Schutz und Hilfe - kostenloses eBook zum Download

schutz und hilfe200"Schutz und Hilfe - Die Geschichte der Entwicklung des Schutzes der Bevölkerung in Deutschland bei Katastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen von 1871 - 1945" heisst unser neues eBook. Godeke Klinge, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema befasst, selbst schon ebenso lange beim THW tätig ist, am Aufbau des leider nicht mehr existierenden Bevölkerungsschutz-Museums in Hamburg beteiligt war und vielen aus unserem Forum nicht unbekannt sein dürfte, hat sein fundiertes Wissen und seine Recherchergebnisse über diese Ära des Bevölkerungsschutzes auf 190 Seiten nidergeschrieben und uns freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ab heute stellen wir es kostenlos als eBook im PDF-Format zum Herunterladen bereit.

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Kelvedon Hatch RGHQ 5 - Britischer Ausweichsitz

Restricted AreaWie die meisten anderen NATO-Länder (und nicht nur die ...) hatte auch Großbritannien während des Kalten Krieges bauliche Vorsorge getroffen, um die Regierung und Verwaltung im Falle eines Krieges in geschützten Bauwerken zumindest für begrenzte Zeit arbeits- und funktionsfähig zu halten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Ost und West setzte das Vereinigte Königreich allerdings nicht auf einen zentralen Ausweichsitz bzw. Regierungsbunker, sondern plante mit verteilten Ressourcen, also mehreren Schutzbauwerken an unterschiedlichen Orten.

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Die Metallwerke Niedersachsen Brinckman & Mergell ( MENIBUM)

 Der Lizenzbau von Flugzeugen für die Luftwaffe wurde mit dem Beginn des Jahres 1934 zu einem festen Bestandteil beim Hamburger Flugzeugbau. [1]  Allerdings brauchte man für die Aufträge eine Unterstützung, um die vom RLM geforderten Kapazitäten erfüllen zu können. Der Leiter der Flugzeugproduktion beim Hamburger Flugzeugbau, Max P. Andreae machte in seinen persönlichen Aufzeichnungen von 1967 deutlich, wie das Reichsluftfahrtministerium (RLM) und die Industrie bei der Aufrüstung der Luftwaffe zusammenarbeiteten, um den enormen Bedarf der Flugzeugfertigungs-Kapazitäten sicherzustellen.

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Ehemaliges Nuklearwaffen-Depot Flensburg / Meyn?

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kuhlmac
 


Anmeldungsdatum: 18.06.2005
Beiträge: 2236
Wohnort oder Region: Hamm / Iserlohn

Beitrag Verfasst am: 18.10.2005 19:30 Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Stärke der Kustodial-Einheit sollte später über 80 Personen betragen, vielleicht ist da ein amerikanischer InstZg mitgerechnet. Weiß irgendjemand, wie das mit den DSUs lief? Zuerst dachte ich, das betreffende DSU habe vielleicht die Nummer 3 getragen, und habe die Bezeichnung in Anführungszeichen gesetzt. Jetzt taucht "2 DSU" auf, und mir scheint, dass es vielleich wirklich mehrere DSUs gab.


Da muss ich leider passen. Ist mir nix zu bekannt

Zitat:
Nordoe wurde ja in Breitenburg eingemeindet, und das liegt beides bei Itzehoe. Ob hier unterschiedliche Standorte oder nur unterschiedliche Bezeichnungen vorlagen, kann ich nicht sagen. Ich wollte das an Fakten weitergeben, was die Akte bietet.


Unsere SwKp wurde ja "auf dem Übungsplatz Nordoe" aufgestellt - das hatt ich mir noch aus der Chronik gemerkt, also wohl dem Übungsplatz von IZ. Denke, das hier nur unterschiedliche Bezeichnungen vorliegen, sicher bin ich aber nicht.

Zitat:
Aber was sagt man zu Kellinghusen als Standort des RakArtBtl?


Tja, Kellinghusen hatte ja ebenfalls Sonderwaffenbewacher und entsprechende Artillierieeinheiten. Vielleicht zunächst eine Art Ersatz und Zusatzeinheit? Bin jetzt etwas am Ende... Wir haben aber in der Grundausbildung an Kellinghusen abgegeben und in FL einige Leute von dort bekommen, es fans also Personalaustausch statt. Auch einige Lehrgänge gabs da für unsere Leute. War da auch die DSU? Das weiss ich nämlich nicht. In FL war sie aber nicht bei den Amis, es gab nur deutsche Inst.-Einheiten, die aber auch "alles" machten, es gab auch eine Inst-Kp für Waffen die IMHO auch Sw-Inst machte, bin da aber nicht ganz sicher, lange her.

