befindet sich auch noch ein respektabler, gesprengter Bunker und ein verbunkerter(?) Tank, der zur Marine gehört haben soll (kann das jemand bestätigen)

Pipelinepioniere waren m.W, nicht in Emden stationiert zumindestens nicht als aktive EInheit, von einem "Ostfriesenbataillon" ist mir auch nichts bekannt (Mob-Einheit ??)


>> Siehe oben. Das ABC-Abwehrbataillon wurde 1997 aufgeklöst und als Geräteeinheit nach Albersdorf S-H verlegt. Die technische Spezialkompanie war von 1993 - 1996 in Emden stationiert und ist im Oktober 1996 ebenfalls nach Albersdorf S-H verlegt worden. Die Kompanie ist dann Anfang des neuen Jahrtausends in das SpezPiBtl 164 (Husum) integriert worden.

hollihh hat folgendes geschrieben:
Die Minieinheiten sind zivile Beschäftigte des BWB in Koblenz und der Güteprüfdienst, die bei Thyssen sind. Die InstEinheit ist nie eine gewesen, sondern Thyssen Fahrzeugbau. Dort werden Fahrzeuge der Bw in der MES 4 (Materialerhaltungsstufe 4, Depotinstandsetzung) instandgesetzt, allerdings nicht nur Tankfahrzeuge. Die Geschichte von Thyssen in Emden ist schon fast einen eigenen Thread wert (ehem. Rheinstahl Nordseewerke).


Der Marinekai sollte später noch einmal "reaktiviert" werden, irgendein Marine-Geschader sollte dorthin verlegt werden, wurde dann aber tatsächlich nach Warnemünde (?) verlegt.

Emden selbst bietet noh eine Vielzahl von Lostplaces im Hafenbereich (die alte Kohle-/Erzverladung, vielleicht hat jemand Bilder ?), die vielen Bunker oder das "Nebelhaus" in Larrelt...vielleicht ist ja ein Emder hier ?Ich bin zu selten in der Gegend...
icon_wink.gif


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