Sie sind hier: Start Artikel-Übersicht Luftverteidigung Flakschutz für Hamburg im 2. Weltkrieg

Flakschutz für Hamburg im 2. Weltkrieg

Geschrieben von: Michael Grube   

Flak in Hamburg - LuftlagekarteWährend der letzten Kriegsjahre hatten deutsche Großstädte besonders unter Bombardierungen zu leiden, so natürlich auch Hamburg. 778 Luftwarnungen hatte es gegeben, 708mal war Fliegeralarm ausgelöst worden, 213 Bomberangriffe gab es bis zum 17.April 1945 (Angriffe durch Jagdbomber nicht mitgerechnet). Die deutschen Lageberichte gingen von 17.619 Flugzeugen aus, die bei den Angriffen Hamburg überflogen - eine bewiesenermaßen zu geringe Schätzung. Mehr als 100.000 Sprengbomben und über 1,5 Millionen Brandbomben und -sätze gingen damals auf Hamburg nieder. Der Kampfmittelräumdienst der Feuerwehr Hamburg nennt sogar noch höhere Zahlen.

Die Luftlagekarte der Hamburger Zeitung, zusammen mit dem Volksempfänger damals praktisch für jeden Haushalt unentbehrlich, zeigt die geschätzen Zeiten bis zum Eintreffen der im Radio angekündigten Verbände. Gemeldet wurden die Bomber durch sog. Flugwachen (Sicht- und Geräusch-Überwachung) und verschiedene Funkmeßstellungen (Radartechnik). Die Bomberangriffe sollten durch Flak-Geschütze verhindert oder zumindest erschwert werden. Daß dies nicht wirklich gelang, sieht man an den o.g. Zahlen.

Flak in Hamburg - Übersicht


Zur Zeit des Höchststandes im Juli 1943 gab es rund um und in Hamburg 71 Flakbatterien mit insgesamt 346 Rohren:

  • 16 Rohre Kaliber 12,8cm auf den beiden Geschütztürmen Heiligengeistfeld und Wilhelmsburg, jeweils gekoppelt mit einem Funkmeßgerät Würzburg Riese auf den dazugehörigen Leittürmen.
  • 20 Rohre Kaliber 12,8cm bei fünf Eisenbahn-Flakbatterien.96 Rohre Kaliber 10,5cm bei 24 Flakbatterien.48 Rohre Kaliber 10,5cm bei 12 Eisenbahn-Flakbatterien.
  • 166 Rohre Kaliber 8,8cm bei 28 Flakbatterien.W

Flak in Hamburg - Geschütz 8,8cm 

eiterhin gab es zu diesem Zeitpunkt noch 26 leichte und mittlere Flakbatterien und 22 Scheinwerferbatterien mit insgesamt ca. 400 Scheinwerfern. Auch die im Hafen liegenden Schiffe beteiligten sich mit ihren Bordwaffen an der Luftverteidigung. Es gab einen äußeren Verteidigungsring mit durchschnittlich 17 Stellungen, 30 Batterien und 176 Geschützen, davon die meisten Kaliber 8,8cm. Der innere Ring, zu dem auch die beiden Flaktürme gehörten, bestand aus sieben Stellungen mit 13 Batterien und 62 Geschützen. Weitere Stellungen befanden sich im mittleren Ring, der sich auf die Hauptanflugrichtungen konzentrierte. All diese Zahlen änderten sich natürlich im Laufe des Krieges durch Abzug/Stationierung und Kriegsschäden.

Flak in Hamburg - Flugwache StelleDer Munitionsverbrauch, der hauptsächlich durch die Munitionsanstalten Nienburg und Hambühren gedeckt wurde, war gigantisch. Im Jahre 1943 waren pro Abschuß rund 3.400 Schuß schwerer (>=8,8cm) und rund 5.000 Schuß leichter Flakmunition nötig - 1944 waren schon 33.500 Schuß schwerer Flakmunition notwendig. Bei diesen Angaben kann man sich leicht vorstellen, daß mehrere Millionen Schuß abgefeuert worden sein müssen. Da der auf eine bestimmte Flughöhe eingestellte Zeitzünder häufiger versagte und bei der Räumung direkt nach dem Krieg auch nicht gerade penibel vorgegangen wurde, dürften immer noch reichlich Blindgänger der deutschen Flak im Boden stecken. Im Jahre 1999 wurde eine ebensolche Granate z.B. an einer Harburger Stellung nahe der A7 entdeckt und mußte gesprengt werden.