EDIT: Moment, beim längeren Nachdenken fällt mir ein, daß es Ami-Bereich doch eine Wartungshalle etwas größeren Ausmaßes gab. Könnte also die Halle für die DSU gewesen sein, war etwa so hoch, daß ein Werfergestell voll hochgefahren werden konnte... hatten wir aber nix zu suchen icon_wink.gif Ich war meist im Verwaltungs/TUK-Bereich der Amis.
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 18.10.2005 22:11 Antworten mit Zitat

Zitat:
dass die StOMunNdlg „nördlich des Kanals“ liegen soll
Es wunderte mich nur, dass das extra vermerkt wurde, weil Bredstedt ja bereits nördlich des Kanals lag, also keine Veränderung eintreten würde.
Zitat:
87
Tschuldigung, war schon etwas finster...
Zitat:
klassisch logisch
Ist immer schön, wenn eine Prüfung das Ergebnis schon vorwegnimmt...und dann doch daneben liegt.
Zitat:
InstZg
Wenn USAREUR das fordert, gehe ich davon aus, dass der Zug amerikanisch war.
Zitat:
Kellinghusen
Es gibt bisher keinerlei Hinweise, dass das RakArtBtl 650 je dort lag. Obwohl es nicht in Flensburg aufgestellt wurde.
Schönen Abend
Rick
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kuhlmac
 


Anmeldungsdatum: 18.06.2005
Beiträge: 2236
Wohnort oder Region: Hamm / Iserlohn

Beitrag Verfasst am: 19.10.2005 09:54 Antworten mit Zitat

Zitat:
Kellinghusen



Ne-ne, ich meinte das auf die Amerikaner bezogen, denn da waren welche....
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Claus P.
 


Anmeldungsdatum: 11.01.2004
Beiträge: 216
Wohnort oder Region: 22607 Hamburg

Beitrag Verfasst am: 19.10.2005 14:35 Antworten mit Zitat

Hallo- was ist denn jetzt aus der Mun-Niederlage Bredstedt geworden ? Ist die stillgelegt ? Und ist der BGS noch in Bredstedt ? Hab mal gehört das der Standort aufgelöst werden sollte !
Mfg Claus
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 19.10.2005 16:43
Titel: Wie wär's mit Jagel?
Antworten mit Zitat

10.01.68
Die Haushaltslage macht schon wieder eine Stationierungsuntersuchung nötig. Und zwar soll eine Umwandlung der kürzlich fertig gestellten konventionellen StOMunNdlg in Meyn in Typ J + K in Größenordnung der Planung Bredstedt geprüft werde. Falls eine gemeinsame Unterbringung der bestehenden und der neuen StOMunNdlg nicht möglich ist, sind Vorschläge für eine getrennte Planung zu machen.

31.01.68
Der Neubau einer StOMunNdlg J + K in der näheren Umgebung Flensburgs scheidet aus. Im Norden Flensburgs fürchtet man, die dänische Bevölkerung durch eine nächtlich stark beleuchtete Anlage zu erschrecken; der Osten wäre zu weit entfernt von der Kaserne; im Süden gibt es aufgrund eines großen Schutzbereichs für die GSVBw 11 Klein-Wolstrup keine Bebauungsmöglichkeit; und im Westen sind eigentlich schon zu viele militärische Anlagen oder Bauvorhaben.

So konzentriert sich die Suche erneut auf Meyn, das, obwohl entgegen den Richtlinien mehr als 15 km von der Kaserne entfernt, bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h in 25 Min. zu erreichen ist
a) Der Typ J + K könnte ohne sonstigen Geländeerwerb in der StOMunNdlg Meyn untergebracht werden, wenn ein modernes landwirtschaftliches Gehöft mit Nebengebäuden verlegt wird. Dieses ist aber gerade erst bezogen worden. Daher ist es sehr fraglich, ob Landrat und Landesregierung ihre Zustimmung geben. Meyn liegt schon jetzt sehr nahe an Flensburg. Außerdem reicht die bisherige StOMunNdlg für den Bedarf des StO Flensburg nicht mehr aus [obwohl erst kürzlich gebaut!].
b) Nur den Typ J in der StOMunNdlg unterbringen. Allerdings müssten dann diverse Munitionslagerhäuser wieder abgebrochen werden, was finanziell kaum zu verantworten ist.
c) Keine Umwandlung der StOMunNdlg, sondern Errichtung des Typ J auf zusätzlich zu erwerbendem Gelände. Die Flächen im Süden gelten wegen des sehr hohen Grundwasserspiegels als ungeeignet (zu hohe Baukosten). Im Norden und Westen verlaufen Landstraßen, so dass nur der Westen in Betracht käme. Dort wäre aber wiederum der Erwerb von zwei bis drei Bauerngehöften mit landwirtschaftlichen Nutzflächen nötig.
„In jedem Fall werden politische Probleme auftreten.“ Am besten Planung Bredstedt weiter verfolgen! Wenn nicht, dann dort ein Depot bauen.

