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US-Road-Railroad-Siding Zolleiche

Geschrieben von: M.Buschlinger/D.Budian   

Für den "Verteidigungsfall" hatte die NATO während des Kalten Krieges in der Bundesrepublik Deutschland eine große Zahl vorbereitender Maßnahmen getroffen. Hierzu gehörten die vorbereiteten Sperren, Autobahn-Notlandeplätze, aber natürlich auch eher unspektakuläre Einrichtungen, die primär der Nachschubsicherung dienen sollten. Ein Beispiel dafür sind Straße-Schiene-Übergänge wie der hier vorgestellte.

Blick über die Anlage 

Mitte der 80er Jahre wurde die im Dornröschenschlaf vor sich hinschlummernde Hunsrückbahn modernisiert. Der Oberbau wurde kontrolliert, Schwellen und Schienen bei Bedarf erneuert. Alte Bahnsteige aus den 30er Jahren sind rückgebaut worden, damit Züge mit Überbreite gefahrlos passieren konnten. Die Bahnstrecke ist als NATO-Strecke ausgewiesen worden, d.h. die Deutsche Bundesbahn durfte die Strecke nicht stilllegen und musste sie instandhalten, obwohl kein Verkehr mehr stattfand. Im Januar 1988 ist im Wald "An der Zolleiche" bei Hinzerath eine Fläche von 2,5 ha entlang der Bahnstrecke gerodet und eine Schneise zur B50/327 geschlagen worden. Man verlegte ein zweites Gleis im Bereich der Umschlagstelle, eine Rückhaltevorrichtung für wassergefährdende Stoffe und eine Flutlichtanlage wurden installiert. Ende Januar 1989 waren die Baumassnahmen schliesslich abgeschlossen, die Übergabe an die US Airforce erfolgte im Februar 1989. Die Einrichtung unterstand der 50th Ammunitions Supply Squadron der USAFE, die auch das US-Munitions-Depot bei Wenigerath betreute.

ÜberblickTrafostation

Die Hahn Air Base ist 11 km entfernt, das US-Munitionsdepot Wenigerath knapp 10 km. Von der Hunsrückhöhenstrasse (B50/327) führt eine 10 m breite und 580 m lange Strasse an die Umschlagstelle heran. Über einen unbeschrankten Bahnübergang kommt man an die 640 m lange und 25 m breite Umschlagfläche, die komplett mit Verbundsteinen belegt ist. Am Beginn der Einrichtung liegt die Rückhaltevorrichtung für wassergefährdende Stoffe. Ein Schild in Deutsch und Englisch besagt, dass bei einem Ölunfall der Schieber zu schliessen sei. Im hinteren Bereich der Anlage ist eine kleine Sonderfläche von 40x20m mit einem Zaun und einem Tor vom Rest der Anlage abgetrennt. Entlang der gesamten Fläche ist ein zweites Gleis von 680m Länge verlegt, das als Verlade- und Abstellgleis dient. Die Weichen zu diesem Gleis sind nur mit Schlüssel zu entriegeln. Die Bauart der Anlage lässt den Schluss zu, dass nur Palettengüter umgeschlagen werden konnten. Das völlige Fehlen von Rampen lässt die Be- und Entladung von Fahrzeugen nur mit Hilfe von zusätzlichem Gerät zu. Die Anlage ist in einem sehr guten Zustand und nur an der abgesperrten Sonderfläche kommt Moos durch die Fugen der Verbundsteine.

Quellen:
- Wenigerather Bürger, Waldarbeiter
- Luber 1990, Abrüstungsatlas
- Bartels, Anhäuser, Sartoris 1986, Fichten, Fachwerk, Flugzeugträger -Beiträge zu einer regionalen Militäranalyse
- Spoo 1989, Die Amerikaner in der Bundesrepublik
- Internetrecherche

 
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