Schutz und Hilfe - kostenloses eBook zum Download

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Kelvedon Hatch RGHQ 5 - Britischer Ausweichsitz

Restricted AreaWie die meisten anderen NATO-Länder (und nicht nur die ...) hatte auch Großbritannien während des Kalten Krieges bauliche Vorsorge getroffen, um die Regierung und Verwaltung im Falle eines Krieges in geschützten Bauwerken zumindest für begrenzte Zeit arbeits- und funktionsfähig zu halten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Ost und West setzte das Vereinigte Königreich allerdings nicht auf einen zentralen Ausweichsitz bzw. Regierungsbunker, sondern plante mit verteilten Ressourcen, also mehreren Schutzbauwerken an unterschiedlichen Orten.

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Die Metallwerke Niedersachsen Brinckman & Mergell ( MENIBUM)

 Der Lizenzbau von Flugzeugen für die Luftwaffe wurde mit dem Beginn des Jahres 1934 zu einem festen Bestandteil beim Hamburger Flugzeugbau. [1]  Allerdings brauchte man für die Aufträge eine Unterstützung, um die vom RLM geforderten Kapazitäten erfüllen zu können. Der Leiter der Flugzeugproduktion beim Hamburger Flugzeugbau, Max P. Andreae machte in seinen persönlichen Aufzeichnungen von 1967 deutlich, wie das Reichsluftfahrtministerium (RLM) und die Industrie bei der Aufrüstung der Luftwaffe zusammenarbeiteten, um den enormen Bedarf der Flugzeugfertigungs-Kapazitäten sicherzustellen.

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Depot Ehlen

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Autor Nachricht
Björn
 


Anmeldungsdatum: 11.03.2003
Beiträge: 685
Wohnort oder Region: Igling

Beitrag Verfasst am: 18.03.2007 17:42
Titel: Depot Ehlen
Untertitel: Kassel
Antworten mit Zitat

Hi Leute,

heute hätte ich mal eine Frage aus meiner zweiten Heimat Kassel.

Nach dem letzten Krieg wurde der Kasseler Übungsplatz einige Kilometer nach Westen verlegt, und zwar an das sog. "Hohe Gras" zwischen Kassel und Ehlen. Dort befand sich also der neue StoÜbPl und die StoSchAnl.

Etwas weiter nördlich befand sich ein relativ großes und von der Form her fast rundes Depot. Dieses Depot ist etwa in der Mitte in einen nördlichen und einen südlichen Bereich getrennt. Beide Bereiche haben separate Zufahrten und vermutlich auch keine direkte Verbindung untereinander.

In einem Teil (nördlich oder südlicher??) war die StoMunNdlg von Kassel untergebracht (Heeresflugabwehr und Panzergrenadiere).

Die Nutzung des anderen Bereiches ist mir dagegen völlig unbekannt! Aus einer Aufstellung über die belgischen Truppen geht hervor, daß diese ein "Depot Ehlen" nutzten. Der nächste belgische Standort war jedoch Bad Arolsen und für eine belgische StoMunNdlg war Ehlen im Grunde zu weit weg. Was kann es dann gewesen sein? Ein belgisches Korpsdepot? Ein vorgeschobenes Munitionsdepot der Belgier?

Außerdem hörte ich, daß hier auch die Amerikaner eine "Storage Facility" hatten. Das halte ich jedoch eher für ein Gerücht.

Also, wer weiß etwas mehr über Ehlen?
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CSquadron
 


Anmeldungsdatum: 11.06.2005
Beiträge: 132
Wohnort oder Region: Hildesheim

Beitrag Verfasst am: 18.03.2007 18:24 Antworten mit Zitat

Hi, muss meine Aussage korrigieren, evtl. hilft Dir dieser Link weiter.

http://kassellexikon.hna.de/Munitionsdepot


Gruß


PS: Verfügst Du über Fotos der StOMunNdlg Ehlen. Falls ja, kontaktiere mich doch mal per PN.
_________________
MfG
CSquadron


www.munlager.de


Zuletzt bearbeitet von CSquadron am 18.03.2007 19:19, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 18.03.2007 19:04 Antworten mit Zitat