Einen sehr guten Einblick in Details rund um Besetzung, Bedienung und Einsatz der Flugabwehr (Flak, Flugmelder, Funkmessgeräte u.v.m.) bieten die "Richtlinien der Flakgruppe Düsseldorf der 4. Flakdivision" vom Sommer 1944. Obwohl sich das Dokument auf eine andere Region bezieht, sind doch sehr viele Punkte auch auf Flakeinheiten im gesamten damaligen Reichgebiete übertragbar. (PDF-Datei, 61kB )

"Frühwarnung"


Die Radartechnik steckte zwar noch in ihren Kinderschuhen, verteilt über das damalige Deutsche Reich gab es aber schon eine recht große Zahl solcher Funkmeßstellungen. In der sog. Kammhuber-Linie waren viele dieser Stellungen so angeordnet, daß die vermuteten Angriffsrouten der Alliierten möglichst lückenlos abgedeckt werden konnten. Darüber hinaus verfügte die Luftwaffe auch "in der Fläche" über ein für damalige Verhältnisse erstaunlich gut ausgebautes Netz an Radarstationen. In Hamburg selbst verfügten zumindest die beiden Leittürme in Wilhelmsburg und St.Pauli über je ein Würzburg-Riese Funkmeßgerät.

Hinzu kam eine riesige Zahl von Flugwachen im ganzen Land. An exponierten Stellen, z.B. auf Bergen, Hügeln oder Türmen waren Luftwaffenhelfer postiert, die den Himmel "mit Auge und Ohr" absuchten und Feindflugzeuge an die jeweils übergeordnete Stelle meldeten. Am Ortsrand von Stelle, südlich von Hamburg, gab es eine Flugwache auf einem Turm, der heute noch recht gut erhalten ist. Andernorts überwachte man den Luftwaum selbst von Kirchtürmen aus.

Die gesammelten Meldungen liefen schlißlich per Fernsprecher oder seltener Fernschreiber im Luftgaukommando (siehe unten) zusammen, wurden dort in große Lagekarten eingetragen und so immer relativ aktuell entsprechende Maßnahmen egriffen.

Die Flaktürme heute

Neben der Funktion als Flakstellung dienten die beiden Hamburger Flaktürme in den unteren Etagen auch als Luftschutzraum für Zivilpersonen.

Nach dem Krieg war zunächst geplant, alle vier Flaktürme (zweimal Gefechtsturm + Leitturm) einer zivilen Nutzung zuzuführen. Der Wilhelmsburger Leitturm (Grundfläche 39m x 23,5m, Höhe 41,8m) wurde dann aber am 10.10.1947 von den Briten gesprengt und beseitigt. Der Wilhelmsburger Gefechtsturm (Grundfläche 57m x 57m, Höhe 41,6m, Deckenstärke 3,5m), baugleich mit dem im Wiener Arenbergpark, wurde am 17.Oktober desselben Jahres gesprengt, allerdings wurde auf eine Totalbeseitigung verzichtet. Nur die innere Struktur (Decken, Wände, Treppen) wurde zerstört. Näheres zum G-Turm Wilhelmsburg gibt's auf einer gesonderten Seite.

Flakturm Wilhelmsburg

Der Leitturm auf dem Heiligengeistfeld wurde 1973/74 von der damaligen Deutschen Bundespost beseitigt, die seit 1963 auf dem Dach eine Richtfunkstrecke betrieben hatte. 1950 hatte der NWDR von dieser Stelle aus sein erstes Fernseh-Testbild gesendet.

Der Gefechtsturm IV Heiligengeistfeld wurde nach dem Krieg von den verschiedensten zivilen Mietern genutzt. Im Jahre 1946 wurden dann Fensteröffnungen geschaffen, um Wohnraum zu gewinnen. Dies verhinderte dann im Juli 1947 auch die Sprengung des Turms. Während des Kalten Krieges war der Turm auch Teil der Zivilschutzplanung für den Kriegsfall. 1992 wurde er für rund 1,7 Millionen DM verkauft und zu einem modernen Medienzentrum umgebaut. Hierbei wurden alle noch vorhandenen Einbauten und viele Zwischenwände entfernt, ebenso der Tarnanstrich.

