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Munitionsniederlage Lüneburg-Tiergarten

Geschrieben von: Michael Grube   

Im März 1937 wurde der Wehrmacht von der Stadt Lüneburg ein Stück Land von etwas mehr als zwanzig Hektar im Lüneburger Tiergarten-Forst zur Verfügung gestellt, um dort einen Schießstand und eine Munitionsniederlage zu errichten. Gebaut wurden dann neben dem Schießstand einige Gebäude und Baracken sowie vier Bunker.

Wache

Im Rahmen des Luftschutzprogramms des Reiches wurden die Bunker 1942 dem Luftschutz unterstellt. Es wurden dann Kunstgüter aus dem Rathaus, den Kirchen und dem Museum sowie die Bestände des Stadtarchivs dort eingelagert. Unweit des Areals befand sich auch ein Lager für Zwangsarbeiter - ob und inwieweit diese aber mit der Anlage im Tiergarten zu tun hatten, ist leider nicht bekannt.

Bunkerreste Bunkerreste 

1945 wurde einer der Bunker von den Alliierten gesprengt, 1948/1949 die drei Scheibenbaracken zu Waldarbeiterhäusern umgebaut und 1951 noch durch einen gemeinsamen Schuppen erweitert. In diesem Zeitraum wurde auch der größte Teil der Kugelfangwälle beseitigt. Kugelfang und Anzeigerdeckung wurden gesprengt, der Abraum wurde zum Wegebau eingesetzt. Einige Gebäude, auch die drei verbliebenen Bunker, wurden als Kreisjugendheim hergerichtet, das aber einige Jahre später wegen Unrentabilität wieder geschlossen wurde. Im Jahr 1965 wurde das Gelände dem THW Ortsverein Lüneburg als Ersatz für dessen altes Übungsgelände an der Dahlenburger Landstrasse überlassen. Auf dem Areal wurden bis 1986 hauptsächlich Kletter- und Rettungseinsätze geübt. Von 1967 bis 1970 belegte die THW-Schule Hoya eine der Hallen als "Außenlager Tiergarten" und lagerte dort Ponton- und Fährengerät für den Schwimmbrückendienst. Von hier aus wurde auch mehrere Übungen an der Elbe bei Artlenburg durchgeführt. Die Besoldungsliste des THW führt für diese Zeit sogar einen hauptamtlichen Gerätewart für diesen Bereich.

In den Folgejahren hatte das Gelände die unterschiedlichsten Nutzer. In den Siebzigern lagerte das Stadttheater Kulissen ein, 1978/1979 wurden die restlichen Bunker von Panzern der Bundeswehr zusammengeschoben. Nur die Luftschächte blieben frei, um Fledermäusen Zugang zu den verbliebenen Hohlräumen zu ermöglichen. Die Schießstände wurden 1986 vom THW gesprengt, um dem neuen Verlauf der Bundesstraße 209 (Ostumgehung) Platz zu machen. Auch die notwendigen Sprengungen wurden hier vom THW durchgeführt.

Vorbereitung einer Ladung vor einer zu sprengenden Halle Anbringen einer stehenden Ladung Einbringen einer Sprengladung Zerkleinern eines Hallenteils 

Heute erinnern nur noch einige Trümmer und Hügel im Waldgelände an die Bunker. Die verbliebenen Gebäude werden inzwischen privat genutzt.

Quellen (Auszug):
-
Lüneburg 45, Helmut C.Pless
- Lüneburg '45 - Der Krieg geht zu Ende, Hilke und Christian Lamscus
- Lüneburg unter dem Hakenkreuz, Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V.
- Kriegsverbrechen in Lüneburg - Das Massengrab im Tiergarten, Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V.
- Sammlung G.Klinge
- versch. Zeitungsartikel
- eigene Recherche

 
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