Sie sind hier: Start Artikel-Übersicht Fernmeldeaufklärung / ELOKA Britischer Horchposten Langeleben

Britischer Horchposten Langeleben

Geschrieben von: Michael Grube   

1951, der Kalte Krieg war schon in vollem Gange, begannen die Westalliierten, sich ernsthafte Sorgen über die häufigen, grenznahen Großmanöver der WGT-Truppen zu machen. Man befürchtete, eine dieser Übungen könne als Tarnung für die Vorbereitung eines groß angelegten Angriffs auf Westdeutschland genutzt werden.

Die britische Besatzungsmacht, zuständig für den Norden Deutschlands, sah sich dadurch zur Einrichtung grenznaher Abhörposten veranlasst. Bereits 1948 hatte man auf dem Elm bei Königslutter eine Kuppe für Zwecke der Luftbrücke verwendet und entschloss sich, dieses günstig gelegene Gelände nun für die neuen Zwecke zu nutzen. Im März 1951 bauten die ersten neun Soldaten der 101st Wireless Troop ihre Zelte in Langeleben auf. Dieser erste mobile Einsatz war ein großer Erfolg und man entschloss sich, eine ortsfeste Station an gleicher Stelle einzurichten.

Mobile Technik 1952

Wahrscheinlich um das Jahr 1953 wurden die ersten festen Gebäude - damals nichts weiter als Holzhütten - errichtet. Obwohl nun bereits rund einhundert Mann ihren Dienst hier oben versahen, waren die Unterkünfte und sanitären Anlagen nur sehr provisorisch. Die Offiziere waren in einer nahegelegenen Wirtschaft untergebracht und hatten es somit etwas besser.

Während der Unruhen in Ungarn im Jahr 1956 war die Einheit ständig in Alarmbereitschaft. 1957 wurde sie umbenannt in 2nd Squadron, 1st Wireless Regiment, das Hauptquartier war nun in Birgelen nahe der holländischen Grenze. In den sechziger Jahren wurden die bis dahin semi-mobil genutzten Technikfahrzeuge ebenfalls durch feste Gebäude ersetzt. Und 1963/1964 wurden endlich auch die Unterkünfte durch neue, moderne Bauten abgelöst. Zwischen 1960 und 1970 wurden auch verstärkt mobile Außenstationen eingesetzt. Das Camp selbst trug nun den Namen "Anderson Barracks" und lief unter der Führung des 13th Signal Regiment. Neben einem Kino, einer Bar und dem NAAFI-Shop gab es nun auch eine offene Zisterne, die sich natürlich prächtig als Pool eignete. 1967 gab es erneut eine Reorganisation - die Einheit wurde mit der 225th Signal Squadron verschmolzen. 1977 wurde das 14th Signal Regiment (EW) aus mehreren anderen Einheiten gegründet und war nun auch für diesn Außenposten zuständig. Das Hauptquartier befand sich ab 1985 in Celle und von hier aus traten die meisten Soldaten auch ihre 24-Stunden-Schichten an.




Mit der Wende kam auch das Aus für die "Anderson Barracks". Zunächst wurde die Dienstzeit verkürzt - statt 24-Stunden-Dienst arbeitete man nun nur noch während der normalen Dienststunden in der Woche. Nachdem die Anlage zuletzt fast nur noch zu Trainingszwecken genutzt wurde, schloß die britische Armee sie zum 30. November 1992. Das Gelände verfügte zuletzt über fünf große Gittermasten und eine stattliche Anzahl von Gebäuden, darunter auch eine Sporthalle, Garagen, Werkstätten, ein NAAFI-Shop und ein Heizhaus.

Das Gelände stand nach 1992 sehr lange Zeit leer und wurde leider zum großen Teil von Vandalen verwüstet. Zwei Masten wurden bereits in den Neunziger Jahren abgebrochen, due drei verbliebenen wurden am 9. Dezember 2005 von einem Fachbetrieb gesprengt und in zerkleinerter Form als Altmetall verwertet. 2005/2006 sind die Gebäude angerissen worden, das Gelände ist heute eine große Freifläche.

Quellen (Auszug):
- Thomas A, Perkin - "Virtual Langeleben".
- versch. Zeitzeugenaussagen
- eigene Recherchen

 
Landesbunker Baden-Württemberg
Zivilschutzanlagen-Verzeichnis

Objekte insgesamt: 2339
Objekte mit verifizierter Lage: 1728
Objekte mit Bildern: 1480
Bilder insgesamt: 7154

Neueste Updates
Lindau, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Bregenzer Str. 33
28.11.2016 10:39

Dortmund, Hochbunker, Zwickauer Straße 10
22.11.2016 07:25

Pforzheim, Zivilschutz-Mehrzweckanlage Heinrich-Wieland-Allee 15-17
18.11.2016 08:02

Direkt zur Datenbank ...

Luftnachrichten-DB

Datensätze: 1006
Letztes Update: 11.02.2014 17:51
Zur Datenbank ...

Autoren-Login



QR-Code zur Seite

Einscannen und den Link zur Seite auf dem Smartphone merken.