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Fliegerhorst und Luftzeugamt Rotenburg/Wümme

Geschrieben von: Michael Grube   

Im Jahr 1936 wurde in der Nähe von Rotenburg/Wümme mit dem Bau eines Luftzeugamtes mit angeschlossenem Fliegerhorst und Kasernenbereich begonnen. Schon Anfang 1937 zogen die ersten Truppenteile, aus Göttingen kommend, auf dem Gelände ein. Das Luftzeugamt wurde bereits zu Beginn des Krieges ins schlesische Liegnitz verlegt, es verblieb lediglich ein Flak-Versuchsbereich und eine Flugzeugwerft am Standort.

1940 wurden die ersten fliegenden Verbände nach Rotenburg verlegt. Gestartet wurde von einer Graspiste, eine Hartbahn existierte damals noch nicht. Im Laufe des Krieges, der Horst trug inzwischen den Decknamen "Seebad", waren hier verschiedenste Verbände stationiert, unter Anderen Stab/JG11, II./JG11, KG100, StKG 2, KG 500 und I.NJG2. Die Hauptaufgabe der Verbände bestand darin, anfliegende alliierte Bomberverbände abzufangen.

Wasserwerk

Am 30. Mai 1944 kam es zu einem schweren Angriff durch 147 Bomber vom Typ B-24, die 300 (500?) Bomben abwarfen. Hierbei kamen auf dem Boden rund 100 Menschem ums Leben, drei der alliierten Bomber wurden durch Flak beschädigt.

In einem Zivilarbeiterlager waren rund 200 Gefangene untergebracht, die wahrscheinlich für Bauarbeiten eingesetzt worden sind.

Die britischen Truppen erreichten den Flugplatz am 22.April 1945 und nutzten ihn auch in den Folgejahren. Am 9.Juni wurde auf dem Flugfeld mit feiuerlicher Zeremonie im Beisein von Feldmarschall Montgomery die Armoured Division der Scots Guards außer Dienst gestellt. In den fünfziger Jahren wurden große Teile des Geländes verändert, Gebäude wurden abgerissen, neue gebaut etc..

Am 15. August 1958 wurde die Anlage an eine Instandsetzungskompanie und eine Heeresfliegerstaffel der Bundeswehr übergeben. Die Bundeswehr hat in der Kaserne bis heute verschiedenste Truppenteile stationiert, darunter im Laufe der Jahre verschiedene Instandsetzungs- und Versorgungsverbände des Heeres, Flugabwehr- und Fernmelde-Einheiten (EloKa - elektronische Kampfführung), Heeresflieger u.a..

Mitte der neunziger Jahre wurden viele dieser Verbände aufgelöst und/oder verlegt. Der Flugplatzbereich (inzwischen mit einer 806m langen Asphalt-Hartbahn) wurde ausgegliedert und einer Nutzung als Zivilflugplatz zugeführt.

Der Tower der Bundeswehr

Der ehemalige, südliche Flugzeug-Abstellbereich ist heute kaum noch als solcher erkennbar, nur noch einige Laternen im Wald fallen auf. Der Flugplatz ist zum Teil zugänglich, die meisten Gebäude stammen aber aus der Nachkriegszeit. Die Lent-Kaserne ist militärischer Sicherheitsbereich und daher nach wie vor nicht zugänglich. Im nördlichen Bereich, dem ehem. Depot, stehen nur noch vereinzelt Bunkerreste.

Ehemaliger südlicher Abstellbereich

Quellen (Auszug):
- Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe, Karl Ries/Wolfgang Dietrich
- War Diaries for 3rd County of London Yeomanry (3rd Sharpshooters) 1945
- Die Bundeswehr der Zukunft - Ressortkonzept Stationierung 2001, BMVg
- Standortplanung der Bundeswehr bis 2006, BMVg
- Chronik der Flugabwehr- und Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe
- Militarisierungsatlas der Bundesrepublik, Alfred Mechtersheimer/Peter Barth
- Reichsverteidigung, Tony Wood & Michael Holm
- COMBAT CHRONOLOGY OF THE US ARMY AIR FORCES
- Das nationalsozialistische Lagersystem, Martin Weinmann
- Publikationen des NLÖ
- Military Airfield Directory
- http://www.ww2.dk
- versch. Zeitungsartikel
- eigene Recherche

 
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