Hallo Björn,
nach einem Blick auf die Aktentitel in Freiburg wurde der belgische Standortübungsplatz von Dönche nach (Habichtswald-)Ehlen verlegt. In Dönche gab es auch eine belgische Standortmunitionsniederlage. Also ist es vielleicht nicht ganz abwegig zu vermuten, dass diese ebenfalls verlegt wurde. Nach Abzug der Belgier wurde der StOÜbPl deutsch; nach Abzug der Bundeswehr aus Kassel wurde der Platz lt. Antwort auf eine parlamentarische Anfrage für die Einheiten in Fuldatal vorgesehen.
Soll ich suchen gehen?
Viele Grüße
Rick
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Björn
 


Anmeldungsdatum: 11.03.2003
Beiträge: 685
Wohnort oder Region: Igling

Beitrag Verfasst am: 19.03.2007 15:36 Antworten mit Zitat

@CSquadron:
Nein, habe leider keine Fotos. War auch erst einmal direkt vor Ort - da war's leider schon ziemlich dämmrig.



@Rick:
Die Dönche in Kassel wurde schon von Reichswehr und Wehrmacht als Exerzierplatz genutzt, nach dem Krieg dann von den in Kassel stationierten belgischen Streitkräften und ab 1956 dann wieder von der Bundeswehr.

Der StoÜbPl wurde später (muß so in den 1960er Jahren gewesen sein?!) von der Dönche nach Ehlen verlegt. In der Nähe wurde etwa zur gleichen Zeit auch das von mir gemeinte Depot gebaut.

NUR: braucht man für ein HFlgAbwRgt und ein PzGrenBtl wirklich eine 30 ha große, zweigeteilte StoMunNdlg??? Und zu diesem Zeitpunkt waren die Belgier aus Kassel auch schon längst wieder abgezogen! Genau das verwundert mich nämlich, denn der nächste Standort war bis 1994 erst wieder in Bad Arolsen.

Aber falls du in deinem BAMA-Terminkalender etwas Zeit hast, könntest du ja tatsächlich mal nachschauen. Wer weiß, was da alles raus kommt?! Im Raum steht ja außerdem noch die angebliche " US Storage Facility".
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Björn
 


Anmeldungsdatum: 11.03.2003
Beiträge: 685
Wohnort oder Region: Igling

Beitrag Verfasst am: 19.03.2007 15:52 Antworten mit Zitat

Ach ja, noch etwas zum StoÜbPl Ehlen:

der war rund 420 ha groß - für einen StoÜbPl doch schon relativ groß (einige Bereiche durften aber überhaupt nicht beübt werden).

Nachdem die einstige Garnison Kassel bis heute nahezu aufgelöst wurde, verlegte die Heeresflugabwehr von Kassel nach Fuldatal. Ehlen blieb zwar weiterhin StoÜbPl für die Geparden, wurde in den letzten Jahren tatsächlich aber so gut wie nie mehr genutzt (die Panzer mußten entweder direkt durch Kassel fahren oder größere Umwege in Kauf nehmen). Außerdem verfügt Fuldatal über einen eigenen StoÜbPl.

Ehlen ist vermutlich sogar schon komplett aufgegeben. Fuldatal wird Ende dieses Jahres folgen. Ich glaube, Nordhessen hat durch die ganzen Truppenreduzierungen seit 1990 die meisten Standorte in ganz Deutschland verloren.
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duty first
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Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 4
Wohnort oder Region: Felsberg

