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Autobahn - Grenzübergangsstelle Dreilinden-Drewitz

Geschrieben von: Michael Grube   

Wer heute auf der A115 von Süden nach Berlin hineinfährt, den erinnert nur sehr wenig an eine nicht allzu ferne Vergangenheit. Hier befand sich die GUSt (Grenzübergangsstelle) Dreilinden-Drewitz und der alliierte Kontrollpunkt Checkpoint Bravo. Bis auf einen Wachturm, der heute von einem Verein erhalten wird, wurde praktisch alles abgerissen und wich dem Gewerbegebiet Europarc Dreilinden. Dabei hat diese Ecke auch und gerade durch 28 Jahre Mauer eine Menge Spuren der Geschichte er- und behalten.

Dreilinden-Drewitz - historisches Foto
Eisenbahnbrücke und Fahrbahn bei Dreilinden 1994Eisenbahnbrücke und Fahrbahn bei Dreilinden 1994

So lief hier zum Beispiel eine Strecke der schon 1838 eingeweihten Berlin-Potsdamer Eisenbahn. Die Verbindung Richtung Potsdam wurde dann 1945 gekappt, die Gleise gingen als Reparationen in die Sowjetunion. Der nördliche Teil dieser Stecke konnte noch bis zum Bau der Mauer im Jahr 1961 benutzt werden, danach war in Zehlendorf "Endstation". An die Bahn erinnert heutzutage eigentlich nur noch ein einziges Relikt, eine Brücke über die ehemalige Autobahn (dazu gleich mehr). Leider haben sich in den letzten paar Jahren offenbar unzählige Graffiti-"Künstler" an ihr versucht. Auch die Autobahn-Brücke über den Teltow-Kanal existiert noch.





Im Jahre 1940 wurde diese Autobahn, der sogenannte AVUS-Zubringer (A115), dem Verkehr übergeben. Die Autobahn führte zu DDR-Zeiten als Anschluß an die A2 von bzw. nach Helmstedt (die kürzeste Transitstrecke) auch den Großteil des Transitverkehrs - rund 66 Prozent. Als 1969 der neue Grenzkontrollpunkt Dreilinden fertiggestellt war, verpaßte die DDR der A115 einfach einen neuen Verlauf, rund drei Kilometer der alten Trasse, die fast exakt an der Grenz verlief, wurden totgelegt. Noch bis 1996 war hier sogar der Belag vorhanden, im Jahr davor nutzte der Fernsehsender RTL die "vergessene Autobahn" (nach einer gewissen Restaurierung...) als Kulisse für die Serie "Autobahnpolizei". Inzwischen ist der Betonbelag verschwunden - zumindest fast überall. Südlich von Dreilinden, versteckt und etwas schwer zu finden, gibt es einen kleinen Campingplatz - mitten auf der ehemaligen Autobahn.

Und gleich nebenan, weitab des heutigen AVUS-Zubringers, liegt ein kleines Ausflugslokal an der einstigen Strecke - die frühere Raststätte Dreilinden, die heutewahrscheinlich nicht mehr ganz so viel Gäste bewirten kann wie vor 1969. Wer genau hinsieht, dem fallen überall in der Umgebung Leitplanken und andere kleine "Ungereimtheiten" auf.

 

Obwohl an vielen Stellen Berlins von Mauer und Grenze nicht mehr sehr viel zu sehen ist, findet man in der Gegend um Dreilinden doch noch einige Überbleibsel aus vierzig Jahren Trennung. Zwischen Kleinmachnow und dem Friedhof liegt ein ehemaliger Ausbildungs- und Übungsplatz der Wehrmacht, der später von der kasernierten Volkspolizeii und der NVA genutzt wurde. Einige Gebäude sind hier noch erhalten, die Ziele, es gab. z.B. Panzeratrappen, sind inzwischen verschwunden. Um den Übungsplatz gegenüber der Autobahn zu sichern, wurden nach dem Mauerbau stählerne Panzersperren errichtet. Detail am Rande: Diese Sperren wurden offenbar aus demontierten Bahnschienen zusammengeschweißt - sie tragen deutlich Prägungen der Firma Krupp.


Reisende, die den DDR-Kontrollpunkt in Richtunbg Berlin passiert hatten, wurden kurz vor der Grenze noch von einem Monument "verabschiedet" - dem ersten russischen Panzer, der 1945 Berlin erreicht hatte. Anfang der neunziger Jahre wurde er von den abrückenden sowjetischen Truppen von seinem Sockel gehoben und mitgenommen. Wenig später füllten Witzbolde den leeren Platz mit einem knallrosa gestrichenen Lastwagen - er steht noch heute dort oben. Leider verdeckt jetzt eine Schallschutzwand die Sich von der A115.


Quellen (Auszug):
- versch. Zeitungsartikel
- Aussagen von Zeitzeugen und Anwohnern
-- Sammlung Olaf Amler

 
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