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Horchposten Schalke (Harz) |
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Geschrieben von: Michael Grube
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Donnerstag, den 02. Mai 2002 um 01:00 Uhr |
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Seit etwa 1959 waren die französischem Groupe Electronique
50/450 und Escadron Electronique Sol 33/351 sowie Escadron
de Renseignement Air 21/054, DT3 (Luft- und Fernmeldeaufklärung)
auf der Schalke (762m, Nordharz) präsent. Untergebracht war die Einheit
nahe des Bundeswehr-Fliegerhorsts Goslar und zum Teil auch in der Kaserne
Bad Lauterberg. 1968 wurde die Anlage auf der Schalke gründlich modernisiert
und der 64 Meter hohe Turm des Horchpostens errichtet.

Zwei enge Wendeltreppen mit je 217 Stufen und kaum 1,5m
Außendurchmesser (!) führten hinauf zu den fünf Stockwerken,
in denen sich die wichtigsten Dienst- und Technikräume befanden.
Diese Ebenen waren ebenfalls mit einem Aufzug und einer Wendeltreppe verbunden,
dazu natürlich noch ein Lastenaufzug. In der untersten Etage des
"Turmkranzes" befand sich u.a. ein Duschraum, aber auch der
Einstieg zur Evakuierung: Durch eine Luke im Boden gelangte man direkt
in einen Textilschlauch, der mehr als zwanzig Meter senkrecht bis unten
reichte. Der Fall sollte hier offenbar einfach durch die Reibung im Schlauch
gebremst und der Aufprall durch ein nur etwa zehn Zentimeter dickes Kissen
am Schlauchende gemildert werden.
   
  
Auf dem Areal gab es neben dem Hauptturm im Laufe der
Jahre mehrere Gittermasten (zuletzt noch drei), von denen heute nur
noch Fundamente zeugen. Weiterhin gab es zwei Garagengebäude, mehrere
kleine Betriebsgebäude (Trafo etc.), ein Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude
mit Kfz-Werkstatt und ein Aufenthalts- und Technik-Gebäude am Fuß
des Turms. Direkte Grundnetzleitungen verbanden die Einheit u.a. mit
der Kaserne in Lauterberg, mit Berlin, Strasbourg, Metz und weiteren
Orten. Hiervon zeugen heute noch einige Leitungsverstärker und
Anschaltfelder.
   
   
  
In Goslar hatten die Franzosen von 1988 - 1992 zusätzlich
einen H.E.T. stationiert - einen Hubschrauber vom Typ Puma, der speziell
für den Empfang von Radarsignalen ausgelegt war. Seit die französischen
Truppen am 30. April 1993 abrückten, stand das Gelände auf
dem Gipfel leer, der Abriss erfolgte schließlich im Oktober 2002.
S.Sobotta hat uns freundlicherweise eine Fotoserie von der Sprengung
zur Verfügung gestellt: Ein Video von der Sprengung gibt's hier.
Während der Abbruch- und Aufräumarbeiten, die
bis September 2003 dauerten, wurde eine Kassette gefunden, die bei der
Grundsteinlegung in der heißen Phase des Kalten Krieges eingebaut
worden war. Sie enthielt einen Text voll guter Hoffnungen: ",Möge
dieser Turm und die von ihm ausgehenden Aktivitäten stets nur den
Bemühungen um den Erhalt des Friedens in der Welt dienen.".
Der Abriß hat letztlich weniger gekostet als die veranschlagten
1,5 Millionen Euro - zum Teil auch deshalb, weil eine Garage am Berg
stehen blieb und nun von der Forst genutzt werden kann. Die Kuppe selbst
bleibt als unbepflanze Magerfläche erhalten, die Natur wird den
Rest erledigen.
Quellen (Auszug):
- Empfänglich für Geheimes, Erich Schmidt-Eenboom
- Les Eléments Air Francais en Allemagne 1967 - 1994
- Archiv Verein Spurensuche Goslar e.V.
- Archiv M.Bischoff
- Stefan Sobotta (Panoramen)
- versch. Zeitungsartikel, vor allem der Goslarschen Zeitung
- Zeitzeugen-Aussagen
- eigene Recherche
Für die freundliche Genehmigung
zur Begehung danken wir an dieser Stelle ganz herzlich. Ein besonderer
Dank für die freundliche Unterstüzung geht auch an den Verein
Spurensuche Goslar e.V |
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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. November 2010 um 16:58 Uhr |