23.04.68
Wegen der angespannten Haushaltslage muss auf Bredstedt und Niebüll endgültig verzichtet werden. Die für diese Standorte vorgesehenen Bataillone (RakArtBtl 650 und TBtl (SW) 660) sollen in Flensburg-Weiche stationiert, die zu den Bataillonen gehörenden Munitionslager, die beide für Bredstedt vorgesehen waren, aufgeteilt werden. Eines (J) nach Meyn, das andere (K) bleibt in Bredstedt. In Bredstedt sollen 450 Mann vom BGS untergebracht werden, auf der Restfläche das Munitionslager. [Tatsächlich war in Bredstedt später ein Mob-Stützpunkt, in dem sich die GSVBw 16 befand.]

Jedenfalls sind zu diesem Zeitpunkt in Bredstedt DM 3,5 Mio. verbaut worden.

03.05.68
Rückzug aller weiteren genehmigten Haushaltsmittel für Bredstedt.

08.10.68
Die NATO nimmt von dem Verzicht auf Bredstedt „aus nationalen Gründen“ Kenntnis.

30.10.68
Eine nun im Nordosten der StOMunNdlg Meyn geplante Errichtung des Typ J würde bedeuten, dass 12 MLH 50 und vier MLH 25 abgebrochen sowie drei MLH 50 nicht belegt werden. Deshalb besser im Süden bauen! Aber hier werden die Kosten allein für die Bebaubarmachung auf DM 200.000 geschätzt. Außerdem würde die Fertigstellung über den jetzt geforderten Termin 1971 hinaus verzögert.

Daher neuer Vorschlag: Die von der Marine nicht für diesen Zweck genutzte MunNdlg Typ C (SW) in Jagel mit der Munition für das RakArtBtl 650 belegen!

(Fortsetzung folgt)
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kuhlmac
 


Anmeldungsdatum: 18.06.2005
Beiträge: 2236
Wohnort oder Region: Hamm / Iserlohn

Beitrag Verfasst am: 20.10.2005 14:21
Titel: Re: Wie wär's mit Jagel?
Antworten mit Zitat

Zitat:
durch eine nächtlich stark beleuchtete Anlage zu


Ohja, Typ "Zonengrenze" (wobei man sich da wohl mehr abgeschaut hat)

Zitat:
Schutzbereichs für die GSVBw 11 Klein-Wolstrup


GSV der BW ??? Was ist das? (sorry, alles weiss ich auch nicht icon_wink.gif )


Zitat:
keine Bebauungsmöglichkeit; und im Westen sind eigentlich schon zu viele militärische Anlagen oder Bauvorhaben.


Ja, zum Beispiel MAtDp Ladelund (ein riesenteil!)


Zitat:
So konzentriert sich die Suche erneut auf Meyn, das, obwohl entgegen den Richtlinien mehr als 15 km von der Kaserne entfernt, bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h in 25 Min. zu erreichen ist


Ach, mit dem unimog oder 9-Sitzer sind wir immer in 12 - 14 dagewesen....

Zitat:
a) Der Typ J + K könnte ohne sonstigen Geländeerwerb in der StOMunNdlg Meyn untergebracht werden, wenn ein modernes landwirtschaftliches Gehöft mit Nebengebäuden verlegt wird. Dieses ist aber gerade erst bezogen worden. Daher ist es sehr fraglich, ob Landrat und Landesregierung ihre Zustimmung geben. Meyn liegt schon jetzt sehr nahe an Flensburg. Außerdem reicht die bisherige StOMunNdlg für den Bedarf des StO Flensburg nicht mehr aus [obwohl erst kürzlich gebaut!].
b) Nur den Typ J in der StOMunNdlg unterbringen. Allerdings müssten dann diverse Munitionslagerhäuser wieder abgebrochen werden, was finanziell kaum zu verantworten ist.
c) Keine Umwandlung der StOMunNdlg, sondern Errichtung des Typ J auf zusätzlich zu erwerbendem Gelände. Die Flächen im Süden gelten wegen des sehr hohen Grundwasserspiegels als ungeeignet (zu hohe Baukosten). Im Norden und Westen verlaufen Landstraßen, so dass nur der Westen in Betracht käme. Dort wäre aber wiederum der Erwerb von zwei bis drei Bauerngehöften mit landwirtschaftlichen Nutzflächen nötig.
„In jedem Fall werden politische Probleme auftreten.“ Am besten Planung Bredstedt weiter verfolgen! Wenn nicht, dann dort ein Depot bauen.


