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NATO-Versorgungsdepot Grebenhain/Vogelsberg

Geschrieben von: Alexander Leib   

Das NATO- Versorgungsdepot Grebenhain wurde Anfang der 1980er Jahre unter heftigsten Protesten der Friedensbewegung und Grünen in einem Wald in der Nähe des Hoherodskopfes errichtet. Hierzu wurde ein großer Teil des Gebiets der ehemaligen, 1935 errichteten Luftmunitionsanstalt Hartmannshain vom Bund zur Verfügung gestellt. Das Gelände mußte zuvor allerdings aufgrund unsachgemäßer Sprengungen zu Ende des 2. Weltkrieges komplett von Munitionsrückständen geräumt werden.

Reste gesprengter Bunker der Muna

Die US Army baute anschließend dort ein großes Depot, in dem später Treibstoffe, Munition, Gerät und Fahrzeuge untergebracht waren. In einem inneren, gesondert umzäunten und bewachten Bereich wurden etwa vierzig große, erdüberdeckte und aus Gründen der Tarnung bepflanzte Munitionshäuser errichtet. Im oberen Bereich des Depots befanden sich große Treibstofftanks mit eigenen Pumpstationen, im unteren Depotbereich befanden sich die Kraftfahrzeug-Hallen und Unterstände für Lastzüge und Sattelschlepper. Im Eingangsbereich gab es ein Wachgebäude mit Unterkunft für die Wachmannschaft sowie einen Hundezwinger. Das Depot war - wie viele größere NATO-Depots - doppelt eingezäunt, der Sichtstreifen wurde nachts hell erleuchtet.

Doppelzaun

Einfahrt zum DepotWachbereichRingstrasseInnerer Bereich
AbfüllplatzKfz-HaleLKW-UnterständeMunitionshaus

Die Wachmannschaft bestand aus Angehörigen der in Fulda stationierten 340.Signal Co. Das Depot war als sogenanntes Versorgungsdepot für die damalige Hauptkampflinie des Kalten Krieges, des sogenannten "Fulda-Gap" vorgesehen. In diesem Bereich vermutete man eine wahrscheinliche Einmarschroute der Ostblock-Armeen. Weitere Depots zur Versorgung des Gebietes befanden sich in Alsberg, Gundhelm, im Gieseler Forst, in Grebenhain und Ottrau.

gut getarnte MunitionshäuserBereits demontierte RohrleitungenAusgebaute Tanks

Nach Ende des Kalten Krieges gingen viele ehemalige US-Militärliegenschaften in das Eigentum des Bundes zurück und wurden zum Verkauf freigegeben - so auch das Versorgungsdepot in Grebenhain. Es wurde 1991 zu Beginn des Golfkrieges von der NATO aufgegeben und noch einige Zeit von einer Sicherheitsfirma bewacht, bevor es schliesslich verkauft wurde. Die Bunker sind heute alle an Privatpersonen verpachtet, die Tanks zum Teil ausgegraben und verkauft worden.

 
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