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Lopau - Geisterort am Rande des Truppenübungsplatzes

Geschrieben von: Michael Grube   

 Der kleine Ort Lopau am Nordrand des Truppenübungsplatzes Munster-Nord ist weder schatzsucherisch noch für Bunkerforscher interessant, dafür ist er aber (fast) ein richtiges Geisterdorf. Aber fangen wir mal von vorne an:

Im Jahre 1293 wurde Lopau das erste Mal erwähnt, damals gab es drei Hofstellen, von denen heute noch zwei erhalten sind. Um 1900 hatte das Dorf 123 Einwohner und eine Schule konnte gebaut werden.

 

Historische Ansichtskarte

Forstwartei Schule 

Den dritten Hof mit insgesamt etwa 625 Hektar Land kaufte 1896 der Industrielle Richard Toepffer, der in Lizenz riesige Dampfpflüge der englischen Firma Fowler herstellte und vertrieb. Er sanierte die vorhandenen Gebäude, errichtete weitere und forstete Teile des Besitzes auf, den Rest nutzte er landwirtschaftlich.

Dampfpflug

Der ehemalige Hof Avermann war zu einem regelrechten, vielbeachteten Mustergut geworden. Toepffer ging allerdings durch die Rezession Pleite und verließ Lopau. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges gehörte der Hof nun dem damaligen Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar Otto Telschow, er verfiel nach 1945 und ist dann später abgerissen worden. Übrig blieb nur ein etwa vier Tonnen schweres, bronzenes Welfenroß, das heute vor einem Lüneburger Museum steht und die Reste eines Luftschutzbunkers. Sowohl das Gut in Lopau als auch die Pferdeplastik hatte Hitler Telschow zum Geschenk gemacht.

Försterei Teehaus Töpferstein
 Gasschutztür 

Hier wird scharf geschossen1968, es lebten damals noch 62 Menschen in Lopau, wurde die Schießbahn 7 gebaut und auf einmal lag Lopau im Sicherheitsbereich.

Die Bewohner wurden "sozialverträglich umgesiedelt", was immer das bedeuten mag. Seit 1971 gehört Lopau zur Stadt Munster, obwohl es eigentlich im Landkreis Uelzen lag.

Erst 1980 verließ der letzte Einwohner das Dorf. Heute wohnt niemand mehr in Lopau, der Roth-Hof, das Schulgebäude und die anderen Häuser und Schuppen werden von der Bundeswehr für Seminare und andere, nichtmilitärische Aktivitäten, der Dehnings-Hof von der Stadt Munster als "Jugendhof Fangbeutel" genutzt.

Haus Pool 

Wenn die Schranke am Ortseingang offen ist, darf man dort spazierengehen - ein eigentümliches Gefühl, zurückversetzt in der Zeit.

Quellen (Auszug):
-
100 Jahre Soldaten in Munster - Ein Rückblick, Stadt Munster
-
Munster - Unsere kleine Stadt - Heimat ihrer Bürger, Heinrich Peters
- Lüneburg 45 - Nordost-Niedersachsen zwischen Krieg und Frieden, Helmut C.Pless
- Archiv des WIS, Munster
- Binneboom 1986/1987
- Aussagen von J.Laege
- Aussagen von Zeitzeugen
- eigene Recherchen

 
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