Flakturm Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg HeiligengeisrfeldFlakturm Hamburg HeiligengeistfeldFlakturm Hamburg Heiligengeistfeld
Flakturm Hamburg HeiligengeistfeldFlakturm Hamburg Heiligengeistfeld

Andere Flakstellungen heute

Flakstellungen waren praktisch überall ähnlich aufgebaut, so auch im Hamburger Raum: Die Stellung bestand aus bis zu 24 (!) Geschützen (häufig vier, in eimem viereck angeordnet - bei sechs Geschützen meist in "Blumenform"), in deren Nähe sich der Befehls- und Leitstand 2 befand. Dieser beherbergte ein Kommandohilfsgerät und diente mitsamt seinem Personal hauptsächlich als Ersatz für den abseits liegenden Befehls-/Leitstand 1, in dem der Batterie-Kommandant, ein Meßtrupp mit Offizier und das Kommanmdogerät untergebracht waren. Ebenfalls etwas von Leitständen und Stellung abgesetzt lag der Funkstand, der für die Kommunikation (Luftlagemeldungen etc.) zuständig war.

Von den meisten Flakstellungen im Hamburger Raum (und nicht nur dort) ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Einige Baracken bzw. Gebäude sind stehen geblieben und wurden nach Kriegsende häufig als provisorische Wohnungen, später dann teilweise landwirtschaftlich oder anderweitig genutzt. Die Stellungen selbst wurden in den allermeisten Fällen beseitigt oder irgendwann überbaut.

Eine relativ gut erhaltene schwere Flakstellung (8,8cm) des "äußeren Rings" befindet sich südwestlich von Hamburg in der Nähe des Ortes Tötensen.

Flakstellung bei Tötensen
Flakstellung TötensenFlakstellung TötensenFlakstellung Tötensen

Bei Rübke, nördlich von Neu Wulmstorf, befand sich ebenfalls eine schwere Flakbatterie. Diese ist nicht ganz so gut erhalten, da bereits mehrmals versucht wurde, sie abzureißen. Auf dem alten Fundament des Leitstandes II wurde ein Kuhstall errichtet.

Flakstellung bei Rübke
Flakstellung RübkeFlakstellung RübkeFlakstellung Rübke

Als letztes Beispiel hier noch zwei Bilder einer leichten/mittleren Stellung auf dem ehemaligen Bahndamm in Hamburg-Allermöhe. Diese Stellung gehörte zum mittleren Ring. Die gezeigte Geschützbettung wurde nach dem Krieg teilweise überbaut, heute ist auch dieser Schuppen schon wieder verfallen.

Flakhelferinnen in Rübke, ca. 1944Erinnerungen einer Zeitzeugin aus dem südwestlichen Umland Hamburgs:

Unsere Scheinwerferstellung war mit 9 Flakscheinwerferinnen belegt und hatte den Decknamen „Gustav“. Scheinwerferführer war der Unteroffizier und ausgebildeter Flak - Soldat X [Name der Redaktion bekannt] aus Rübke, (Landwirt und Obstplantagenbesitzer) Herr X war schon ein älterer Familienvater und sein zu Hause war nicht weit von unserer Stellung entfernt. Wir hatten zu ihm und er hatte zu uns Mädchen ein sehr gutes Verhältnis. Er hatte einen größeren landwirtschaftlichen, daher kriegswichtigen Ernährungsbetrieb und eine Obstplantage zu bewirtschaften. Daher wurde er auch in der Nähe seines Betriebes eingesetzt. Zu unserer Zeit war er bereits fünfzig Jahre alt und gehörte zu den Reservisten, die im Laufe des Kriegsgeschehens wieder eingezogen und der Waffengattung ihrer aktiven Ausbildung entsprechend eingesetzt wurden. Er war uns Mädchen gegenüber immer, in Wort und Umgang ein höchst anständiger, verständnis- und rücksichtsvoller Dienstvorgesetzter. Wir Mädchen mochten ihn gut leiden, daher auch unsere Anhänglichkeit und unser ehrendes Gedenken. Auch die Kameradschaft unter uns Mädchen war einmalig prima. Hier in dieser Stellung „Gustav“ haben wir allnächtlich unseren Scheinwerferdienst ausgeübt und versucht, die feindlichen Bomber in den Lichtkegel zu bekommen, damit die Flakkanoniere ihr Ziel anvisieren konnten. Für die den feindlichen Bomberverband begleitenden Kampfflugzeuge und Jäger waren wir in der Scheinwerferstellung ein leuchtendes Ziel und sind immer wieder angegriffen worden.
Zu einer Flak-Batterie gehörten mehrere Horchgerät- und Scheinwerferstellungen sowie die eigentliche Kanonenstellung. Nur die Zusammenarbeit mit der Bedienung an den Horchgeräten, die uns ihre Werte übermittelte, war es uns besser möglich, die feindlichen Flieger in unseren Lichtkegel zu bekommen. War der Flieger einmal im Lichtkegel, dann gab es für ihn nur schwerlich ein Entkommen und die Kanoniere an den Geschützen konnten das Flugzeug beschießen. Es gab kaum eine Nacht ohne Fliegeralarm und ohne Angriff. Nachts mussten wir leuchten und tagsüber den Scheinwerfer putzen und wieder einsatzbereit machen. Es war ein gefährlicher und anstrengender Dienst. Wir wurden von keiner Flakstellung mit verpflegt, sondern waren Selbstverpfleger, d.h. wir bekamen die Essenswaren, aber Kochen, das mussten wir selber in unserer Unterkunft. Wir Mädchen waren alle katholisch. Wenn es sonntags der Dienst erlaubte, gingen wir abwechselnd nach Buxtehude in den kath. Gottesdienst. das waren hin und zurück 14 km Fußweg. Fahrzeuge hatten wir keine zur Verfügung. 