Mannomann, da hat man sich ja wirklich richtig Gedanken gemacht, ich bin beeindruckt!



Zitat:
Jedenfalls sind zu diesem Zeitpunkt in Bredstedt DM 3,5 Mio. verbaut worden.


Mann, 1968, ein Haufen Schotter...
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 20.10.2005 16:48
Titel: Unhappy End
Antworten mit Zitat

06.06.69
Ein wider Erwarten positives Baugutachten („Baugrund gut“) für eine Anschlussfläche Süd in Meyn bringt die Wende. Der Typ J soll nun definitiv unmittelbar südlich der konventionellen StOMunNdlg Meyn auf einem 5 ha großen Gelände gebaut werden.

03.12.69
Bauantrag Typ J (LgKNr. 128 804 62, später 128 055 62, man beachte die „62“).

17.02.70
Planungsauftrag Unterkunft zum Typ J.

(Quelle: BA-MA, BW 1 / 84388, StOMunNdlg Meyn, Bd. 1, 1963-70)

24.06.70
Die Unterkunft soll nun 12/26/50 = 88 Soldaten Platz bieten.
Die Igloos haben die Maße 18,5 x 8,32 m = 153,92 qm.
Auch hier gibt es vor den MLH cap storage boxes, das sind die Zündkappen-Boxen mit 50 x 50 x 50 cm Volumen, die auf Betonsockeln vor dem Eingang stehen.
Zusätzlich soll in Meyn ein Ersatzteilgebäude von 24 qm errichtet werden.

20.01.71
Ein Kostenvergleich mit der StOMunNdlg Typ J in Barme ergibt, dass Meyn erheblich teurer ausfällt. Wie kann man diesen Preisunterschied gegenüber der NATO rechtfertigen? Die NATO erkennt Einzelkosten gemäß Richtlinien an, allerdings mit einem Aufschlag von 10 Prozent für unvorhersehbare Sonderausgaben. Was darüber hinausgeht, zieht in den meisten Fällen eine Inspektion an Ort und Stelle nach sich. Doch die Sonderkosten sind ja nicht durch tatsächliche Baukosten entstanden, sondern durch ewige Hin- und Herplanung.

09.07.71
Der Ausbau eines Wirtschaftsweges als Zufahrt von der westlich gelegenen L 14 zum Typ J wird zusätzliches Geld kosten.

(Quelle: BA-MA, BW 1 / 84389, StOMunNdlg Meyn, Bd. 2, 1971)

27.04.73
Der Typ J wird vom Bauamt an die StOV Flensburg übergeben.

02.05.73
Da noch einige Fragen offen sind und die Amerikaner sich noch nicht zur Belegung der Anlage bereit erklärt haben, findet eine Pre-Final Acceptance Inspection statt.

18.01.74
Der Munitionsbereich (MB) ist seit 01.05.73 und der Verwaltungs- und Unterkunftbereich (VWU) seit 01.08.73 offiziell fertig gestellt. Trotzdem belegen die Amerikaner die Anlage nicht, da nach ihrer Aussage schwerwiegende Sicherheitsmängel im MB bestehen. Außerdem seien die durch das Gastgeberland bereitzustellenden Privatwohnungen in Meyn noch nicht fertig. Die Bundesrepublik lässt diese extra bauen, doch der Bau von Privatwohnungen dauert länger als derjenige eines A-Waffen-Lagers. Um eine Übergabe nicht zu gefährden, bietet die deutsche Seite Hotelunterkünfte an.

