Sie sind hier: Start Artikel-Übersicht Zivile Bauten Die Gewölbe unter St.Michaelis

Die Gewölbe unter St.Michaelis

Geschrieben von: Michael Grube   

Hamburgs St. Michaelis ist sicher eine, wenn nicht sogar die bekannteste Kirche Norddeutschlands. Eingeweiht im Jahre 1661, brannte sie nach einem Gewitter im Jahre 1750 bis auf die Grundmauern nieder. Für den Wiederaufbau wurde der Kirchenbaumeister Ernst Georg Sonnin verpflichtet. 1762 wurde der Neubau eingeweiht, diesmal mit einem riesigen Grundgewölbe versehen.

Anders als in anderen Kirchen, in denen die Grabkammern meist direkt unter dem Kirchenboden liegen, befinden sie sich hier unterhalb des Grundgewölbes, jeweils 4 Meter tief mit ausreichend Platz für mehrere Särge. Hier ruhen u.a. die Musiker Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Mattheson, aber auch der Baumeister Ernst Georg Sonnin fand hier seine letzte Ruhestätte.

Die usstellung in den Gruftgewölben

Hauptpastor Olrich beschrieb das Gewölbe in seiner Ansprache zur Einweihungsfeier im Jahre 1762 wie folgt: " Der Fußboden der Kirche ruhet auf sehr vielen kleinen steinernen Pfeilern, von mehr als Mannes Größe hoch, die Reihenweis, gleich als die Alleen gesetzet worden sind. Zwischen denselben und bis an die Enden der Kirche sind eine große Menge Gräber gemauret, von denen sich die Familien Stellen aussuchen können. Die Fenster laufen rund um die Kirche bis an den Turm umher, und die allfältigen Dünste, die doch nicht einmal aufsteigen können, finden ihre bequeme Oeffnung und ihren Ausgang, so daß die Lebendigen, die oben sind, nicht die geringste Unmächlichkeit besorgen dürfen Alle Kenner bewundern dieses und ich lese itzt, da ich dieses schreibe in der beliebten Wochenschrift "Der Arzt" genannt; im 200. Stücke, mit Vergnügen, daß es auch hier angerühmet und gebilligt worden ist".

Während des zweiten Weltkrieges wurden zwischen den wuchtigen Pfeilern Splitterschutz-Trennwände eingezogen und die Gewölbe als Luftschutzraum für die Bevölkerung genutzt. Obwohl im März 1945 mehrere Sprengbomben die Kirche trafen und schwere Schäden anrichteten, wurde von den zu diesem Zeitpunkt im Gewölbe befindlichen Personen niemand verletzt.

Gasschutztür

Heute ist ein Teil der Zwischenwände wieder entfernt worden und in den Gewölben befindet sich eine recht interessante Ausstellung über die Geschichte der Kirche. Nur in wenigen Bereichen der Gewölbe stößt man noch auf Zeugnisse dieser Vergangenheit. Die verbliebenen Trennwände sollen nach und nach entfernt werden, um den Ursprungszustand der Gewölbe wieder herzustellen.

Quellen (Auszug):
- Feuersturm über Hamburg, Hans Brunswig
- Hamburg 1945, Katalog zur Ausstellung der Handelskammer Hamburg
- Informationen des Kirchenbüros St. Michaelis
- versch. Zeitungsartikel
- eigene Recherchen

 
Reichsautobahn-Rasthaus Chiemsee
Zivilschutzanlagen-Verzeichnis

Objekte insgesamt: 2339
Objekte mit verifizierter Lage: 1728
Objekte mit Bildern: 1480
Bilder insgesamt: 7154

Neueste Updates
Lindau, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Bregenzer Str. 33
28.11.2016 10:39

Dortmund, Hochbunker, Zwickauer Straße 10
22.11.2016 07:25

Pforzheim, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Heinrich-Wieland-Allee 15-17
18.11.2016 08:02

Direkt zur Datenbank ...

Luftnachrichten-DB

Datensätze: 1006
Letztes Update: 11.02.2014 17:51
Zur Datenbank ...

Autoren-Login



QR-Code zur Seite

Einscannen und den Link zur Seite auf dem Smartphone merken.