Schutz und Hilfe - kostenloses eBook zum Download

schutz und hilfe200"Schutz und Hilfe - Die Geschichte der Entwicklung des Schutzes der Bevölkerung in Deutschland bei Katastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen von 1871 - 1945" heisst unser neues eBook. Godeke Klinge, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema befasst, selbst schon ebenso lange beim THW tätig ist, am Aufbau des leider nicht mehr existierenden Bevölkerungsschutz-Museums in Hamburg beteiligt war und vielen aus unserem Forum nicht unbekannt sein dürfte, hat sein fundiertes Wissen und seine Recherchergebnisse über diese Ära des Bevölkerungsschutzes auf 190 Seiten nidergeschrieben und uns freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ab heute stellen wir es kostenlos als eBook im PDF-Format zum Herunterladen bereit.

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Restricted AreaWie die meisten anderen NATO-Länder (und nicht nur die ...) hatte auch Großbritannien während des Kalten Krieges bauliche Vorsorge getroffen, um die Regierung und Verwaltung im Falle eines Krieges in geschützten Bauwerken zumindest für begrenzte Zeit arbeits- und funktionsfähig zu halten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Ost und West setzte das Vereinigte Königreich allerdings nicht auf einen zentralen Ausweichsitz bzw. Regierungsbunker, sondern plante mit verteilten Ressourcen, also mehreren Schutzbauwerken an unterschiedlichen Orten.

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Kombinierter Nachtjagdraum "Roland" ( Bremen)

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Leif
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 12.05.2002
Beiträge: 2674
Wohnort oder Region: Kiel

Beitrag Verfasst am: 30.03.2004 21:16
Titel: Kombinierter Nachtjagdraum "Roland" ( Bremen)
Antworten mit Zitat

Hallo.
Hier ein Ausschnitt aus dem Buch, welches sich mit der Luftabwehr in Bremen befasst. Für Leute, die sich mit dem Thema in Bremen befassen, wohl unverzichtbar. Der Autor hat alle Themenbereiche behandelt.

Evtl. sind hier im Forum ja Personen, die sich mit dem Thema eingehender befasst haben und weitere Erläuterungen oder Ergänzungen einfliessen lassen können.

Viele Grüße,
Leif


Reinhold Thiel
Die bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg
Verlag Hauschild Bremen1995
ISBN: 3-929 902-34-6
Text: Seite 76 und 78
Karte: Seite 151