07./08.05.74
Endabnahme-Inspektion durch die NATO. Bei dieser vermag die US-Seite den Vorwurf schwerer Sicherheitsmängel nicht mehr aufrechtzuerhalten. Andererseits erklärt sich die NATO im Streit um die Privatwohnungen für nicht zuständig, da diese nicht durch NATO-Richtlinien gefordert würden, sondern auf Grund bilateraler Verträge zwischen der Bundesrepublik und den USA. Folge: Die Amerikaner verweigern trotz erfolgreicher Abnahme der Anlage durch die NATO weiterhin die Übernahme.

26.07.74
Während schon ein neuer Streit um das von den Amerikanern geforderte Schulgebäude entbrennt (die deutsche Seite hat – auf Grund hiesiger durchschnittlicher Kinderzahlen – das Gebäude zu klein geplant und ist hinsichtlich von Sicherheitsmaßnahmen für Kinder nicht auf dem letzten – amerikanischen – Stand), fordert USAREUR plötzlich eine Erweiterung des administrative area (VWU) im Rahmen der bevorstehenden Einführung des Waffensystems LANCE. Kommentar in der Akte: „Einführung erst 1977!“

Jedenfalls bleibt die Anlage bis zum Ablauf der Akte Ende 1974 offenbar unbelegt.

[Mein Eindruck ist, dass sich die Amerikaner ein wenig für die in ihren Augen an Schikane grenzenden Verzögerungen revanchierten, dass sie aber vielleicht auch die Belegung des Munitionslagers mit Gefechtsköpfen für SERGEANT-Raketen nicht mehr für dringlich hielten zu einem Zeitpunkt, da aus ihrer Sicht die Einführung der LANCE ziemlich unmittelbar bevorstand.]

(Quelle: BA-MA, BW 1 / 105101, StOMunNdlg Meyn, Bd. 3, 1972-74)

Vielleicht kann Leif aus der ihm vorliegenden Quelle den Fortgang der Geschehnisse referieren.

@ kuhlmac: GSV = Grundnetz-Schalt- und Vermittlungsstelle.
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kuhlmac
 


Anmeldungsdatum: 18.06.2005
Beiträge: 2236
Wohnort oder Region: Hamm / Iserlohn

Beitrag Verfasst am: 23.10.2005 10:33
Titel: Re: Unhappy End
Antworten mit Zitat

Zitat:
24.06.70
Die Unterkunft soll nun 12/26/50 = 88 Soldaten Platz bieten.

Das kommt hin, da die Begleitstaffel immer etwas über 70 Mann + eine mir nicht bekannte Reserve (nochmal soviele war es bei der einzigen Reserveübung, die platzmäßig für eine Woche Probleme machte) umfasste (611) und dann noch ggf. andere dazukamen...




Zitat:
18.01.74
Der Munitionsbereich (MB) ist seit 01.05.73 und der Verwaltungs- und Unterkunftbereich (VWU) seit 01.08.73 offiziell fertig gestellt. Trotzdem belegen die Amerikaner die Anlage nicht, da nach ihrer Aussage schwerwiegende Sicherheitsmängel im MB bestehen. Außerdem seien die durch das Gastgeberland bereitzustellenden Privatwohnungen in Meyn noch nicht fertig. Die Bundesrepublik lässt diese extra bauen, doch der Bau von Privatwohnungen dauert länger als derjenige eines A-Waffen-Lagers. Um eine Übergabe nicht zu gefährden, bietet die deutsche Seite Hotelunterkünfte an.


Ach, dann haben die Amis zuerst (auch) in Meyn gewohnt??? Bislang war mir nur die Mehrfamilienblockecke am Weicher Bahnhof bekannt...(mit Kindergarten und Schule)



Zitat:
26.07.74
Während schon ein neuer Streit um das von den Amerikanern geforderte Schulgebäude entbrennt (die deutsche Seite hat – auf Grund hiesiger durchschnittlicher Kinderzahlen – das Gebäude zu klein geplant und ist hinsichtlich von Sicherheitsmaßnahmen für Kinder nicht auf dem letzten – amerikanischen – Stand), fordert USAREUR plötzlich eine Erweiterung des administrative area (VWU) im Rahmen der bevorstehenden Einführung des Waffensystems LANCE. Kommentar in der Akte: „Einführung erst 1977!“


Mannomann, wieviel Kinder hat den der durchschnittliche GI? und Lance kam tatsächlich erst zu der Zeit (ab 1975) (Systemvorhaltezeit 20 Jahre, das kommt ja auch mit 1995 und der Aufrüstungsdiskussion Lance bzw. Abbau RakArt hin...)