Beitrag Verfasst am: 22.03.2007 17:51 Antworten mit Zitat

Der Übungsplatz in Ehlen wurde Ende letzten Jahres von der Bundeswehr aufgegeben.
Dort übten bis zum letzten Tag Einheiten aus Fuldatal/Rothwesten (PzFlaRakBtl 300,le FlaBttr 300.Stabsbaterie FlaBrig 100) sowie aus Wolfhagen das PzBtl 64.
Der Übungsplatz ist tatsächlich sehr gross und eignete sich für die damals in Kassel stationierten gepanzerte Einheiten der 2.PzGrenDiv 2 denn die Dönch war zu klein für Panzerübungen und lag dirkt an Wohngebieten.
So wurde die Dönche auch nur zur AGA benutzt.
Nachdem die Kasernen in Kassel geschlossen wurden war etwas wenig los auf dem Standortübungsplatz Ehlen.
Da das PzFlaRakBtl 300 von Marburg nach Fuldatal verlegt wurde und da in Fuldatal geeignete Übungsmöglichkeiten fehlten (die Fritz-Erler Kaserne verfügt nicht über einen Übungsplatz sondern nur über ein ehemal.Flugfeld und über ein kl Erweiterungsgelände) wurde dann der Übungsplatz in Ehlen "beübt".
Das hatte den Nachteil das die Roland Fla Panzer entweder durch die Kasseler Innenstadt fuhren mussten bzw einen grossen Umweg über Ahnatal in kauf nehmen mussten.
Das Depot in Ehlen bzw "Hohes Gras" nicht weit vom Herkules gelegen ,wurde bis 1998 von den Einheiten aus Fuldatal bewacht.
Der Rückbau der Bunker hat bereits begonnen und soll wohl bald abgeschlossen sein. Dann ist das gesamte Areal renaturiert.
_________________
no limit soldiers
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 07.04.2007 22:29
Titel: Verlegung StOÜbPl und MunNdlg von Dönche nach Ehlen
Antworten mit Zitat

17.08.56
Die Stadt Kassel hat nach Aussage des Oberbürgermeisters (übrigens Lauritz Lauritzen, späterer Bundesminister) ein „lebenswichtiges“ Interesse daran, den Standortübungsplatz von der Dönche zu verlegen. „Dönche“ liege im natürlichen Ausdehnungsgebiet der Stadt und sei bereits an drei Seiten von Wohnsiedlungsgebieten umschlossen. Kassel will deshalb bei einem Geländetausch behilflich sein.

19.11.57
Die Stadt macht ein offizielles Tauschangebot. Und zwar will sie ein ungefähr gleich großes Gelände wie „Dönche“ (208 ha) südlich und südöstlich der Graf-Haeseler-Kaserne in Niederzwehren erwerben und der Bundeswehr zur Verfügung stellen. Dann sollten aber auch Panzer und sonstige schwere Fahrzeuge in die dortige Kaserne verlegt werden. Ein Vorteil sei auch die Nähe zum Flugplatz Kassel-Waldau.

02.12.57
Die Landwirte im Raum Niederzwehren kündigen heftigsten Widerstand gegen die Verlegung des StOÜbPl auf das „Lange Feld“ an, da dort wertvolles Ackerland betroffen sei.

03.01.58
Die Einstellung der Bundeswehr zu der Verlegung ist eher zurückhaltend. „Dönche“ sei als Übungsgelände ausgezeichnet geeignet, deshalb habe die Bundeswehr eigentlich kein Interesse an einer Verlegung. Der StOÜbPl sei 1952 durch die Stadt angeboten worden (richtiger wohl: die Stadt habe seiner Nutzung zugestimmt), und die Bürger, die sich seither dort angesiedelt hätten, wussten sehr wohl Bescheid über die Belästigungen durch Übungs-, Fahr- und Schießbetrieb. Im übrigen sollte ein neuer StOÜbPl, wie ihn die Stadt erwerben müsste, bereits 375 ha groß sein, um hinreichend Platz für alle vorgesehenen Einheiten im Raum Kassel zu bieten. Dazu kämen größere Kosten für Verbindungsstraßen zu den Kasernen.