„f. Der Kombinierte Nachtjagdraum „Roland"
Für die besonders luftgefährdeten Verteidigungsgebiete wurden Abwehreinrichtungen geschaffen, die ein kombiniertes Zusammenwirken zwischen den radargebundenen Nachtjägern und der Flakartillerie vorsahen.101
Auch Bremen genoß den Vorzug, Verteidigungsobjekt eines solchen Kombinierten Nachtjagdraumes, wie er offiziell hieß, zu sein. Taktisch nannte er sich „Roland".
Wenn auch das Aufstellungsdatum des Konaja-Raumes „Roland" mit dem 1. August 1941 angegeben wird102, so reichen seine Wurzeln doch weiter zurück. Bereits im Oktober 1940 wurde durch Hptm. Bure in der Baumwollbörse ein Seeburg-Tisch zur Jägerleitführung eingerichtet, um, wie zu vermuten ist, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Flakartillerie bei örtlichen Abwehreinsätzen zu sammeln (in der Baumwollbörse war auch der Flaksender Roland I untergebracht; er wechselte später in den Flakbunker am Bürgerpark. Eine Ausweichstelle, Roland II, war im Bunker an der Scharnhorststraße installiert).103 Es war nicht mehr in Erfahrung zu bringen, mit welchen Ortungsmitteln experimentiert wurde. Es ist aber anzunehmen, daß zu diesem frühen Zeitpunkt noch nach Methoden der hellen Nachtjagd, d. h. nach Führen des Gegners durch Flakscheinwerfer, operiert wurde.104 Als der Kombinierte Nachtjagdraum „Roland", der organisatorisch zum Hellen Nachtjagdraum 3 (Vechta) gehörte, am 1. August 1941 als einsatzbereit gemeldet wurde, bot er folgendes Bild:105
Das Luftsperrgebiet Bremen war in drei Jagdsektoren mit je einer Jägerleitstelle aufgeteilt. Taktisch führten sie die Namen
„Anton" (Standort Lemwerder), „Charlotte" (Standort Stuhr)
und „Bruno" (Standort Trupe).
Sie waren materiell und personell gleich ausgestattet, so daß man sich darauf beschränken kann, eine Leitstelle zu beschreiben. Die Leitstelle „Anton" (Lemwerder) zeichnete für den Einsatz im nordwestlichen Einflugsbereich verantwortlich. Sie verfügte über je ein Würzburg-Gerät, ein Funk- und ein Leuchtfeuer. Im vorgelagerten Warteraum, der in Höhe von Elsfleth den Einflugweg nach Bremen vom Unterlauf der Weser her verriegelte, waren je ein Würzburg-Riese, ein Würzburg-Gerät, ein Leucht- und zwei Funkfeuer in Stellung gegangen. Hinzu kam ein weiteres Funkfeuer, das versetzt vor dem Warteraum lag. Die Einsatzleitung der Nachtjäger lag beim Jägerabschnittsführer, der sich mit seinen drei Seeburg-Tischen im Gefechtsstand des örtlichen Flakkommandeurs aufhielt und seine Jäger über Sprechfunk zum Einsatz in die Warteräume schickte.
76
Grundsätzlich war es so, daß der Jägerabschnittsführer, in Bremen ab 1942 Hptm, von Schnoor, seine Nachtjäger nicht nach Belieben an den Start schicken konnte, sondern daß er auf die Genehmigung durch den örtlichen Flakkommandeur angewiesen war. Gegen Großangriffe war mit einem Abwehreinsatz von nur drei Nachtjägern über Bremen wenig auszurichten. Bis auf wenige Maschinen, die mit großer Sicherheit ein Opfer der Nachtjäger geworden wären, hätten alle Angreifer ihre Abwurfmittel unbehelligt über der Stadt abwerfen können; denn aus Sicherheitsgründen für die Nachtjäger war während des Abwehreinsatzes die Flakartillerie stillgelegt. Auf einen Schutz durch die Flakartillerie konnte aber nur dann verzichtet werden, wenn es sich bei den Einflügen um einzelne Maschinen oder Kleinverbände handelte, die in Höhen über 5000 m einflogen (darunter hatte die Flakartillerie grundsätzlich Vorrecht bei der Feuerfreigabe). Wurde vom Flaksender der Befehl „Diana" erteilt, schwieg die Flakartillerie, und die Nachtjäger griffen ein.106 Die Luftlagemeldungen des Flugmeldedienstes wurden aufmerksam verfolgt und auf einer Großraumlagekarte vermerkt. Sobald das Luftsperrgebiet Bremen von Feindverbänden berührt wurde, liefen die Frühwarnmeldungen durch die eigenen Freya-Geräte im Gefechtsstand der 8. Flakdivision auf. Die 8. Flakdivision verfügte zunächst nur über zwei Frühwarnstationen:107
Freya I auf dem Weyerberg und Freya II bei Barrien.
Ende 1942/Anfang 1943 wurde das Frühwarnsystem „Roland" noch durch eine dem Verteidigungsraum vorgelagerte Freya-Stellung bei Steinkimmen bereichert. Taktisch nannten sich die Freya-Stellungen danach
Freya Nord (Weyerberg), Freya Süd (Barrien) und Freya West (Steinkimmen). Diese Radarstellungen blieben bis zum Kriegsende im Einsatz. War den Nachtjägern die Feuerfreigabe erteilt worden, so schickte der Jägerabschnittsführer seine Nachtjäger in die Warteräume. Die Maschinen fanden sich über ihren Funkfeuern ein und warteten auf genaue Anweisungen, die ihnen alsbald über Sprechfunk durch den Leitoffizier des jeweiligen Suchsektors durchgegeben wurden. Mit Hilfe eines Würzburg-Gerätes dirigierte der Na-Offizier seinen Nachtjäger an die durch den Würzburg-Riesen aufgefaßte Feindmaschine heran und führte ihn solange, bis der Nachtjäger den Abschuß meldete oder der Angreifer den Wirkungsbereich des Würzburg-Riesen verließ.
Ende 1942 erhielten die Jägerleitstellen neue Decknamen, deren lokale Zuordnung jedoch nicht möglich war:108
2 Dora, 3 Anton, Bruno und Anna.
Wenn man die Erfolgsbilanz der Nachtjäger im Konaja-Raum „Roland" betrachtet, so geht man sicherlich nicht mit der Feststellung fehl, daß hier das in die Jägerleitführung investierte Material und Personal wenig wirkungsvoll eingesetzt war; denn bis zum 1. Juli 1943 waren durch die Bremer Nachtjäger ganze drei Bomber abgeschossen worden, darunter noch ein Flugzeug unter Mitwirkung der Flak.109“
 