 

Flakstellung Allermöhe
Flakstellung AllermöheFlakstellung Allermöhe

Eine der wohl ungwöhnlichsten und bemerkenswertesten Flakstellungen der Hansestadt war die "Bürgermeister-Krogmann-Stellung" mitten auf der Außenalster. Mehr dazu in unserem separaten Artikel.

Die Flak-Kasernen heute

Die meisten der Flak-Kasernen im Hamburger Raum sind heute entweder verschwunden oder umgebaut und militärisch oder zivil genutzt (wie z.B. das Krankenhaus in Rissen). Einige wenige sind in mehr oder minder originaler Form erhalten geblieben.

Flakkaserne Rissen
 
Das Luftgaukommando

Hamburg unterstand dem Luftgaukommando XI, das für die Luftabwehr großer Teile Niedersachsens, Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommerns und natürlich Hamburgs zuständig war. Im Jahre 1940 wurde diese Dienststelle von Hannover nach Blankenese in die heutige Clausewitz-Kaserne verlegt. Die historischen Bauten auf dem Gelände sind praktisch komplett erhalten geblieben und werden seit 1957 von der Führungsakademie der Bundeswehr genutzt.

Hamburg, Luftgaukommando XI
Hamburg, Luftgaukommando XI - Hamburg, Luftgaukommando XI -

Auch der zweistöckige Hochbunker, der den Gefechtsstand beherbergte,steht noch und ist zum Teil recht gut erhalten. Der größte Teil der Einbauten ist natürlich nicht mehr vorhanden, dafür sind aber z.B. die Wandbeschriftungen noch erhalten. Gut erkennbar ist auch heute noch der Lageraum, in dem die Luftlage auf einem sog. Klotzsche-Tisch dargestellt wurde.

Hamburg, Luftgaukommando XI - Bunker Gefechtsstand
Hamburg, Luftgaukommando XI - Bunker GefechtsstandHamburg, Luftgaukommando XI - Bunker GefechtsstandHamburg, Luftgaukommando XI - Bunker Gefechtsstand
Hamburg, Luftgaukommando XI - Bunker GefechtsstandHamburg, Luftgaukommando XI - Bunker Gefechtsstand

Der Bunker ist inzwischen vom Kasernengelände abgetrennt und wurde im Winter 2004/2005 abgerissen.

 

Die ehemalige schwere Flakstellung in Mienenbüttel
(Ergänzung von Dieter Pintatis, Neu Wulmstorf)

Dem größten zusammenhängenden Gewerbegebiet Deutschlands, dem „LogPark Hamburg“, an der A1, Autobahnausfahrt Rade, mussten im Jahre 2009/2010 die letzten Relikte einer schweren Flakstellung weichen. Damit verschwand in der Gemeinde Neu Wulmstorf eines der letzten sichtbaren Relikte des Zweiten Weltkriegs.

Die Flakstellung Mienenbüttel gehörte damals zum äußeren Abwehrring um Hamburg. Sie bestand aus vier Geschützen des Kalibers 8,8 cm. Die Geschützstände waren in Betonbauweise errichtet worden. In unmittelbarer Nähe befanden sich die in rotem Klinker gemauerten Unterkünfte der Geschützbesatzungen. Zeitweise hatte man auch noch zwei Geschütze des Kalibers 10,5 cm hinter Erdwällen aufgestellt.