13.03.58
Die örtlichen Bundeswehrbehörden prüfen die Lage. Der StOÜbPl „Die Dönche“ (anderswo auch „Auf der Dönche“ genannt) ist seit mehr als 100 Jahren militärisches Übungsgelände von Kassel. Er befindet sich im bundeseigenen Besitz. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden drei Kasernen an der Druseltalstraße (Drosseltalstraße?) erbaut. Diese wurden während des Krieges teilweise zerstört oder stark beschädigt. Die Lüttich-Kaserne (Caserne De Gete) wurde 1952-54 von den belgischen Streitkräften instand gesetzt bzw. wiederaufgebaut und vergrößert. In der Hindenburg-Kaserne befinden sich z.Zt. zivile Ämter (Amts- und Landgericht). Sie solle aber innerhalb der nächsten drei Jahre wieder Kaserne werden. Die Wittich-Kaserne wurde vom BGS wiederaufgebaut und später an die Bundeswehr übergeben.
Auf dem StOÜbPl „Dönche“ befinden sich auch StOSchAnl und StOMunNdlg.
In die Graf-Haeseler-Kaserne sollen künftig schwere Einheiten der Bundeswehr verlegt werden. (An dieser Stelle wird auch das „kleine Kasernement“ in Rengershausen erwähnt, das am 15.04.58 von den Amerikanern übergeben werden solle. Wahrscheinlich dient die Erwähnung als Hinweis, dass in dieser Anlage gegebenenfalls weitere deutsche Einheiten nahe dem neuen StOÜbPl „Langes Feld“ untergebracht werden könnten.)
Die StOSchAnl „Dönche“ entspricht nicht mehr den Anforderungen. Es hat schon Zwischenfälle mit Schüssen über die Grenzen des StOÜbPl hinaus gegeben. Untersucht werden soll eine Verlegung in den Raum Elgershausen.
Für die StOMunNdlg „Dönche“ (im belgischen Teil Munition für drei Bataillone) wurde bereits eine Alternative in den Baunsbergen erkundet. Die ehemalige StOMunNdlg Kassel-Ihringshausen kommt jedenfalls nicht in Frage, da der BGS dort eine Bataillonsunterkunft plant und da Fahrzeuge der Bundeswehr den Stadtkern von Kassel durchqueren müssten, um nach Ihringshausen zu gelangen.
Einer positiven Stellungnahme zu einem StOÜbPl „Langes Feld“ stünde nichts im Wege, falls die Stadt das Gelände tatsächlich erwerben kann und eine Erweiterung bis zur Autobahn möglich sein sollte.

07.05.58
Der Kommandeur des GrenBtl 42 meint, das neue Gelände sei völlig eben und damit „für Grenadierzwecke ungeeignet“.
Außerdem will die Stadt Kassel das Gelände zwar erwerben, kann aber bei Widerstand nicht selbst Enteignungen einleiten. Damit fällt diese Aufgabe an das BMVg zurück.

17.07.58
Auf höherer Ebene wird eine andere Rechnung aufgemacht. Als Endbelegung für den Standort Kassel sind mindestens ein PzGrenBtl, ein ArtBtl und ein VersBtl vorgesehen. Daher hätte ein neuer StOÜbPl zwar den Vorteil größerer Fläche. Aber die drei Kasernen an der Druseltalstraße(?) seien für die Unterbringung von Kampftruppen (hierbei wird offensichtlich von einer baldigen Übergabe durch die Belgier an die Bundeswehr ausgegangen) besser geeignet als die Graf-Haeseler-Kaserne. Also negative Beurteilung.

23.07.58
Es wird darauf hingewiesen, dass die StOSchAnl „Dönche“ von den Belgiern benutzt werde und der Bundeswehr nur zur Mitbenutzung zur Verfügung stehe. Daher ist eine Verlegung auf das Gelände zwischen Hoof und Elgershausen vordringlich.

23.09.58
Der anhaltende bäuerliche Widerstand gegen die Planung „Langes Feld“ führt dazu, dass jetzt ein Ersatzvorschlag auf der Gemarkung Ehlen im Gespräch ist, der militärisch wesentlich günstiger beurteilt wird. Auch die StOSchAnl bei Elgershausen lässt sich wegen Widerstands der örtlichen Landwirte nicht verwirklichen. Es soll geprüft werden, ob auch diese nach Ehlen verlegt werden kann.

21.07.60
Es ist zwar noch nicht endgültig, aber die Entscheidung ist gefallen, den StOÜbPl in die Gemarkung Ehlen des Landkreises Wolfhagen zu verlegen. Der Bund ist jetzt bereit, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Ein Baubeginn ist jedoch erst in frühestens zwei Jahren möglich.

29.07.60
Die StOMunNdlg kann ebenfalls nicht am geplanten Ort, der südostwärtigen Kante der Baunsberge, realisiert werden. Sie soll nun auf das Gelände hart westlich des Wasserreservoirs der Kaskaden am Sichelbach kommen.

30.09.60
1. Nachtrag zum Bauantrag zur Errichtung einer StOMunNdlg in Kassel (Erweiterung um eine MunNdlg für die belgischen Stationierungsstreitkräfte). Gefordert sind jetzt 12 statt 6-7 ha Fläche.