 (Datei: Bremen-LP.jpg, Downloads: 495)
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grisu1702 (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 30.03.2004 21:48 Antworten mit Zitat

Zitat:
Taktisch nannten sich die Freya-Stellungen danach
Freya Nord (Weyerberg)


Hallo Leif,

das ist jetzt ein Zufall, ich wohne seit 1978, also fast 26 Jahre in Worpswede, der Weyerberg (Freya Nord) gehört zum Ort dazu.

Ich war letztes Wochenende mal auf Spuren der Käseglocke und habe dort durch Zufall auch ein Relikt einer "Flakstellung (??)" auf dem Weyerberg gefunden und auch fotographiert....Bild kommt nach, der Eigentümer der Käseglocke hat dieses "Metallteil" 1945 vom Weyerberg in seinen Garten geholt, wohl als Blumenwand o.ä.

Jedenfalls bin ich jetzt hier in Worpswede am Suchen nach Zeitzeugen und evtl. Bildern dieser Flakstellung.
 
 (Datei: Text.jpg, Downloads: 386)  (Datei: Gitter.jpg, Downloads: 373)

Zuletzt bearbeitet von grisu1702 (†) am 31.03.2004 10:39, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Deichgraf
 


Anmeldungsdatum: 27.05.2002
Beiträge: 1012
Wohnort oder Region: Hamburg

Beitrag Verfasst am: 31.03.2004 06:44
Titel: Re: Kombinierter Nachtjagdraum "Roland" ( Bremen)
Antworten mit Zitat

Leif hat folgendes geschrieben:


Reinhold Thiel
Die bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg
Verlag Hauschild Bremen1995
ISBN: 3-929 902-34-6


Wieso hast Du ausgerechnet immer die Bücher in der Hand, die ich grade suche 2_ranting.gif 2_kiss.gif
_________________
Bis dann
Deichgraf
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grisu1702 (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 31.03.2004 16:36 Antworten mit Zitat

Moin zusammen,

dank der Hilfe von Leif sind jetzt auch die Bilder in meinem obigen Beitrag online.

@Leif: Vielen Dank 2_thumbsup.gif
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EricZ
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 06.05.2003
Beiträge: 3354
Wohnort oder Region: Venloer Scholle

Beitrag Verfasst am: 31.03.2004 16:49 Antworten mit Zitat

Moin,

Was könnte dieses rote Gitter aber sein?

Ein Relikt der ehemaligen Flakstellung hort sich zwar nett an, aber... :crazy: ich könnte dieses Teil nicht zuordnen!