Zitat:
[Mein Eindruck ist, dass sich die Amerikaner ein wenig für die in ihren Augen an Schikane grenzenden Verzögerungen revanchierten, dass sie aber vielleicht auch die Belegung des Munitionslagers mit Gefechtsköpfen für SERGEANT-Raketen nicht mehr für dringlich hielten zu einem Zeitpunkt, da aus ihrer Sicht die Einführung der LANCE ziemlich unmittelbar bevorstand.]

Mhh, also Rache für Schikane glaube ich eher nicht. Da könnten die Deutschen bei der StOV ganz andere Sachen auffahren und "zurückschlagen" - das hatte imho millitärische Gründe, s.o.

.

Zitat:
@ kuhlmac: GSV = Grundnetz-Schalt- und Vermittlungsstelle.
[/quote]

Merci!
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 23.10.2005 16:01 Antworten mit Zitat

Zitat:
Ach, dann haben die Amis zuerst (auch) in Meyn gewohnt???
Muss ganz ehrlich sagen, dass vielleicht Flensburg gemeint ist. Ich ging automatisch von der Umgebung aus, und es stand nichts in der Akte, was auf Flensburg hindeutete. Baupläne für die kleine Schule liegen der Akte bei. Man lernt nie aus: Von den Amerikanern für den Fußboden gefordert war Nylon-Klebefolie... Für einen Fachmann vielleicht nicht so exotisch.
Zitat:
Mannomann, wieviel Kinder hat den der durchschnittliche GI?
Oder wie wenige hat der deutsche? Hängt ja vielleicht auch damit zusammen, dass die Amerikaner ab 1975 keine Wehrpflicht mehr hatten.
Zitat:
Mhh, also Rache für Schikane glaube ich eher nicht.
"Rache" wäre vielleicht zu böse. Aber es kam auch nicht gerade häufig vor, dass Beschwerden wegen Sicherheitsmängeln bei der Endabnahme von der NATO glatt abgeschmettert wurden und dass der "User" die Anlage trotzdem nicht übernahm. Dazu muss man auch noch erklären, dass ab Termin der Fertigstellung die Anlage zu bewachen war und der "Host" die Kosten für die Bewachung bei der NATO oder sogar dem Benutzer geltend machen konnte, wenn er nicht selbst für die Verzögerungen verantwortlich war. Zumindest war es ein Affront, allerdings fühlten sich die Amerikaner eben auch provoziert, wie sie mit der Drohung der "Nicht-Befüllung" zuvor deutlich gemacht hatten. Später herrschte ganz offensichtlich aber wieder Harmonie.
Gruß
Rick
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Gast






Beitrag Verfasst am: 18.07.2007 16:40 Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!
Ich war von Juli 1988 bis Ende Juni 1989 bei der Nachschubkompanie Sonderwaffen 611 in der Briesen-Kaserne stationiert. Habe hinterher als Vertrauensmann der Mannschaften (und Trainer der Kompanie-Fussballmanschaft icon_lol.gif ) viel zum Kalten Krieg beigetragen.
War ebenfalls zeitweise bei der Begleitstaffel der 611 (Beagles) und ein paarmal im Lager Meyn, sowohl im konventionellen wie auch im Sonderbereich.
Letztes Wochenende mal eine Blockvorlesung an der Flensburger Uni gehalten und die alten Wirkungsstätten besucht.
Die Briesenkaserne selbst heisst jetzt Flensburg-Gartenstadt. Einige der alten Mannschaftsblöcke wurden abgerissen, einige zu Reihenhausblöcken umfunktioniert, einige stehen noch. Unter anderen steht der alte Block der 611 mit eingeschlagenen Scheiben noch unverändert dort.
Das Lager Meyn habe ich auf die Schnelle leider nicht wiedergefunden, weil ich nach knapp 20 Jahren die Dorfstrassen da hin nicht mehr im Kopf hatte.
Zur Struktur der Anlage und der bewachenden Kompanien wurde von meinen
Vorrednern ja schon einiges geschrieben.
Der konventionelle Teil (Funkcode-Name "Lehnstuhl") lagerte Munition für die Bundeswehr-Einheiten in und um Flensburg. Nicht nur Briesen-Kaserne, auch Marine usw.
Der Sondermunitionteil (Funkcodenamen: EInblick3 - das ist der Posten auf dem Wachturm und Einblickführer - Leiter der Wachstaffel) wurde von Deutschen Einheiten: 3 Staffeln der 4. Kompanie des Raketenartillerie-Regimentes 650 und der Begleitstaffel der NSchKpSw 611 in Zusammenarbeit mit den Amis bewacht.
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