03.01.61
Das Gelände „Dönche“ will die Stadt nun nicht mehr für den normalen Wohnungsbau verwenden, stattdessen soll es für „öffentliche Anlagen und die Ansiedlung von Flüchtlingen des VW-Werks bei Alten-Bauna“ dienen.

07.02.61
Die belgische MunNdlg soll neben die StOMunNdlg der Bundeswehr gelegt werden. Die belgischen Streitkräfte fordern:
27 Bunker (= 1.350 qm) je 10 t für insgesamt 270 t reine Explosivstoffe der Kat. 5 und 6,
19 Garagen (= 1.330 qm) je 10 t für insgesamt 190 t Explosivstoffe der Kat. 5 und 6,
1 Bunker für Explosivstoff der Kat. 4G,
1 Bunker für Explosivstoff der Kat. 4H (letztere zusammen 140 qm).
Für eine künftige StOSchAnl verlangt Belgien u.a.:
2 Schießstände Gewehr,
5 Schießstände MG,
1 Schießbahn Panzerabwehrwaffen,
1 Übungsplatz für Sprengübungen.
Die Kosten für alle Bau- und Verlegungsmaßnahmen müssen von der deutschen Seite übernommen werde, da die Verlegung nicht auf belgischen Wunsch geschieht.

03.08.62
Es soll zunächst eine behelfsmäßige StOMunNdlg für die Bundeswehr im nördlichen Teil des künftigen StOÜbPl Ehlen gebaut werden, da die „bisherige Lagerung in den Kasernen unhaltbar“ ist.

30.11.62
In der belgischen MunNdlg soll fünffach soviel Explosivstoff gelagert werden wie in der größten deutschen Anlage (Typ A). Sie hat also die „Merkmale eines kleinen Depots.“

11.01.63
Bauantrag für die Herrichtung des StOÜbPl Ehlen. Dieser ist aber immer noch abhängig davon, ob der Widerstand gegen eine Zufahrtstraße von den Kasernen zum StOÜbPl gebrochen werden kann.

22.01.63
Nach der neuen Stationierungsplanung für den Standort Kassel werden für den StOÜbPl jetzt 500 ha sowie weitere 21 ha für StOSchAnl, Munitionsbehelfslager und Panzerwaschplatz benötigt.
Im einzelnen werden folgende Bedarfszahlen gemeldet:
1 (BE) PzBtl (300 ha)
1 (BE) PzPiBtl (50 ha)
1 (GE) PzGrenBtl (SPz) 42 (50 ha)
1 (GE) VersBtl 46 (50 ha)
1 (GE) PzJgKp 40 (25 ha)
1 (GE) PzPiKp 40 (25 ha)
sowie 9-10 selbständige Kompanien (BE, GE) ohne eigenen Flächenbedarf.

20.04.63
Die Belgier fordern, dass die Verwaltung des StOÜbPl auch in Ehlen in ihren Händen bleibe. Der Bundeswehr wird - wie bisher - nur ein Mitbenutzungsrecht eingeräumt.

Mai 1963
Neu werden für den StOÜbPl nur noch 407 statt 521 ha benötigt.

21.09.64
Auf belgischer Seite geht es um folgende Einheiten:
PiBtl 6
PzAufklBtl 2
zwei PzAufklKp
zwei PiKp

02.04.65
Die Stadt Kassel kann nicht das gesamte Tauschgelände Ehlen selbst beschaffen. Das BMVg wird deshalb die Beschaffung in eigener Regie durchführen. (Also kein Tausch mehr.)

15.08.65
Auf deutscher Seite sind u.a. folgende Einheiten geplant:
PzGrenBtl 42
PzJgKp 40
PzPiKp 40
VersBtl 46 (- 3./46 in Göttingen)
mInstKp 2
ABCAbwKp 21
MatInspGr 2
WmGr 414
FmBtl 763
AusbKp 6/2

26.03.69
Der Neubau der belgischen MunNdlg wird weiterverfolgt, obwohl der Standort Kassel von den Belgiern aufgegeben wird. Der deutsche Teil soll noch 1969 fertig werden, derjenige für die belgischen Streitkräfte jedoch frühestens 1973/74.

Oktober 1969
Die Grundstücke für den StOÜbPl in einer Gesamtgröße von 394,5 ha stehen zur Verfügung.
Die belgische StOMunNdlg befindet sich noch immer in „Dönche“, die Belgier werden aber Kassel voraussichtlich im Jahr 1970 verlassen.