Eric
_________________
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...
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Leif
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 12.05.2002
Beiträge: 2674
Wohnort oder Region: Kiel

Beitrag Verfasst am: 06.08.2005 19:07 Antworten mit Zitat

Sag mal Andreas,
(Deine Ehre als Geocacher icon_smile.gif ), wo stand denn der WR-Sockel östlich Deines Heimatortes?

Könntest Du mal die älteren Leute bei Dir befragen?

Viele Grüße,
Leif
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grisu1702 (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 07.08.2005 00:34 Antworten mit Zitat

Leif hat folgendes geschrieben:
Könntest Du mal die älteren Leute bei Dir befragen?


Hallo Leif,

habe ich teilweise schon, das Ding ist, die Meisten wissen davon nichts, weil sie während der Kriegszeit nicht in Worpswede waren.
Aber jetzt wird es interessant, ein ansässiges Photostudio hat ein Archiv aufgebaut, in dem sich ein grosses Verzeichnis von Bildern seit 1933 befinden soll. Es soll sich um mehrere tausend Bilder handeln icon_exclaim.gif Hier will ich unbedingt hin.

Ich werde mal in den nächsten Wochen versuchen mit unseren "Feuerwehrsenioren" zu sprechen, das ist so Jahrgang 1930, die müssten eigentlich was wissen.

Achso, das rote Teil stammt wirklich von einer "Radarstellung" auf dem Weyerberg. Das wurde mir schon bestätigt, nach dem Motto "Sowas stand auf dem Weyerberg".

Glaub mir, ich bin mehr als Neugierig auf die Geschichte dieses Dorfes im 3. Reich, sobald ich darüber mehr weiss, werde ich es veröffentlichen.

Schönen Gruß
Andreas
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SES
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 1658
Wohnort oder Region: 05 ON LT 8

Beitrag Verfasst am: 07.08.2005 12:20 Antworten mit Zitat

grisu1702 hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Taktisch nannten sich die Freya-Stellungen danach
Freya Nord (Weyerberg)


Hallo Leif,

das ist jetzt ein Zufall, ich wohne seit 1978, also fast 26 Jahre in Worpswede, der Weyerberg (Freya Nord) gehört zum Ort dazu.

Ich war letztes Wochenende mal auf Spuren der Käseglocke und habe dort durch Zufall auch ein Relikt einer "Flakstellung (??)" auf dem Weyerberg gefunden und auch fotographiert....Bild kommt nach, der Eigentümer der Käseglocke hat dieses "Metallteil" 1945 vom Weyerberg in seinen Garten geholt, wohl als Blumenwand o.ä.

Jedenfalls bin ich jetzt hier in Worpswede am Suchen nach Zeitzeugen und evtl. Bildern dieser Flakstellung.


Hi Guys,
The red "thing" is part of the supporting legs for a Freya LZ. I have a similar picture from France.
bregds
SES
 
 (Datei: DSCN3625 (Small).JPG, Downloads: 59)  (Datei: Freya LZ A rz.jpg, Downloads: 67)
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Leif
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 12.05.2002
Beiträge: 2674
Wohnort oder Region: Kiel

Beitrag Verfasst am: 07.08.2005 13:02 Antworten mit Zitat

Danke SES 3_danke.gif

Schon wieder etwas gelernt!

Schöne Grüße,
Leif
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EricZ
Ln-Nerd


Anmeldungsdatum: 06.05.2003
Beiträge: 3354
Wohnort oder Region: Venloer Scholle

Beitrag Verfasst am: 07.08.2005 13:34 Antworten mit Zitat

Sacht mal ihr beiden Schlauberger icon_wink.gif

Ich bin scheinbar blind oder Michaels Bild ist für meine schwachen Augen nicht groß genug... icon_lol.gif
Könnte mal bitte einer von euch beiden helfen - sicherlich nicht nur mir...


Wo soll dieses rote Teil / red thing denn am Freya-LZ angebracht gewesen sein?

Eric
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