Um eine bessere Sicht zu erlangen, hatte man den im Westen nahe liegenden Wald geschlagen. Hier befanden sich auch die Kantine und andere Einrichtungen. Richtung Osten auf der Erhöhung „Schüttelhöcht“ (84m ü.M.) befand sich die Leitstelle der Flak. Gegen Tiefflieger wurden zwei 2cm Geschütze postiert. Eines der Geschütze befand sich auf einem hohen Holzgestell an der Autobahn.

Lange hatte die Flakstellung nicht Bestand. 1943 befanden sich keine Geschütze mehr vor Ort, wahrscheinlich sind sie alle an die Ostfront verlegt worden. Die leeren Gebäude der Flakstellung wurden anschließend als Materiallager von der Firma Blohm & Voss genutzt, die in Wenzendorf ihre Flugzeugproduktion hatte.

Gegen Ende des Krieges erlangte die Erhöhung „Schüttelhöcht“ noch einmal eine kleine Bedeutung. Am 19. April 1945 stießen die Engländer von Hollenstedt kommend über die Autobahn Richtung Mienenbüttel vor. Als Lieutnant-Colonel Fitzpatrick von den 8th Hussars mit seinem Panzer über den Schüttelhöcht fuhr, wurde er von einem deutschen 8,8cm Flakgeschütz aus Mienenbüttel heraus beschossen. Schnell zog er sich zurück, stieg aus dem Panzer und begab sich noch einmal zu Fuß auf die Erhöhung , um mit dem Fernglas den Feind zu erkunden. Auf Grund seiner Beobachtungen wurde Mienenbüttel nach einem Artilleriebeschuss mit Panzern und Infanterie im Sturmangriff genommen. Im zerstörten Dorf fanden die Engländer zwei tote deutsche Soldaten und drei zerstörte 8,8 cm Flakgeschütze. Sie machten nur wenige Gefangene, da sich die meisten Soldaten schon vorher durch den Stuvenwald in Richtung Harburg abgesetzt hatten.

Nach dem Krieg wurden die Baracken der Flakstellung mit Flüchtlingen belegt. Bis zum Abbruch 2009 dienten sie als Wochenendhäuser. Die Anhöhe „Schüchtelhöcht“ ist 2009/2010 eingeebnet worden.

Der ehemalige Betonring der Stellung ist, trotz Aufstockung zu einer Garage,    Unterkunft der Besatzungen – bis 2009 als Wochenendhäuser genutztUnterkunft der Besatzungen – bis 2009 als Wochenendhäuser genutzt
Leitstandsbaracke (Aufnahme Januar 2010)Die Erhebung „Schüchtelhöcht“ - hinter Büschen verborgen die Restanlagen der Flakstellung. Oktober 2010 – der „Schüchtelhöcht“ und die Relikte der Flakstellung sind verschwunden. Links die Autobahn A1.

 

Quellen (Auszug):
- Die Boden-Luftverteidigung Hamburgs im 2.Weltkrieg, Helmuth Wegwerth
- Bunker - Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg, Helga Schmal/Tobias Selke
- Bunkerwelten - Luftschutzanlagen in Norddeutschland, Michael Foedrowitz
- Hamburg 1945, Katalog zur Ausstellung der Handelskammer Hamburg
- Hamburg und Dresden im Dritten Reich, Landeszentrale für politische Bildung
- Flakbunker - Betonierte Geschichte, Henning Angerer
- The Battle of Hamburg, Martin Middlebrook
- Feuersturm über Hamburg, Hans Brunswig
- Material Archiv T.Wolf, Stedden
- Gommorah - the Hamburg firestorm, J.Heitmann (After the Battle 70)
- Zeitzeugen-Aussagen
- eigene Recherchen

 
Warndienst
Zivilschutzanlagen-Verzeichnis

Objekte insgesamt: 2339
Objekte mit verifizierter Lage: 1728
Objekte mit Bildern: 1480
Bilder insgesamt: 7154

Neueste Updates
Lindau, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Bregenzer Str. 33
28.11.2016 10:39

Dortmund, Hochbunker, Zwickauer Straße 10
22.11.2016 07:25

Pforzheim, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Heinrich-Wieland-Allee 15-17
18.11.2016 08:02

Direkt zur Datenbank ...

Luftnachrichten-DB

Datensätze: 1006
Letztes Update: 11.02.2014 17:51
Zur Datenbank ...

Autoren-Login



QR-Code zur Seite

Einscannen und den Link zur Seite auf dem Smartphone merken.