05.05.70
Die Belgier fordern für ihren Teil der MunNdlg:
29 Munitionslagerhütten je 50 qm (bis 10 t Explosivstoff), erdumwallt
10 Munitionsgaragen 10 x 8 m (für je zwei Lkw MAN, je Lkw 4,5 t Explosivstoff), erdumwallt

Der deutsche Gegenvorschlag lautet:
29 MLH 50
5 MLH Stradley 186 für je vier Lkw MAN


13.08.70
Die derzeitige Fernstationierungsplanung für den Standort Kassel:
1 DivStab
1 RgtStab
7 Btl
5 selbstKp
1 selbstZg
Stab VBK 44
Der StOÜbPl Ehlen wird 383 ha groß sein. Es sollten auf Grund der Stationierungsplanung aber 625 ha sein!

21.09.70
Bauantrag für den Ausbau des StOÜbPl Ehlen.

11.11.70
Die Stadt Kassel kauft die „Dönche“ (279 ha) für DM 16,5 Mio. Der günstige Preis beruht auf den „Bemühungen der Stadt um Ersatzgelände“. Der Platz wird in den nächsten Wochen geräumt.

03.02.71
Rückgabe des Geländes „Dönche“ einschließlich der Schießanlage durch die Belgier.

06.04.71
Die künftige belgische MunNdlg dient der Lagerung von Kriegsvorräten der im V-Fall gemäß Emergency Defense Plan (EDP) im Raum Kassel eingesetzten belgischen Streitkräfte.

02.02.73
Fernstationierungsplanung der Bundeswehr:
Am-Loh-Kaserne, Buchenhagen: InstAusbKp 2
Jäger-Kaserne: FJgKp 2, Heeresmusikkorps 2, Materialprüfkommando 2
Graf-Haeseler-Kaserne: JgBtl 61, 2./VersBtl 2
Wittich- und Hindenburg-Kaserne: JgBtl 42, FlaBtl 2
Lüttich-Kaserne: Stab u. StKp/2.JgDiv, JgBtl 62
Kaserne Rothwesten, Fuldatal: FmBtl 2, FmAusbKp 2, PzArtBtl 45, InstKp 60, NschKp 60, VersBtl 2 (- 2./2)

Soweit aus den Akten ersichtbar also keine Lagerung von Sondermunition und kein amerikanisches Detachment in der MunNdlg.

Gruß
Rick
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Björn
 


Anmeldungsdatum: 11.03.2003
Beiträge: 685
Wohnort oder Region: Igling

Beitrag Verfasst am: 08.04.2007 14:49 Antworten mit Zitat

@Rick

Besten Dank! Wie immer super.

Dann war mein Verdacht also gar nicht so abwegig, daß es sich um ein vorgeschobenes belgisches Munitionsdepot handelte, direkt neben der deutschen StoMunNdlg.

Und das teilweise vorhandene Gerücht, hier wäre auch eine "Facility" der Amerikaner gewesen, kann dann wohl endgültig ins Reich der Legenden abgeschoben werden.

Und wieder etwas dazu gelernt....
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Rick (†)
Gast





Beitrag Verfasst am: 02.05.2007 17:21 Antworten mit Zitat

Hallo Björn,
wie ich einem interessanten Link (bzw. dem Cache) http://209.85.129.104/search?q.....&gl=de (Vorsicht, kann wegen Überlänge zum Absturz führen!) entnehme, standen den belgischen Streitkräften 1964-86 zuerst in Kassel und später in Westhoven ADM der Typen W-54 und W-45 zur Verfügung. Die Story ist also noch nicht zu Ende erzählt...
Rick
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Björn
 


Anmeldungsdatum: 11.03.2003
Beiträge: 685
Wohnort oder Region: Igling

Beitrag Verfasst am: 03.05.2007 17:36 Antworten mit Zitat

Hallo Rick,
das sind ja wirklich sehr interessante Neuigkeiten! Vielleicht finden wir ja auch noch heraus, wo die zuerst gelagert wurden und wer sie bewacht hat.
Könnte doch noch eine "unendliche Geschichte" werden....

Schönen (Feier-)Abend!
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